
Heiligenhaus. Am Freitag, 26. Juni, findet rund um die Alte Kirche in Heiligenhaus das zweite Pop-Up-Hochzeitsfestival unter dem Motto „einfach heiraten“ statt. Von 15 bis 20 Uhr können sich Paare hier spontan oder nach vorheriger Anmeldung kirchlich trauen oder segnen lassen. Insgesamt stehen 13 Pfarrpersonen aus dem Kirchenkreis Niederberg bereit, um den Paaren einen unvergesslichen Tag zu gestalten.
Mit der Aktion strebt die Evangelische Kirche ein möglichst niederschwelliges Angebot an, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. „Wir bieten keine freie Trauung an“, betont Pfarrerin Juliane Engert. Dafür öffne sich die Kirche für moderne und vielfältige Locations: Ob ganz klassisch in der Kirche, auf der Wildblumenwiese oder auf der großen Grünfläche vor dem Haus der Kirche – die Paare haben in Heiligenhaus die freie Wahl. „Es geht um eine positive Erfahrung mit der Kirche und darum, aus dem klassischen Kirchenbild einmal auszubrechen“, ergänzt ihre Kollegin Birgit Tepe.
Dass das Konzept ankommt, zeigte die Premiere im vergangenen Jahr in Wülfrath: Damals wurden 17 kirchliche Trauungen vollzogen und über 30 Paare ließen sich segnen. Für das Event in Heiligenhaus liegen bereits acht Anmeldungen vor. Rein rechnerisch sind im Zeitfenster von 15 bis 20 Uhr bis zu 27 Trauungen möglich.
Rahmenprogramm mit Fotobox und Tätowierer
Unterstützt werden die Pfarrerinnen und Pfarrer von rund 20 Ehrenamtlichen. Sie helfen den Paaren bei der Anmeldung, übernehmen die persönliche Betreuung, organisieren Musik oder unterstützen bei den Erinnerungsfotos. Für das schnelle Erinnerungsbild steht zudem eine Fotobox mit Herzchen-Hintergrund bereit. Als besonderes Highlight ist ein Tätowierer vor Ort, der gegen Bezahlung partnerschaftliche Tattoos sticht – entsprechende Motiv-Vorlagen liegen bereit.
Voraussetzungen und Ablauf
Grundsätzlich geht es an diesem Aktionstag um offizielle kirchliche Trauungen. Die Voraussetzung dafür ist eine bereits vollzogene standesamtliche Trauung, deren Bescheinigung mitgebracht werden muss. Zudem sollte mindestens ein Partner Mitglied einer christlichen Kirche sein. Wer die rechtlichen Voraussetzungen für eine Trauung nicht erfüllt oder diese nicht wünscht, kann der Partnerschaft stattdessen den kirchlichen Segen zusprechen lassen. Für eine Segnung ist eine Kirchenzugehörigkeit keine Pflicht.
Paare sollten für den Besuch rund anderthalb bis zwei Stunden Zeit einplanen. Der Ablauf vor Ort gliedert sich wie folgt: Das Vorab-Gespräch dauert rund 30 Minuten und dient zum Kennenlernen und Abstimmen mit der jeweiligen Pfarrperson. Die Zeremonie selbst nimmt etwa 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Im Anschluss daran sollte man sich rund 30 Minuten für Fotos und das Ausklingenlassen des Moments nehmen.
Spontane Entschlossene sind willkommen, müssen je nach Andrang jedoch etwas Wartezeit mitbringen. Wer sich vorab einen festen Termin sichern möchte, kann dies online unter niederberg.ekir.de tun.
Über den “Erprobungsraum Dasein”
Das Pop-Up-Hochzeitsfestival wird ausgerichtet vom “Erprobungsraum Dasein” und der Ev. Kirchengemeinde Heiligenhaus. “Dasein” verfolgt die Idee, Menschen dort zu erreichen, wo sie leben und sich aufhalten. Es geht darum, den Segen Gottes zu teilen, miteinander zu beten und die gute Botschaft auf eine zugängliche Weise zu verkünden.
Kirche soll nicht nur ein Ort sein, den man besucht, sondern dorthin gehen, wo die Menschen sind – auf Märkten, in Parks und öffentlichen Plätzen. Juliane Engert ist Innovations-Pfarrerin im Kirchkreis und Ansprechpartnerin für den “Erprobungsraum Dasein”.

