Marek Jaskolka (3.v.l.) vor dem beim Schwimmstart in Nizza. Foto: privat

Mettmann. Marek Jaskolka ist bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza Vizeweltmeister in der Altersklasse M50 geworden. Nur ein Fehler beim Wechsel auf die Laufstrecke kostete den Ex-Profi den Sieg bei 359 Teilnehmern seines Alters.


Ein bisschen verrückt klingt es für die meisten schon, wenn jemand zwei Kilometer schwimmt, anschließend aufs Fahrrad steigt und gut 90 Kilometer fährt – etwa von Mettmann aus bis zur niederländischen Grenze – und anschließend noch gute 20 Kilometer bis in die Essener Innenstadt läuft. Und das alles an einem Stück.

Für Marek Jaskolka ist das nichts Ungewohntes. Er ist ehemaliger Triathlon-Profisportler und war bei den Olympischen Spielen in Peking (2008) und London (2012) dabei. Vor neun Jahren hat er seine Profikarriere an den Nagel gehängt, um sich seiner Familie zu widmen und seine berufliche Karriere zu verfolgen.

Natürlich hört ein Berufstriathlet nicht einfach mit dem Sport auf. Jetzt geht er für Mettmann-Sport an den Start, womit die dortige Triathlon-Abteilung einen deutlichen Zugewinn erfahren haben dürfte. Neben dem sportlichen Part in seinem Leben ist er als Sport- und Englischlehrer am Berufskolleg Neandertal in Mettmann anzutreffen.#

„Seit etwa anderthalb Jahren trainiere ich wieder intensiver“, berichtet Jaskolka dem Super Tipp zu seinen Vorbereitungen für den Wettkampf in Nizza. Nach der Quali für den offiziellen Ironman-Startplatz in Kraichgau habe er die Ferienzeit für eine gute Vorbereitung genutzt. „Es ist nicht einfach, tägliches, stundenlanges Training und die Familie unter einen Hut zu bringen“, berichtet Jaskolka, aber am Ende habe es dennoch gepasst. Er selbst hat mit 16 Jahren den Triathlonsport für sich entdeckt, ob er seine beiden Kinder (9 und 12 Jahre) auch mit dem Sportgen angesteckt hat, bleibt indes noch abzuwarten.

In Nizza stand Jaskolka am 13. September zusammen mit 359 Athleten seiner Altersklasse am Start. Es galt, 1,9 Kilometer Schwimmen, 93 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen zu absolvieren. Damit alle rechtzeitig ins Ziel kamen, fiel der Startschuss schon um 8:35 Uhr.

Der mondäne Urlaubsort an der Côte d’Azur gilt unter Triathleten als einer der legendärsten und anspruchsvollsten Austragungsorte der Welt. Das bekam auch der Mettmanner zu spüren: „Besonders das Radfahren war mit 1.200 Höhenmetern sehr hart“, berichtet Jaskolka. Auch die Abfahrt sei stellenweise sehr gefährlich gewesen. Doch Sicherheit ging für den zweifachen Familienvater vor, auch wenn er in abschüssigen Passagen Zeit liegen lassen musste.

Ein durchaus vermeidbares Missgeschick ärgert Jaskolka aber im Nachhinein. Es passierte in der Wechselzone, als es vom Fahrrad auf die Laufstrecke ging: „Ich hatte meine Startnummer vergessen und musste zurücklaufen“, ärgert er sich über seinen Fauxpas.

Das Laufen entlang der Promenade klappte hingegen sehr gut. „Ich bin mit 1:17:52 Stunden den schnellsten Halbmarathon in meiner Altersklasse gelaufen“, freut sich Jaskolka.  „Diese Zeit war die Grundlage für den zweiten Platz. Ohne das Missgeschick würde mein Rückstand auf den Sieger Laurent Lambert aus Frankreich nur eine Minute betragen.“

Mit einer Gesamtzeit von 4:41:52 Stunden belegte Jaskolka am Ende den zweiten Platz in seiner Altersklasse. Insgesamt ist der Mettmanner sehr zufrieden mit seiner Leistung in Nizza. Und was ist als Nächstes geplant? Lässt sich ein Vizeweltmeistertitel überhaupt noch toppen?

„Ich blicke motiviert auf die Saison 2027 mit dem Ziel, Weltmeisterschaft in Hamburg über Sprint- und olympische Distanz in der Altersklasse 50 bis 54 zu werden“, gibt Jaskolka sein nächstes Ziel vor. Zu Hamburg hat der frühere Profi-Triathlet eine besondere Verbindung: „2007 bei der Weltmeisterschaft auf der Kurzdistanz bin ich Dreizehnter geworden“, so Jaskolka. Diesem Triumph möchte er nun weitere erfolgreiche Wettkämpfe folgen lassen.