Wülfrath. Die Stadt lädt ein zu einer Stadtführung am Samstag, 26. September. Peter Knof führt durch mehr als tausend Jahre Siedlungsgeschichte. Dazu schreibt das Kulturbüro:
Man kann eine Stadt jeden Tag durchqueren und dennoch an ihrer Geschichte vorbeigehen. An Häusern, deren Fassaden mehr erzählen könnten, als man ihnen ansieht. An Straßen, deren heutiger Verlauf frühere Zeiten kaum noch erahnen lässt. Und an Plätzen, auf denen Generationen vor uns handelten, arbeiteten, stritten und feierten.
Am Samstag, 26. September , gibt es Gelegenheit, genauer hinzusehen. Um 12 Uhr beginnt die öffentliche Stadtführung „Wülfrath im Wandel der Zeit“. Durch die historische Innenstadt führt diesmal Peter Knof – einer jener Stadtführer, die nicht nur wissen, was sich wo ereignet hat, sondern auch, wie daraus eine gute Geschichte wird.
Ausgangspunkt des Rundgangs ist das Standbild „Wolf und Hirte“ vor der Kreissparkasse an der Ecke Am Diek/Goethestraße. Schon der Treffpunkt verweist auf das, worum es in den folgenden rund anderthalb Stunden gehen wird: um die Geschichten hinter dem vertrauten Stadtbild.
Denn Wülfraths Vergangenheit reicht weit zurück. Aus dem historischen Wolverothe entwickelte sich über Jahrhunderte jene Stadt, deren Erscheinungsbild heute von ganz unterschiedlichen Epochen erzählt. Der alte Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern und verwinkelten Strukturen steht dabei ebenso für Wülfrath wie die Spuren von Handwerk und Handel – und insbesondere jene Industrie, die den Namen der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt machte: der Kalk.
Kaum etwas hat Wülfraths wirtschaftliche Entwicklung und seine Landschaft so nachhaltig geprägt wie der Kalkstein. Noch heute gehören Steinbrüche und Relikte der Kalkindustrie zum unverwechselbaren Erscheinungsbild der Umgebung. Doch Stadtgeschichte besteht nicht allein aus großen wirtschaftlichen Entwicklungen, Gebäuden und Jahreszahlen. Sie besteht vor allem aus Menschen.
Genau dort setzt Peter Knof an. Der erfahrene Stadtführer gehört seit Jahren zum Team, das die Wülfrather Geschichte bei öffentlichen Rundgängen vermittelt. Historische Fakten bilden dabei das Fundament – lebendig werden sie durch Zusammenhänge, Begebenheiten und Anekdoten. Knof richtet den Blick auf Details, an denen man im Alltag leicht vorbeigeht, und verbindet einzelne Schauplätze zu einem größeren Bild: Wie wurde aus einem Dorf eine Stadt? Welche Rolle spielten Märkte und Handel? Wie veränderte der Kalk Wülfrath? Und welche Geschichten haben sich dort abgespielt, wo heute längst wieder alltägliches Leben herrscht?
So wird aus dem Gang durch bekannte Straßen eine kleine Zeitreise.
Das Besondere daran: Für eine solche Entdeckungsreise muss man nicht von außerhalb kommen. Vielleicht sind es sogar gerade die Wülfrather*innen selbst, für die sich die Teilnahme besonders lohnt. Wer einen Ort lange kennt, nimmt vieles irgendwann als selbstverständlich hin. Man weiß, welche Gasse wohin führt, wo man abbiegen muss und welcher Weg der kürzeste ist. Doch Ortskenntnis ist noch keine Geschichtskenntnis.
Eine Stadtführung kann deshalb etwas Überraschendes leisten: Sie verändert nicht die Stadt, sondern den Blick auf sie.
Plötzlich wird ein unscheinbares Detail zum historischen Hinweis. Ein vertrautes Haus bekommt eine Vorgeschichte. Ein Straßenname erhält Bedeutung. Und aus einem Platz, den man vielleicht hundertmal überquert hat, wird ein Schauplatz früherer Generationen.
Dass dies in Wülfrath besonders gut funktioniert, liegt auch am Charakter der Stadt. Der historische Stadtkern ist bis heute ein sichtbares Zeugnis ihrer Entwicklung. Gleichzeitig haben Industrialisierung, Stadterweiterung und Strukturwandel ihre Spuren hinterlassen. Wülfrath ist damit kein historisches Freilichtmuseum, sondern eine Stadt, deren Vergangenheit und Gegenwart unmitt
Wer mit Peter Knof unterwegs ist, bekommt deshalb keine bloße Abfolge von Daten serviert. Geschichte erhält Gesichter, Orte und Zusammenhänge. Und manches, was auf den ersten Blick klein erscheint, erweist sich plötzlich als Teil einer viel größeren Erzählung.
Die Führung beginnt am Samstag, 26. September, um 12 Uhr am Standbild „Wolf und Hirte“ vor der Kreissparkasse Düsseldorf, Ecke Am Diek/Goethestraße. Für den Rundgang sind rund anderthalb Stunden vorgesehen.
Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder können kostenfrei teilnehmen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Und wer am Ende überzeugt war, Wülfrath ohnehin schon in- und auswendig zu kennen, könnte nach diesem Spaziergang feststellen: Manchmal braucht es nur jemanden, der an der richtigen Stelle stehen bleibt – und zu erzählen beginnt.


