
Wülfrath. Wenn sich eine Frau auf der Wülfrather Kirmes unwohl, bedrängt oder belästigt fühlt, kann künftig eine einfache Frage helfen: „Ist Luisa hier?“
Das Hilfsangebot „Luisa ist hier!“ wird in diesem Jahr erstmals auch auf der Wülfrather Kirmes sichtbar sein. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wülfrath, Franca Calvano, und Claudia Sciannimanica vom SKFM Mettmann e. V. stellten das Konzept jetzt während des Kirmesaufbaus Katja Milz, Erste Vorsitzende des Schaustellerverbandes Aachen, und Kirmesmeister Axel Paul vor.
Axel Paul hat sich auf Anfrage der Gleichstellungsbeauftragten sofort bereiterklärt, den Kontakt zu den Schaustellern herzustellen und die Umsetzung auf der Wülfrather Kirmes zu unterstützen.
Katja Milz kennt „Luisa ist hier!“ bereits von größeren Kirmessen, unter anderem vom Öcher Bend in Aachen. Dass solche Hilfsangebote inzwischen auch bei kleineren Kirmessen aufgegriffen werden, wertet sie als positive Entwicklung. Auch andere niedrigschwellige Hilfsangebote, wie das stumme SOS-Handzeichen, seien inzwischen deutlich bekannter.
In allen teilnehmenden Schaustellerbetrieben werden gut sichtbare „Luisa ist hier!“ Plakate aufgehängt. Die Betreiber erhalten außerdem konkrete Handlungsempfehlungen. Wer nach Luisa fragt, muss nicht erst erklären, was passiert ist. Die Frage signalisiert, dass Unterstützung gebraucht wird. Die angesprochenen Personen wissen, wie sie reagieren und welche nächsten Schritte möglich sind.
„Ich freue mich sehr darüber, wie offen die Idee aufgenommen wurde“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Franca Calvano. „Auf einer Kirmes sollen Menschen feiern, Spaß haben und sich sicher fühlen können. Wenn eine Situation kippt, braucht es einen einfachen Weg, um Hilfe zu bekommen.“
In Wülfrath ist „Luisa ist hier!“ inzwischen an verschiedenen Orten präsent. Gemeinsam mit dem SKFM Mettmann hatte die Gleichstellungsstelle das Angebot im vergangenen Jahr zunächst in der Wülfrather Gastronomie eingeführt. Auch der Wülfrather Herzog-Wilhelm-Markt beteiligt sich seit letztem Jahr. Mit der Kirmes kommt nun ein weiterer Ort hinzu, an dem viele Menschen zusammenkommen und feiern.
„Je bekannter die Frage ‚Ist Luisa hier?‘ wird, desto besser funktioniert das Konzept“, erklärt Claudia Sciannimanica. „Entscheidend ist, dass möglichst viele Menschen das Hilfsangebot kennen und wissen, was hinter der Frage steckt. So kann im Ernstfall schnell und unkompliziert Unterstützung angeboten werden.“
Die Wülfrather Kirmes wird am Freitag, 11. September, um 14 Uhr von Bürgermeister Sebastian Schorn eröffnet und läuft bis Montag, 14. September.
Weitere Informationen zu „Luisa ist hier!“ sowie Beratung und Unterstützung erhalten Frauen beim SKFM Mettmann e. V.

