Wülfrath. Ohne Zugabe durften sie nicht gehen: Das Publikum im Kulturbistro der AWO feierte am Freitagabend den Auftritt des Jan-Bierther-Trios mit Sängerin Svenja Schmidt.
Das Wülfrather Kulturbistro bietet seinem treuen Publikum seit einiger Zeit hochkarätige Gäste, aber das Konzert an diesem Freitag war sicherlich das Juwel im Programm des Jahres.
Jan Bierther hat an der Amsterdamer Hochschule der Künste Jazzgitarre studiert, lebt als Musiker, Kulturmanager und Autor in Essen und gilt als „einer der vielseitigsten und profiliertesten Gitarristen der NRW-Szene“, wie es in seiner Biografie heißt. Svenja Schmidt ist eine deutsche Soul- und R&B-Sängerin, Pianistin und Songwriterin und lebt „im Ruhrgebiet“. Diese Kombination hat sich schon im vergangenen Jahr beim Auftritt in Wülfrath als Volltreffer erwiesen. Auch Schlagzeuger Zacky Tsoukas und Bassist Eric Richards sind seit Jahrzehnten auf den Bühnen des Landes unterwegs. Salopp gesagt: Alles keine Anfänger!
Schon die musikalischen Werdegänge der Beteiligten machen deutlich, dass es auch diesmal wieder keinen Mainstream zu hören gab. Dafür Edelsteine wie George Bensons „On Broadway“, „Georgy Porgy“ von Toto oder „How Long Has This Been Going On“ von Ace. Und „Back to Black“ von Amy Winehouse ist zwar ein Megahit, den Svenja Schmidt aber – ganz wunderbar – nicht wie Amy sang, sondern wie Svenja. Unvergesslich.
Immer wieder bot sich Raum für Soli von Jan Bierther, um dann sogleich wieder fasziniert zu sein von Svenja Schmidts „New York“ von Alicia Keys – schon wieder so ein Gänsehautmoment.
Dazu kamen die Hits von Stevie Wonder, dessen Konzert in Köln die Künstler und die Künstlerin vor wenigen Tagen zum Teil als Zuhörer erlebt hatten, darunter „I Wish“ und „Superstition“. Stevie Wonder feiert in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum seines Albums „Songs in the Key of Life“. Vielleicht sollten das Jan-Bierther-Trio und Svenja Schmidt einmal einen Stevie-Wonder-Abend zusammen machen?
Der Auftritt im Kulturbistro hinterließ bei dem einen oder anderen (wieder) den Eindruck: Das hier in Wülfrath? Kaum zu glauben. Allerdings fehlt das Juwel im Programm des Kulturbistros für das kommende Jahr. Vielleicht gibt es dennoch ein Wiedersehen. Oder besser gesagt: ein Wiederhören.


