Platz nehmen und entspannen - Blick von der Sonnenterasse auf das neue Naturfreibad im Nizzatal. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Sommerwärme und strahlender Sonnenschein? Das Wetter zeigte sich am Eröffnungstag des neuen Naturfreibads im Nizzatal in Velbert-Langenberg zwar nicht gerade von seiner prickelndsten Seite, doch die Stimmung vor Ort war dennoch hervorragend.


Ein Blick auf die im vergangenen Jahr neu gestaltete Außenfläche vor dem Nizza-Hallenbad erfreut das Auge und stimmt positiv auf die kommende Sommersaison ein. Als ein „sehr schönes Freizeitangebot“ bezeichnete es Stadtwerke-Geschäftsführer Sasa Vaskovic in seiner Eröffnungsrede – fast schon etwas zu bescheiden. Zum offiziellen Start fanden sich auch zahlreiche Besucher ein, darunter Mitarbeiter der Baufirmen, der Stadtwerke, Ratsmitglieder und die Verwaltungsspitze.

Bei passendem Sommerwetter bietet das neue Naturfreibad künftig Beschäftigung und Vergnügen für die ganze Familie. Rund um den zentralen Schwimmteich mit seinem großen, 1,35 Meter tiefen Nichtschwimmerbereich gruppieren sich eine Röhren- und eine breite Wasserrutsche, auf denen Jugendliche ihren Spaß haben können. Im vorderen Bereich lädt ein Sandspielstrand mit integriertem Wasserspielplatz die jüngsten Besucher zum Tummeln und Sandburgenbauen ein. Doch auch an die sportlichen Interessen wurde gedacht: Für Schwimmer stehen drei 25-Meter-Bahnen mit einer Wassertiefe von 1,80 Metern bereit. Gleich dahinter schließt sich die große, mit Holzbohlen ausgelegte und mit zahlreichen Liegestühlen bestückte Sonnenterrasse an.

Rekordzeit und Budgettreue dank Bundesförderung

16 Jahre lang mussten die Langenberger ohne ein eigenes Freibad auskommen. Dass nun ein modernes Naturfreibad entstanden ist, das komplett ohne Chlor und Chemie auskommt, ist nicht zuletzt einer üppigen Bundesförderung in Höhe von drei Millionen Euro zu verdanken. Erst im Jahr 2024 hatte der Rat der Stadt Velbert den Bau beschlossen. Dass nur zwei Jahre später bereits die Eröffnung gefeiert werden kann, bezeichnet Stadtwerke-Chef Vaskovic als „absolute Rekordzeit“.

Auch das Budget wurde eingehalten, wie alle Verantwortlichen betonen. Insgesamt rund 3,9 Millionen Euro – drei Millionen Euro vom Bund und 900.000 Euro aus dem städtischen Haushalt – machten das Großprojekt möglich, das von elf verschiedenen Gewerken im engen Zusammenspiel umgesetzt wurde.

Bürgermeister Dirk Lukravka betonte bei der feierlichen Eröffnung seine Freude darüber, dass das Projekt trotz der schwierigen Finanzlage der Stadt realisiert werden konnte. Das Nizzabad gehöre mit seiner idyllischen Naturkulisse zu den schönsten Bädern der Stadt. Es sei ein „toller Ort für Langenberg“ mit einem rundum gelungenen Konzept. Zum Abschluss wünschte er dem Bad einen erfolgreichen Start.

Umgesetzt wurde das Projekt vom Architekturbüro Krieger in Kooperation mit der Firma Polyplan als Fachunternehmen für biologische Wasseraufbereitung. Für den Architekten Michael Krieger schließt sich damit ein Kreis: „Mein Vater hat damals das alte Hallenbad und auch das Freibad gebaut“, berichtete er stolz. Umso mehr freue er sich, Langenberg nun mit diesem neuen Bad zu bereichern. Mit Blick auf das weitläufige Gelände lobte er, dass für jede Altersgruppe etwas dabei sei – vom Kleinkind am Spielstrand bis zum Sportschwimmer. Den lebhaften Betrieb könne er sich hier schon bildlich vorstellen.

Riesige Filteranlagen für gute Wasserqualität auch im Hochbetrieb

Sebastian Flohre, Planer von Polyplan, erläuterte die technischen Details des biologischen Systems. Als optischer Blickfang im Zentrum dient eine große Filteranlage mit Schilfgewächsen, die das Schwimmwasser mit Sauerstoff versorgen und sich von den Nährstoffen im Wasser ernähren. Für die konstant hohe Wasserqualität sorgen insgesamt zwei riesige, jeweils 20 mal 20 Meter große und 1,80 Meter tiefe Kiesfilter. Diese filtern Bakterien, Schwebstoffe und andere unerwünschte Bestandteile rein mechanisch-biologisch heraus.

Ein großer Vorteil des Systems: „Je wärmer es wird, desto effektiver arbeitet der Biofilter“, erklärte Flohre. Die Anlage ist in der Lage, das gesamte Schwimmbadwasser viermal am Tag komplett durchzuwälzen. Regelmäßige Proben garantieren dabei die hohe Wasserqualität. Im Winter erfährt der Filterkies bei kühler Witterung eine natürliche Reinigung, ehe sich die Filterleistung im Frühjahr wieder von selbst aufbaut. Dass das System auch bei Hochbetrieb im Sommer reibungslos funktionieren wird, daran lässt Flohre keinen Zweifel: Sein Unternehmen bringt rund 20 Jahre Erfahrung in der Planung von Naturfreibädern mit nach Langenberg.

Öffnungszeiten: Naturfreibad Nizzatal in Velbert-Langenberg

In einem durchschnittlichen Sommer rechnen die Stadtwerke künftig mit rund 40.000 Besuchern pro Jahr im Nizzabad. Dabei werden Hallen- und Naturfreibad je nach Wetterlage im Wechselbetrieb geöffnet. Ab 22 Grad und vier Sonnenstunden (laut Vorhersage) können die Badegäste in Langenberg draußen schwimmen, ansonsten wird in der Halle geplanscht. Über die aktuellen Öffnungszeiten können sich Nutzer tagesaktuell auf der Stadtwerke Homepage informieren (https://www.stadtwerke-velbert.de/baeder/infos).