
Wülfrath. Der Sonntagnachmittag ist traditionell der Höhepunkt beim Wülfrather Kartoffelfest: Dann stehen das Kartoffelwiegen für die Tafel und der legendäre Kartoffelschälwettbewerb auf dem Programm.
Das herrliche Spätsommerwetter trug sicherlich seinen Teil dazu bei, dass die Interessengemeinschaft „Wülfrath pro“, die das Fest organisiert, dieses Jahr Hunderte Besucher auf dem Festplatz an der Schwanenstraße begrüßen konnte. Und die mussten nicht lange auf den ersten Höhepunkt warten: Beim Kartoffel-Aufwiegen wurde direkt ein neuer Rekord aufgestellt. Zunächst wurde die Waage in Stellung gebracht, und mutige – und vor allem möglichst schwere – Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, sich auf das eine Ende zu platzieren. Auf dem anderen Ende stapelten Helfer Sack um Sack voller Kartoffeln.
Die Gäste auf der Waage legten sich mächtig ins Zeug, um einen möglichst hohen Ertrag für die Tafel zu erzielen. Am Ende reichte das Gegengewicht für stolze 58 Sack Kartoffeln. Bei rund 12,5 Kilo pro Sack kamen so satte 725 Kilogramm zusammen – ein neuer Rekord. Im letzten Jahr waren es im Vergleich dazu „nur“ 700 Kilo, die an die Tafel gespendet werden konnten.
Schälmesser wetzen zu Kartoffel-Hymne
Nach dem spannenden Aufwiegen bekamen die Besucher eine kurze Verschnaufpause, die viele zum Flanieren in der City oder zur Stärkung an den Verpflegungsständen nutzten. Danach ging es gleich weiter mit dem Hauptwettbewerb.
Die „37. Wülfrather Kartoffelschälmeisterschaften“ konnte Moderator Thomas Reuter ankündigen. Gleich acht Mannschaften hatten sich gemeldet, darunter die Titelverteidiger aus dem Vorjahr, die Wülfrather Harlekins, sowie die aufgrund ihrer rekordverdächtigen Schälkünste gefürchtete Gruppe der Stadtverwaltung, die diesmal in der Besetzung Lars Mader, Carsten Niemann und Anja Haas an den Start ging. Weitere Titelaspiranten waren die Hospizgruppe Wülfrath, der Vorstand vom Förderverein Herzog-Wilhelm-Markt, „Freundliche Bedienung“, „Bergisch Bier“, die „Delfine“ und die „Wilden Hühner“. Dazu gesellten sich noch fünf ambitionierte Einzelstarter.
Dann hieß es für alle: Ran an die Schälmesser. Musikalisch begleitet wurde das Ganze von DJ Ralle, der den passenden Ohrwurm im Gepäck hatte: Mit dem Refrain „Wenn im Dorf die Bratkartoffeln blühen, dann ist alles gut, dann ist alles schön“ schickte er jedes Team in den scharfen Wettkampf. Drei Minuten hatte jeder Zeit, so viele Kartoffeln wie möglich „nackig zu machen“, wie Moderator Reuter scherzte.
Die Zeit, in der die strenge Jury die geschälten Kartoffelmengen akribisch zusammenzog, nutzten Thomas Reuter und DJ Ralle für einen kurzen internen Schäl-Disput – aus dem der Plattenchef als klarer Sieger hervorging.
Neue Könige am Schäl-Himmel
Kurz darauf strömten alle Teilnehmer gespannt zurück auf die Bühne, wo die Platzierungen verkündet wurden: Den dritten Platz in der Mannschaftswertung sicherten sich die Wilden Hühner mit 5,7 Kilo, knapp gefolgt von der Gruppe Freundliche Bedienung mit 6,01 Kilo. Relativ unangefochten konnte sich die Schältruppe vom Förderverein Herzog-Wilhelm-Markt mit 6,34 Kilo an die Spitze setzen. Sehr zur Freude von Moderator Thomas Reuter, der Vorsitzender des Vereins ist und dem restlichen Vorstand natürlich fest die Daumen gedrückt hatte.
In der Einzelwertung belegten die Teilnehmerinnen Lena mit 2,32 und Andrea mit 2,34 Kilo die Plätze drei und zwei. Neuer Kartoffelkönig wurde der Wülfrather Kulturmanager: Mit herausragenden 2,46 Kilo stellte Lars Mader, der im Team Stadt Wülfrath angetreten war, alle anderen Konkurrenten in den Schatten. Er freute sich riesig über die Auszeichnung: „Letztes Jahr habe ich mit dem Team schon Platz zwei belegt“, verriet Mader. Seitdem habe er allerdings keine einzige Kartoffel mehr geschält, gestand die frisch gebackene Kartoffelhoheit schmunzelnd. Er sei völlig entspannt in den Wettbewerb gegangen – vielleicht war genau das sein Geheimrezept.
Die Wülfrather Werbegemeinschaft blickt damit auf ein rundum gelungenes Kartoffelfest zurück, das bei traumhaftem Spätsommerwetter viele Hunderte Besucherinnen und Besucher begeistert hat. Für den fulminanten Schlussakkord kündigte sich am Abend schließlich noch das „Dynamische Duo“ an. Den Auftritt von Oliver Heinrich (Vizegewinner bei „The Voice of Germany) und Jens Rösel dürfte so manch eine Wülratherin und so manch ein Wülfrather zum Anlass genommen haben, sich noch mal in die City aufzumachen – oder gleich dazubleiben.

