
Velbert. Im Forum Velbert werden einige Hochkaräter aus der Künstlerszene erwartet, darunter Herbert Knebels Affentheater, der Sänger Tom Gaebel, Jürgen von der Lippe, Tom Gerhardt als Hausmeister Krause, Magier Weide oder die Kabarettistin Frieda Braun. Auch Anfang 2027 werden die Lachmuskeln weiter strapaziert – unter anderem mit der zehnten Auflage der Velberter Lachnacht, dem Komiker Bora samt Gästen, der Kabarettistin Lisa Feller und der Theatertruppe Kom(m)ödchen aus Düsseldorf.
Linda Brücher hebt das Besondere an dem Raum hervor, in dem der Presse das neue Programm präsentiert wird: „Hier ist die Aufregung spürbar“, findet die Kulturloewen-Chefin. „Hier wird das Make-up, die Haare, das komplette Outfit einem letzten Check-up unterzogen, bevor es auf die Bühne geht.“ Gemeint sind die Künstlerumkleiden im Forum Velbert, die erst kürzlich neu ausgestattet wurden und an jede Künstlergruppe schnell angepasst werden können, weil Kücheneinrichtung, Schminkplätze und Sitzmöbel größtenteils auf Rollen sind und schnell in die Räume befördert oder wieder herausgeräumt werden können.
Dank einer Kooperation mit der Künstleragentur Merz könne man in Velbert auch die ganz Großen präsentieren, erklärt Brücher. Neben Herbert Knebels Affentheater (25.9.) sind das Jürgen von der Lippe (3.10.) und der Magier Marc Weide (5.11.). Während Karten für die Erstgenannten schnell vergriffen waren, kann man sich den „Zauberer des Jahres 2025“, der einen Mix aus Zauberei und Comedy auf die Bühne bringt, in Velbert noch anschauen. Wer ihn nicht kenne, sagt Weide von sich selbst, erinnere sich an das Gesicht von dem Jungen auf dem Zwieback.
Unter den Comedy-Frauen ist es Frieda Braun (25.11.) mit Alltagscomedy – vom Staubsaugerroboter über Männer mit Renovierungswahn bis hin zu Frauen im Klammergriff geschickter Verkäuferinnen –, die in ihrem neuesten Programm „Sprechpause“ einen unterhaltsamen wie abwechslungsreichen Einblick in ihren Alltag geben. Mit Lisa Feller (27.04.) und ihrem Programm „Schön für dich“ macht dann eine weitere Comedy-Größe im Forum Velbert Station, um ihr Publikum mit politischen Krachern und schrägen Alltagsknallern auf charmant-spritzige und pointierte Weise zum Lachen zu bringen.
Auf der Hitliste der obersten Kulturlöwen findet sich weiterhin Tom Gerhardt als Hausmeister Krause (10.10.), der als übermotivierter Hausmeister in Begleitung seiner bildungsfernen Familie nach gut einem Jahrzehnt im TV nun die Zuschauer live unterhalten will. Außerdem das Erfolgsformat „Sing-mit“-Konzerte der Musikschule, die mittlerweile aus Platzmangel vom Foyer in den Europasaal ausgewichen sind. Der nächste Termin ist der 7. Oktober.
Betriebsausschussvorsitzender Shamhail Arshad freut sich auf ein Programm, in dem alle Genres vertreten sind. Für ihn sind das Best-of-Konzert von Tom Gaebel (26.9.) mit jugendhaftem Charme und enthusiastischem Swing sowie das Spezialprogramm der Kammeroper Köln unter dem Titel „Am Broadway ist die Hölle los“ am Silvesterabend ab 17 Uhr zwei Veranstaltungen, die unbedingt einen Kalendereintrag verdienen.
