
Die Stadtwerke Velbert heben zum 1. Juli den Wasserpreis im gesamten Stadtgebiet auf 1,74 Euro je Kubikmeter an. Grund für die Anpassung sind vor allem gestiegenen Einkaufspreise, hinzu kommen höhere Personal- und Unterhaltskosten sowie verschärfte gesetzliche Auflagen für aufwendigere Wasseranalysen.
Nach zwei Jahren stabiler Preise werden die Kosten für das Trinkwasser nun auf die Verbraucher umgelegt. Den Hauptanteil der Erhöhung machen die Beschaffungskosten aus: Da Velbert über keine eigene Wassergewinnung verfügt, muss der gesamte Bedarf zugekauft werden, wobei die Bezugspreise nach Stadtwerke-Angaben um rund fünf Prozent gestiegen sind.
Die Stadtwerke führen weitere Faktoren an, die den Preis in die Höhe treiben. So seien die Kosten für Personal in Instandhaltung und Verwaltung seit 2024 um etwa 12 Prozent gestiegen. Zudem hat der Gesetzgeber die Versorger zu neuen Analyseverfahren verpflichtet. So muss seit Anfang des Jahres das Trinkwasser unter anderem auf Mikroplastik untersucht werden, wie Geschäftsführer Tobias Grau erläutert. Die vorgeschriebenen Untersuchungen allein verursachten jährlich Kosten im hohen fünfstelligen Bereich. Geld, das für Grau gut angelegt ist, denn: “Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel.”
Deutliche Erhöhung für Langenberg
Besonders stark betroffen ist der Ortsteil Langenberg. Dort haben die Stadtwerke die Wasserversorgung Anfang 2024 von Gelsenwasser übernommen. Da die Preise im Sender-Stadtteil seit vier Jahren nicht angehoben wurden, fällt die aktuelle Anpassung spürbar höher aus als im übrigen Stadtgebiet.
Damit nicht genug. Die Stadtwerke haben das übernommene Gelsenwasser-Netz inzwischen genauestens geprüft und festgestellt, dass es im Schnitt 7,5 Jahre älter ist als ihr übriges Netz. Mit höheren Instandhaltungskosten ist daher zu rechnen, was laut den Werken auch den Systempreis – die Grundgebühr – in Langenberg steigen lässt. Dazu der technische Geschäftsführer Saša Vasković: “Um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten und die Wasserversorgung gleichzeitig energieeffizienter aufzustellen, werden wir in den kommenden Jahren gezielt in die Modernisierung der Anlagen und Leitungsnetze investieren.”
Die Mehrkosten für Wasser im Überblick
Laut Beispielrechnung der Stadtwerke erhöht sich der Wasserpreis bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von rund 100 Kubikmetern in Velbert-Mitte, Neviges und Tönisheide um fünf Prozent. In Langenberg beträgt die Preisanpassung hingegen ganze 13 Prozent.
Hört sich viel an, am Ende geht es aber um überschaubare Beträge: In Langenberg erhöhen sich die Kosten für das genannte Einfamilienhaus um 3,75 Euro je Monat, im übrigen Stadtgebiet sind es 1,61 Euro.
In den letzten zwei Jahren habe man steigende Kosten teils durch interne Einsparungen abfangen können, so Tobias Grau. “Die anhaltende Kostendynamik macht eine maßvolle Weitergabe aber nun erforderlich”, begründet er den nun anstehenden Schritt.

