Blutdruckmessung durch medizinisches Personal
Anstieg des Krankenstands um etwas weniger als die Hälfte auf fünf Prozent, insgesamt knapp unter Landesniveau. Foto: pixabay/Symbolbild

Kreis Mettmann. Der Krankenstand in der Wirtschaftsregion Düsseldorf ist im ersten Halbjahr 2023 weiter gestiegen. Die Beschäftigten in der Region hatten 46 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahreshalbjahr. Mit fünf Prozent lag der Krankenstand nur etwas niedriger als im Landesdurchschnitt.

Laut DAK-Gesundheitsreport fallen die Veränderungen in manchen Altersgruppen stärker ins Gewicht als in anderen. Insgesamt haben Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen und psychischen Erkrankungen besonders zugenommen, Arbeitsausfall durch Corona ist hingegen um fast drei Viertel zurückgegangen. Der hohe Krankenstand verschärft die Situation für Beschäftigte in Berufen mit hohem Personalmangel weiter. „Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in der Region Düsseldorf/Mettmann“, sagt Christian Lipinski, Chef der DAK-Gesundheit in Düsseldorf. Dafür wertet die Kasse die Krankschreibungen aller Beschäftigten aus, die bei ihr versichert sind.

„Unsere aktuelle Halbjahresanalyse für 2023 zeigt, dass die Fehlzeiten auch nach dem Ende der Pandemie ein wichtiges Thema für die Unternehmen und Betriebe vor Ort bleiben“, so Christian Lipinski. „Ein Krankenstand von 5 Prozent bedeutet immerhin, dass von 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an jedem Tag von Januar bis Juni insgesamt 50 krankgeschrieben waren.

Die meisten Ausfalltage gingen im ersten Halbjahr 2023 auf das Konto von drei Erkrankungsgruppen. An erster Stelle standen die Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. In dieser Gruppe stieg die Anzahl der Fehltage um 83 Prozent an, von 103 Tage je 100 Beschäftigte auf 188 Tage. Viele Fehltage verursachten auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Hier erhöhte sich der Arbeitsausfall um 62 Prozent. Aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen waren DAK-versicherte Beschäftigte im ersten Halbjahr ebenfalls häufig krankgeschrieben. Das Plus betrug hier 38 Prozent. Deutlich rückläufig waren dagegen die Fehlzeiten durch Corona: Sie sanken um mehr als ein Drittel von 43 auf rund 29 Fehltage je 100 Beschäftigte.

Schon etwas die Hälfte der Beschäftigten hatte im ersten Halbjahr mindestens eine Krankschreibung. So eine hohe Quote wird gewöhnlich erst am Ende eines Jahres erreicht. Bei den jungen Erwerbstätigen bis 30 Jahren war die Steigerung der Krankschreibungen mit einem Plus von 123 Prozent besonders deutlich. Auf 100 Beschäftigte kamen in dieser Altersgruppe insgesamt 116 Krankschreibungsfälle. Bei den über 50-Jährigen waren es mit 74 Fällen je 100 Beschäftigte wesentlich weniger. Allerdings sind ältere Erwerbstätige dafür eher von langwierigen Erkrankungen betroffen wie etwa Bandscheibenvorfällen oder schweren Depressionen. Für ihre Altersgruppezeigt die Analyse deshalb zwar weniger Fälle, aber insgesamt mehr Fehltage.

Die DAK-Gesundheit hat in einer Sonderanalyse gemeinsam mit dem IGES Institut in Berlin auch die Auswirkungen von Personalmangel auf den Krankenstand untersucht und dafür eine repräsentative Forsa-Befragung beauftragt. Demnach erleben im Bundesland Nordrhein-Westfalen fast 47 Prozent der Beschäftigten regelmäßig Personalmangel in ihrem Arbeitsumfeld. Das führt zu einem starken Leistungs-und Termindruck, zu Überstunden und zu einem Verzicht auf Pausen. In der Folge berichtendie Betroffenen von allgemeiner Erschöpfung, von Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Sie geben solche Beschwerden wesentlich häufiger an als Beschäftigte ohne Personalnot. „Wir müssen die Situation von Menschen, die unter Personalmangel arbeiten, besonders im Blick behalten. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich die damit verbundenen Belastungen auf den Krankenstand auswirken“, sagt Christian Lipinski. „Firmen und Betriebe in Nordrhein-Westfalen sollten auch im eigenen Interesse verstärkt auf den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeitenden achten und weitere Ressourcen ins Betriebliche Gesundheitsmanagement investieren“, so Lipinski. „Unsere Kasse hilft Unternehmen dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu stärken.“

Weitere Informationen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Kasse gibt es online unter: www.dak.de/BGM