Ratingen | 14.000 Tonnen Edelstahl als Kulisse. Nicht schlecht. Die HW-INOX GmbH an der Robert-Zapp-Straße war am 27. Mai Gastgeber des MIT-Quartalstreffens – und der Rahmen passte zum Inhalt. Denn was hier besprochen wurde, hatte Gewicht.
Vier Themen. Ein roter Faden: Ratingen muss sich bewegen.
Nicole Geldmacher machte den Anfang. Bildungscampus Ratingen, die Initiative für einen eigenen Hochschulstandort in Ratingen, hat konkrete Pläne. Bildung, Wirtschaft, Stadtgesellschaft – enger verknüpft, gemeinsam stärker. Landtagsabgeordneter Dr. Jan Heinisch hörte zu. Die Botschaft war klar: Dieses Projekt braucht Partner. Aus der Runde kamen keine Absagen.
Maymol Devasia-Demming von der Allianz Bildung & Lernen e.V. legte nach. Sprachliche Defizite sind längst kein soziales Randthema mehr – sie kosten Unternehmen Fachkräfte und Produktivität. 200 Ehrenamtliche zeigen, wie Förderung vor Ort wirklich funktioniert. Die Reaktion im Raum: unmittelbar. Mehrere Unternehmen signalisierten noch am selben Abend ihre Unterstützung.
Dann Dr. Christian Martini. Aus einer Gemeinschaftspraxis wurde unter seiner Mitverantwortung einer der großen Radiologie-Konzerne Europas. Er sprach offen. Fachkräftemangel, Bürokratie, Investitionsdruck, Nachfolgeprobleme – das klingt nach Gesundheitswesen, trifft aber den Mittelstand insgesamt. Sein Fazit saß: Kooperation schlägt Einzelkämpfertum. Immer.
Nach den Wortbeiträgen öffnete HW-INOX die Hallen. Wer durch diese Lagerkapazitäten läuft, begreift, was Just-in-Time für Europa wirklich bedeutet.
MIT-Vorsitzender Hanno Paas brachte es auf den Punkt: Ratingen hat eine starke Unternehmerschaft. Wenn sie miteinander redet, entsteht mehr als ein netter Abend. Sein Vize Thorsten Huch ergänzte trocken, aber treffend: Bildung und Gesundheit sind keine Nebenthemen. Sie sind Standortfaktoren.

