Wülfrath. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Joseph hat Monsignore Herbert Ullmann am Sonntag sein 40-jähriges Priesterjubiläum gefeiert. Zahlreiche Gläubige aus Wülfrath und Mettmann waren gekommen, um den ehemaligen Pfarrer der Pastoralen Einheit zu ehren.
Zu Beginn des Gottesdienstes erklärte Ullmann, warum er das Jubiläum nicht an seinem heutigen Wohnort Bad Wörishofen begeht. Er habe dem Mettmanner Regionalkantor Matthias Röttger versprochen, dessen Abschiedskonzert zu besuchen, das am Sonntagnachmittag stattfand. Da seine Priesterweihe auf das Hochfest Peter und Paul fiel, wurden mit den Lesungen und den roten Messgewändern bereits die Texte und Symbole des Festtages vorweggenommen.
In seiner Predigt stellte Ullmann die Apostel Petrus und Paulus als zwei unterschiedliche Persönlichkeiten vor, die gemeinsam das Fundament der Kirche bilden. Petrus, der Fischer, und Paulus, der gebildete Jude, stünden für die Vielfalt innerhalb der Kirche. Beide hätten unterschiedliche Lebenswege und Schwerpunkte gehabt und seien trotz ihrer Fehler zu prägenden Gestalten des Christentums geworden.
Diese Vielfalt sei für ihn auch heute ein Vorbild. Angesichts des Priestermangels wünsche er sich Mut und Offenheit gegenüber den vielen Männern und Frauen, die Verantwortung in der Kirche übernehmen. Während seines priesterlichen Dienstes sei es ihm wichtig gewesen, ein Zuhörender und Lernender zu bleiben. Orientierung hätten ihm neben der Heiligen Schrift insbesondere die Beschlüsse der Würzburger Synode gegeben, die das Zweite Vatikanische Konzil in Deutschland umsetzte. Ebenso seien die kontemplativen Klöster und Gemeinschaften für ihn wichtige Kraftquellen gewesen.
Mit seinem bischöflichen Wahlspruch aus dem ersten Korintherbrief „Was hast du, das du nicht empfangen hättest?“ dankte Ullmann den Menschen, denen er in vier Jahrzehnten begegnet ist. Diese Begegnungen hätten ihn reich beschenkt.
Für den Pfarrgemeinderat würdigte die Vorsitzende Brigitte Jarisch seinen „langen und segensreichen Dienst“. Sie dankte ihm dafür, dass er bei aller Verantwortung stets nahbar geblieben sei und den Menschen mit Interesse und Humor begegnet sei.
Auch Bürgermeister Sebastian Schorn richtete persönliche Worte an den Jubilar. Eigentlich habe er den Gottesdienst als privater Besucher erleben wollen, sagte Schorn, der Ullmann bereits aus der gemeinsamen Zeit im Kirchenvorstand und Kirchenchor in Mettmann kennt. Später hätten sich ihre Wege in Wülfrath erneut gekreuzt. Schorn würdigte Ullmann als Seelsorger, der den Menschen immer nahe geblieben sei. Als Geschenk überreichte er ihm einen Schirm mit dem Wülfrather Stadtwappen, der Schutz vor Regen und angesichts der sommerlichen Temperaturen auch vor der Sonne bieten solle.
Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Monsignore Ullmann persönlich zu gratulieren und ihm für sein Wirken in Mettmann und Wülfrath zu danken. Trotz der großen Hitze nahm er sich für die zahlreichen Gespräche Zeit, bevor er am Nachmittag zum Abschiedskonzert von Matthias Röttger aufbrach.
Hintergrund:
Monsignore Herbert Ullmann wurde 1959 geboren und wuchs seit seiner Jugend in Wuppertal auf. Nach dem Abitur studierte er katholische Theologie in Bonn, Freiburg und Köln. 1985 wurde er zum Diakon geweiht, 1986 spendete ihm Kardinal Joseph Höffner im Kölner Dom die Priesterweihe. Nach Stationen als Kaplan in Wipperfürth und Köln wechselte Ullmann 1993 in die Priesterausbildung und wurde zugleich Pfarrer zweier Gemeinden in Neuss sowie Stadtdechant. 2008 übernahm er die Leitung der universitären Priesterausbildung in Bonn. 2012 kehrte er als Pfarrer nach Mettmann zurück und wurde stellvertretender Kreisdechant. Seit 2020 war er zusätzlich für Wülfrath zuständig. 2025 trat er in den Ruhestand und zog nach Bad Wörishofen.


