Wülfrath. Mit dem Hissen der Flagge der internationalen Initiative Mayors for Peace hat die Stadt Wülfrath am Mittwoch vor dem Rathaus ein Zeichen für Frieden und nukleare Abrüstung gesetzt. Bürgermeister Sebastian Schorn sowie der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Preuß erinnerten gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern an den Flaggentag der “Mayors for Peace”.
Der Aktionstag geht auf ein Rechtsgutachten des Internationaler Gerichtshof vom 8. Juli 1996 zurück. Darin stellte das Gericht fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstoßen.
In seiner Ansprache machte Bürgermeister Sebastian Schorn deutlich, dass auch Städte Verantwortung für den Frieden tragen. „Wülfrath entscheidet nicht über internationale Verträge. Wir verhandeln nicht über Abrüstung. Und doch wäre es falsch zu glauben, unsere Stimme hätte deshalb keine Relevanz“, sagte er. Frieden beginne nicht irgendwo auf der Welt, sondern dort, „wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen“.
Der Bürgermeister erinnerte daran, dass sich die Hoffnungen auf eine atomwaffenfreie Welt in den vergangenen Jahrzehnten nicht erfüllt hätten. „Heute – 30 Jahre später – müssen wir feststellen, dass wir diesem Ziel leider nicht näher gekommen sind. Im Gegenteil.“ Kriege erschütterten viele Regionen der Welt, die internationale Sicherheitslage sei angespannt und Atomwaffen würden wieder offen als Mittel der Abschreckung diskutiert.
Mit Blick auf die Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki erinnerte Schorn an das Leid der Opfer und Überlebenden. „Unsere Botschaft ist immer dieselbe: Niemand soll jemals wieder erleben müssen, was sie erlebt haben“, betonte er.
Seit 2021 gehört Wülfrath dem Netzwerk Mayors for Peace an. Für Schorn ist das ein bewusstes Bekenntnis der Stadt. „Auch eine kleine Stadt kann Verantwortung übernehmen. Nicht weil wir glauben, die Welt allein verändern zu können, sondern weil Veränderung immer dort beginnt, wo Menschen Haltung zeigen.“
Die Flagge vor dem Rathaus sei deshalb „mehr als ein Symbol“. Sie erinnere daran, „dass Frieden jeden Tag neu gestaltet werden muss. Mit Offenheit statt Ausgrenzung. Mit Gespräch statt Gewalt. Mit Mut statt Resignation.“
Zum Abschluss seiner Rede rief der Bürgermeister dazu auf, den Einsatz für den Frieden nicht auf einen einzelnen Gedenktag zu beschränken. „Frieden ist bedauerlicherweise kein Zustand, den wir irgendwann erreichen. Frieden ist eine dauerhafte Aufgabe. Eine Aufgabe für Staaten. Für Städte. Und für jede und jeden von uns.“




