
Velbert. Vom 10. bis 13. Juni heißt es: Bühne frei für Velberts Nachwuchs. Nach nunmehr 18 Jahren Pause findet in der Stadt wieder ein Schultheatertreffen statt. Acht Velberter Schulen stellen insgesamt zehn Theatergruppen, die bei den diesjährigen Schultheatertagen rampenlichttauglich sind. Für die jungen Darstellerinnen und Darsteller ist es oft die erste Chance, echte Bühnenluft live zu schnuppern – ein zentraler Aspekt, auf den die Theatertage ausgerichtet sind.
Natürlich stehen dabei die Themen der jugendlichen Lebenswelt im Fokus: Ob die kritische Auseinandersetzung mit den Folgen von KI und Medienkonsum, Einsamkeit oder modern interpretierte Märchen – bei den Schultheatertagen wird all das auf die Bühne und damit an die Öffentlichkeit getragen.
Professionelle Unterstützung für den Nachwuchs
Die Velberter Kulturloewen unterstützen die Theatertage, indem sie ihre Veranstaltungshäuser und die professionelle Technik bereitstellen. Mit im Boot ist auch die Theaterpädagogin Ute Kranz, welche die Gruppen mit ihrer fachlichen Erfahrung begleitet. „Theatertage, das ist mehr als Unterricht“, betont Kranz. Hier erreiche man Menschen außerhalb des Systems Schule und bekomme die Chance, sie an die Themen der Schülerinnen und Schüler heranzuführen. „Hingehen und angucken! Es finden extrem spannende Sachen auf der Bühne statt“, empfiehlt die Theaterpädagogin begeistert.
Das Spektrum der Darbietungen ist breit gefächert: Bei den Schultheatertagen sind kurze Werkstattstücke zu sehen, die sich quasi noch in Arbeit befinden, bis hin zu abendfüllenden, 90-minütigen Aufführungen, die auch den großen Theatersaal im Forum Velbert füllen sollen. Tickets für alle Veranstaltungen sind über die Website der Kulturloewen erhältlich.
Kontakte knüpfen und Synergien nutzen
Bei den Theatertagen geht es laut Kranz vor allem auch darum, Gleichgesinnte kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Synergien zu schaffen. Das gelte sowohl für die Schülerschaft als auch für die Lehrkräfte, welche die Gruppen betreuen. Kranz erinnert sich in diesem Zuge gern an den Vorläufer – das SATT-Festival –, das dasselbe Ziel verfolgte, aber zuletzt vor 18 Jahren stattfand.
Eine Schule, die sich bei den Theatertagen besonders engagiert, ist die Christliche Gesamtschule Bleibergquelle, die als offizielle Kooperationsschule fungiert. 20 Schülerinnen und Schüler des Kurses „Kreatissimo“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Festival aktiv zu begleiten. Sie übernehmen nicht nur die Betreuung der teilnehmenden Klassen, sondern auch die Moderation der Eröffnungsveranstaltung.
Organisationstalent und Nervennahrung gegen Lampenfieber
„Zuerst haben wir viel telefoniert, um überhaupt in Erfahrung zu bringen, was sich die teilnehmenden Klassen und Schulen wünschen“, berichten Zoe Müller, Lana Geelen und Laura Schöler von „Kreatissimo“. Später sei man dann direkt praktisch aktiv geworden: Das Team bastelte 250 Glücksbringer und stellte Versorgungskörbe mit Schminke, Snacks und Wasser zusammen, welche die Darsteller vor ihrem Auftritt in Empfang nehmen können. „Tatsächlich können wir vor den Auftritten auch ganz praktische Tipps gegen Lampenfieber geben“, schmunzeln die drei Schülerinnen, die mit ihrem Kurs als Orga-Team für den reibungslosen Ablauf mitverantwortlich sind.
Startschuss am Mittwoch im Forum
Der Startschuss fällt am Mittwoch, 10. Juni, um 18:30 Uhr im Forum Velbert. Nach den Eröffnungsreden, die von den Jugendlichen der Kooperationsschule moderiert werden, präsentiert die Theater-AG der Klassen 7 bis 9 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums das Eröffnungsstück „Hexen hacken Handys“. Eingeladen sind ausdrücklich nicht nur Mitschüler und Eltern, sondern alle Kulturbegeisterten, die sich von der lebendigen Schultheaterlandschaft Velberts inspirieren lassen möchten.
