Symbolische Schlüsselübergabe zur Wiedereröffnung mit Sozialdezernentin Sandra Ernst, SGN-Geschäftsführerin Karin Wichmann, Dirk Friedrichs, Fabienne Rollot (beide JDE Peet's) und Christina Marx von der Aktion Mensch. Foto: Mathias Kehren
Symbolische Schlüsselübergabe zur Wiedereröffnung mit Sozialdezernentin Sandra Ernst, SGN-Geschäftsführerin Karin Wichmann, Dirk Friedrichs, Fabienne Rollot (beide JDE Peet's) und Christina Marx von der Aktion Mensch. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Nach einer umfassenden Neugestaltung wurde die Kontaktstelle der gemeinnützigen Sozialpsychiatrischen Gesellschaft Niederberg mbH, kurz SGN, an der Nordstraße 29 in Velbert wiedereröffnet. Die Einrichtung bietet Menschen mit und ohne Behinderung einen offenen und niedrigschwelligen Raum für Beratung, Austausch und gemeinsames Erleben. Unterstützt wurde die Umgestaltung von dem weltweit größten reinen Kaffeeunternehmen JDE Peet’s mit der Marke Jacobs in enger Kooperation mit der Aktion Mensch.


Die Velberter SGN-Kontaktstelle steht allen Menschen offen, die Unterstützung, Orientierung, Austausch oder Gemeinschaft suchen. Mit ihren Beratungs- und Begegnungsangeboten trägt sie dazu bei, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, das Thema psychische Gesundheit aus der Tabuzone zu holen.

Für Sozialdezernentin Sandra Ernst ist genau das besonders wichtig: „Die SGN und die Stadt Velbert verbindet, dass wir uns gemeinsam für eine starke und alle Menschen mitnehmende Gesellschaft einsetzen. Dazu trägt die Kontaktstelle als Wohlfühl-Raum entscheidend bei.“

Wie wichtig solche Begegnungsorte sind, zeigen aktuelle Studienergebnisse zum gesellschaftlichen Zusammenhalt vom Juni 2026 der Aktion Mensch. Demnach sehen 85 bis 89 Prozent der befragten Menschen mit Behinderung den gesellschaftlichen Zusammenhalt als gefährdet an, nehmen ein Auseinanderdriften der Gesellschaft wahr oder betrachten Ungleichheit als zentrales Problem.

„Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen sich zugehörig fühlen und einander auf Augenhöhe begegnen. Unsere aktuelle Studie zeigt jedoch: Menschen mit Behinderung fühlen sich deutlich seltener zugehörig und erleben mehr gesellschaftliche Spaltung als die Gesamtbevölkerung“, sagt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Orte wie die SGN-Kontaktstelle setzen genau hier an. Sie schaffen Raum für Austausch, Unterstützung und Gemeinschaft. Damit stärken sie nicht nur die Teilhabe jedes Einzelnen, sondern auch Vertrauen und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“

Neue Räume für Beratung, Begegnung und Gemeinschaft

Die neu gestaltete Kontaktstelle soll ein lebendiger Treffpunkt sein, an dem Menschen unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen können. Neben Beratung und persönlicher Orientierung bietet die SGN Raum für gemeinsame Aktivitäten und vielfältige Begegnungsangebote.

„Viele Menschen, die zu uns kommen, wünschen sich einen Ort, an dem sie sich willkommen fühlen, ein offenes Ohr oder einfach die Möglichkeit, unter Menschen zu sein“, erklärt Karin Wichmann, Geschäftsführerin der SGN. „Unsere Kontaktstelle ist deshalb bewusst niedrigschwellig. Niemand muss sich erklären oder bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die neuen Räume machen sichtbar, wofür wir als SGN stehen: für Offenheit, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander.“ Durch die Neugestaltung ist nun eine besonders einladende Umgebung entstanden, die unterschiedliche Formen der Begegnung ermöglicht. Ruhige Gespräche und Beratung finden hier ebenso Platz wie gemeinschaftliche Aktivitäten und ungezwungener Austausch.

Die Kontaktstelle in Velbert ist Teil der Initiative „Orte der Begegnung“. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch unterstützt JDE Peet’s die Modernisierung und Weiterentwicklung inklusiver Begegnungsstätten. Nach dem „Café Vielfalt“ in Henstedt-Ulzburg und dem „café brand“ in Bremen ist die SGN-Kontaktstelle der dritte Ort in Deutschland, der auf diese Weise gefördert wurde.

„Eine Tasse Kaffee kann der Anfang eines guten Gesprächs sein. Menschen setzen sich zusammen, teilen einen Moment und lernen einander kennen“, sagt Uschi Wagener von der JDE Peet’s-Geschäftsleitung. „Genau deshalb passen die Orte der Begegnung so gut zu uns und zu unserer Marke Jacobs. Nach Henstedt-Ulzburg und Bremen freuen wir uns sehr, nun auch in Velbert einen Ort zu unterstützen, an dem Gemeinschaft, Inklusion und Teilhabe ganz praktisch gelebt werden. Denn echte Begegnungen schaffen Nähe und können Barrieren abbauen.“

Mit der finanziellen Unterstützung möchte JDE Peet’s dazu beitragen, Orte zu stärken, an denen Menschen unabhängig von einer Behinderung, ihrer Lebenssituation oder ihrer persönlichen Geschichte willkommen sind. Ein Betrag im unteren sechsstelligen Bereich ist von dem Kaffeeproduzenten in die Renovierung nach Velbert geflossen, wie von einem Verantwortlichen vor Ort zu erfahren war.

Modern und einladend: Die neuen Räumlichkeiten der Kontaktstelle Velbert. Foto: Thilo Schmülgen