Wülfrath. Fast 100 Gäste haben beim Antikriegskonzert der Wülfrather AWO ein Zeichen gesetzt für das Motto „Nie wieder Krieg!“
„Wir können Kriege und die damit verbundenen Geschichten nicht wegsingen“, saghte die Initiatorin der Veranstaltung, Ulrike Romund, zu Beginn der Kulturveranstaltung der Wülfrather AWO anlässlich des Antikriegstags. „Aber wir können unsere Stimmen erheben. Wir können sensibilisieren.“
Der Antikriegstag am 1. September, dem Tag des Überfalls Hitler-Deutschlands auf Polen, war 1957 von den Gewerkschaften unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ ins Leben gerufen worden.
Das Antikriegskonzert der AWO brachte Musik zum Zeichen gegen Krieg und Gewalt auf die Bühne. „Musik, die aufrüttelt. Musik, die Schmerz spürbar macht. Musik, die Wut Raum gibt. Musik, die Hoffnung trägt. Musik, die Menschen verbindet. Musik, die für Grenzen überschreitet“, wie die AWO schreibt.
Die annähernd 100 Gäste – es wurde im großen Saal so voll, dass die Helferinnen und Helfer noch Tische und Stühle herbeischaffen mussten – waren begeistert, wie die positiven Kommentare zeigten. „Ein gutes Zeichen“, so Peter Zwilling, der Vorsitzende der AWO, „gleichzeitig aber auch ein sorgenvolles, dass so viele Menschen zu unserem Antikriegstags-Konzert kommen. Das Weltgeschehen bewegt.“
Die Organisatoren danken den Künstlern Björn Nonnweiler und Reiner Dubiel für die „wahre, aber auch mutige Liederauswahl“. Björn Nonnweiler, Liedermacher aus Hagen, überzeugte mit einer Auswahl bekannter Lieder von Bob Dylan, Woody Guthry bis Hannes Wader, aber auch eigenen Songs, wie zum Beispiel „Vergissmeinnicht“, standen auf seiner Liste, die die Menschen immer wieder zum Mitsingen animierten.
Ganz anders Rainer Dubiel, aus dem benachbarten Essen, er interpretierte Robert Long, einen niederländischen Liedermacher, der seine größten Erfolge in Zeiten der Friedensbewegung in den 1980 Jahren hatte. Mit seinen ins Deutsche übersetzten Texte, die sowohl provozierten, andererseits jedoch sehr nachdenklich ihr Publikum zurückließen, überzeugte auch er.
Cornelia Weimer, Leiterin der AWO-Begegnungsstätte an der Schulstraße: „Es war ein toller Abend voller Gegensätze. Voller Emotionen. Voller Menschlichkeit. Denn hinter jedem Song stand die Botschaft, dass in jedem Krieg viele Menschen leiden. Menschen, die Angst haben. Menschen, die trauern. Menschen, die aber auch hoffen. Die Antwort darauf darf nicht Gleichgültigkeit sein, die Antwort muss Zusammenhalt und Frieden sein“.