Weitere Informationen und Tickets für 4 bis 6 Euro gibt es unter: https://www.kulturloewen.de/veranstaltungen/schultheatertage-2026
Danach geht es wie folgt im Programm weiter:
Donnerstag, 11.06. um 11 Uhr, Ort: Vorburg – Werkschau (Christliche Gesamtschule Bleibergquelle, Wilhelm-Ophüls-Grundschule, Realschule Kastanienallee)
Drei Schultheaterproduktionen geben spannende Einblicke in ihre entstehenden Theaterstücke. Die Werkschau richtet sich lediglich an Schulklassen und ist nicht öffentlich.
Donnerstag, 11.06. um 19 Uhr, Ort: Vorburg – Einsam (Gesamtschule Waldschlösschen)
In einer Welt voller Kommunikation erzählt „Einsam“ von Menschen, die einander näher sind, als sie glauben. In einem anonymen Wohnhaus leben Menschen Tür an Tür, gefangen in ihren eigenen Realitäten: zwischen digitalen Illusionen, Ausgrenzung, Erinnerungen, sprachlosen Beziehungen und innerer Isolation.
Dauer: 45 Minuten, empfohlen ab 12 Jahren
Freitag, 12.06. um 15 Uhr, Ort: Vorburg – Die göttliche Wette (Geschwister-Scholl-Gymnasium – Theater-AG 5./6. Klasse)
Seit 5000 Jahren haben die Göttinnen Artemis und Athene eine Wette: Ist es die Menschheit wert, zu überleben? Ein Lesemarathon an einer Schule in der heutigen Zeit soll die Entscheidung bringen. Wenn die Schülerinnen und Schüler es schaffen, eine ganze Nacht lang durchzulesen, dann ist die Menschheit gerettet und Athene hat gewonnen. Natürlich versucht Artemis alles, um die Kinder vom Lesen abzuhalten. Dabei helfen ihr die drei Gorgonen der Neuzeit: TV-Dusa, Aresia und W-Lana. Die Drei schlagen zu, als die Kinder vor Beginn des Lesemarathons durch die Schule streifen…
Dauer: 50 Minuten, empfohlen ab 8 Jahren
Freitag, 12.06. um 19 Uhr, Ort: Vorburg – Kabarettabend (Gesamtschule Velbert Mitte und Geschwister-Scholl-Gymnasium)
Die Gesamtschule Velbert Mitte und die Kabarett AG des Geschwister Scholl Gymnasiums präsentieren verschiedene Kabarettnummern zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen, die sich aus der Lebenswelt der Schüler ergeben haben.
Dauer: 90 Minuten inkl. Pause, empfohlen ab 14 Jahren
Samstag, 13.06. um 12 Uhr, Ort: Vorburg – Käpt`n Knitterbart erneut auf großer Fahrt (GGS Kuhstraße)
Nach dem großen Erfolg der Piratengeschichte “Käpt`n Knitterbart und seine Bande” (frei nach dem Kinderbuch von Cornelia Funke), sticht der alte Seebär zusammen mit der Theater AG der Grundschule Kuhstraße in diesem Jahr erneut in See, diesmal um die “Insel der stinkenden Knochen” zu erobern.
Dauer: 45 Minuten, empfohlen ab 5 Jahren
Samstag, 13.06. um 18 Uhr, Ort: Vorburg – The Girl Who Cried Wolf (English Theatre Group des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums)
In vier Wochen findet ein wichtiges Footballspiel einer amerikanischen High School Mannschaft statt und alle Teenager wollen bei der Halftime-Show mitmachen. Unter den Teenagern gibt es Rivalitäten, die schlimmer werden als ein anonymer User über den Schul-Instagramaccount Gerüchte über alle streut. Bei der Halftime-Show selbst kommt es zu unerwarteten Ereignissen und überraschenden Wendungen, bis zuletzt herauskommt, wer hinter all den fiesen Kommentaren steckt.
Dauer: 90 Minuten inkl. Pause., empfohlen ab 13 Jahren