Filmtheater mit Kinohits im Forum
Linda Kresken ist bei den Kulturloewen zuständig für das Programm im Filmtheater. Auch sie hat Empfehlungen mitgebracht. So kann man sich am Montag, 19.10., bei dem Thrillerstreifen „Mother’s Baby“ gruseln: Einer frischgebackenen Mutter wird ihr Neugeborenes direkt nach der Geburt abgenommen; als sie es einen Tag später zurückerhält, hat sich etwas verändert – das Baby fühlt sich seltsam distanziert an. Angenehme, leichte Unterhaltung verspricht hingegen das „Steckerlfischfiasko“ (23.10.), in dem Dorfgendarm Franz Eberhofer inmitten zweier verfeindeter Volksfestclans in einem Mordfall ermittelt. Etwas mehr Durchhaltevermögen ist bei dem dreistündigen Epos „Die Odyssee“ von Regisseur Christopher Nolan gefragt, wenn es Matt Damon, Tom Holland und Anne Hathaway nach dem Krieg gegen Troja mit dem Zyklopen Polyphem, verführerischen Sirenen und der Hexengöttin Circe zu tun bekommen.
Maviblau präsentiert „Türkland“
Weiter im Programm der Kulturloewen geht es mit der Hitliste von Anja Franzl, die insbesondere die „Movie Night“ (16.10.) der M.A.K. Studios hervorhebt, die in Velbert mit ihrem neuen Programm „Street Dance meets Hollywood“ begeistern wollen. Auf Deutsch und Türkisch präsentiert die Formation Maviblau das Stück „Türkland“ (7.11), eine humorvolle, persönliche Migrationsgeschichte, „aus der man viel lernen kann“, so Franzl. Erstmals im Programm ist außerdem eine Varietéshow, präsentiert von Paulsen & Konsorten (29.11.): Handakrobatik, Jonglage, Zauberei und Luftakrobatik bieten ein faszinierendes Bühnenerlebnis.
Klassik-Fans erwartet weiterhin ein Kaffeekonzert (11.4.) mit anschließendem Tango-Schnupperkurs und das Orgelfestival vom 23. bis 24. April mit mehreren Aufführungsterminen. Unter anderem stehen ein Stummfilmkonzert zu Charlie Chaplins „The Kid“, ein Familienkonzert, in dem Theresa Heidler die Königin der Instrumente erklärt, und zum Abschluss „Toccata“ auf dem Programm, bei dem die Organistin ihrem Instrument ein wahres Orgelfeuerwerk entlockt.
Die Kulturloewen bieten auch ein reichhaltiges Kinderprogramm, auf das Judith Stankovic hinweist. So findet vom 9. bis 11. Oktober das Kindertheater-Herbstfestival mit drei Produktionen für Kinder ab vier Jahren statt. Höhepunkte für die ganze Familie sind am 15.11. ein Familienkonzert mit dem Titel „Der Meisterdieb und das Geisterquartett“ sowie die Weihnachtszaubershow mit Felix Wohlfahrt, der am 12.12. und 13.12. in Velbert gastiert. Rockmusik für Kinder verspricht das Stück „Wintermann“, das Markus Rohde und Andy Steil am 20.12. präsentieren.
„Kultur macht glücklich!“ – daran wird in Velbert nicht gespart
Der Veranstaltungskalender sei prall gefüllt, erklärt Linda Brücher abschließend. Letztes Jahr seien über 600 Veranstaltungen in den Häusern der Kulturloewen über die Bühne gegangen, und die Nachfrage sei weiterhin massiv, so die Betriebsleiterin. Auf den derzeitigen Sparkurs der Stadt angesprochen, erklärt sie, dass der Spielbetrieb nur einen geringen Kostenanteil ausmache; vielmehr schlügen die Gebäude ins Konto, wobei man sich glücklich schätze, zwei kernsanierte Häuser bespielen zu dürfen. Doch auch hier fielen Kosten für Erhaltung und Modernisierung an. Trotzdem: „Kultur macht glücklich“, führt Brücher den Slogan der Kulturloewen noch einmal an. Man sei sich einig, dass man keine Einschränkungen im Spielbetrieb wolle und auch die Preise nicht anhebe. „Wir sehen es als unsere soziale Verantwortung an, ein solches Angebot für die Velberterinnen und Velberter zu schaffen.“ Weiterhin im Tarifangebot ist auch ein Preis für junge Leute bis 26 Jahre, die zum Sonderpreis von 6 Euro an Tickets kommen können.

