Am Donnerstagabend stieg eine Rauchsäule unweit des Geländes des Festivals Fusion in die Luft.
Am Donnerstagabend stieg eine Rauchsäule unweit des Geländes des Festivals Fusion in die Luft. Foto: Philip Dulian/dpa

Lärz (dpa) – Während andere Musikfestivals wegen extremer Hitze abgesagt wurden, geht das Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte weiter. Es war am Donnerstagabend wegen Bränden außerhalb des Geländes für etwa zwei Stunden unterbrochen, danach aber fortgesetzt worden. Die Veranstalter äußerten sich am Freitag zunächst nicht näher.


Im niederländischen Biddinghuizen wurde das Hardstylefestival Defqon.1 für elektronische Musik einen Tag nach Beginn hitzebedingt nach einem Tag abgebrochen. Auch die Pride-Parade in Paris wurde wegen der erwarteten Hitzewelle am Samstag vorsorglich verschoben. Im Ruhrgebiet sind das geplante Konzert von Sänger Jan Delay am Freitag und das Sunset Beach Festival am Halterner Stausee am Samstag wegen hoher Temperaturen kurzfristig abgesagt worden.

Fusion wegen Feuer für zwei Stunden unterbrochen

Das Fusion-Festival ist eines der größten alternativen Musik- und Kulturfestivals Deutschlands und Europas. Wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete, stieg am Donnerstag eine Rauchsäule in der Nähe des Festivalgeländes auf. Die Brandursache war zunächst unklar, wie die Polizei mitteilte. Auch eine fahrlässige Herbeiführung des Feuers hielt die Polizei für möglich.

Die Besucher und Besucherinnen wurden aufgefordert, sich zu einer Landebahn auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz zu begeben. Verletzte gab es laut Polizei nicht. Nach derzeitigen Erkenntnissen brannte eine Fläche von rund 3.000 Quadratmetern. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Festivalgelände verhindern. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 7.500 Euro geschätzt.

Am Wochenende findet die Hitzewelle laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ihren Höhepunkt. In Norddeutschland wird eine steigende, teils extreme Wärmebelastung erwartet. Der DWD rechnet mit Temperaturen von 36 bis 39 Grad Celsius.

Zwei Veranstaltungen in NRW wegen Hitze abgesagt

Wegen der hohen Temperaturen im Ruhrgebiet sind das geplante Konzert von Sänger Jan Delay und das Sunset Beach Festival am Halterner Stausee kurzfristig abgesagt worden. Dies teilten die Veranstalter am Donnerstagabend auf Facebook mit. Die Musikveranstaltungen waren für den heutigen Freitag und Samstag geplant. Zuvor hatten die «Halterner Zeitung» und der Westdeutsche Rundfunk über die Absagen berichtet.

Gemeinsam mit Kommunen, Behörden und Sicherheitsorganisationen habe man versucht, eine geeignete Lösung zu finden, um die Sicherheit der Gäste, Künstler und Mitarbeitenden trotz der Hitze zu garantieren. Die Zeit sei aber zu knapp gewesen. «Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, beide Veranstaltungen abzusagen», hieß es in einer Mitteilung. Ticketinhaber sollen per E-Mail informiert werden und den gesamten Ticketpreis erstattet bekommen. Insgesamt waren laut WDR rund 24.000 Besucherinnen und Besucher erwartet worden.

Musikfestival in den Niederlanden vorzeitig abgebrochen

Auch im niederländischen Biddinghuizen wurde ein Festival für elektronische Musik einen Tag nach Beginn hitzebedingt abgebrochen. Um Mitternacht seien die rund 50.000 Besucher des Hardstylefestival Defqon.1 aufgefordert worden, den Campingplatz beim Festivalgelände etwa 70 Kilometer nordöstlich von Amsterdam bis 18.00 Uhr am Freitag zu verlassen.

Nach Angaben der Polizei löste die Entscheidung bei einzelnen Besuchern Wut und Randale auf dem Gelände aus. Inzwischen verlaufe der Abzug der Besucher ruhig, wie ein Sprecher des Veranstalters der Nachrichtenagentur ANP sagte.

Regulär hätte das Festival bis Sonntag stattfinden sollen. Der Wetterdienst in den Niederlanden erwartet Temperaturen von bis zu 40 Grad und rief zum ersten Mal in der Geschichte für einen großen Teil des Landes Code Rot – die höchste Warnstufe – aus.

Pride-Parade in Paris findet nicht statt

Auch die Pride-Parade in Paris fällt wegen der erwarteten Hitzewelle am Samstag aus. Man wolle kein Gesundheitsrisiko eingehen, hieß es von den Veranstaltern. Die Pariser Polizeipräfektur hatte zuvor um die Absage von Großveranstaltungen gebeten, andernfalls werde sie diese verbieten. Die Rettungskräfte und Gesundheitseinrichtungen seien ausgelastet. Allein die Anwesenheit Hunderttausender stelle ein Risiko dar. Es werde nun ein Termin im September in den Blick genommen.

Auch das Musikfestival Solidays an diesem Wochenende soll nach dem Willen der Präfektur ausfallen. Zudem empfahl das Innenministerium, den Verkauf und Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit vorerst zu untersagen, um das Gesundheitsrisiko bei Hitze nicht weiter zu steigern. Eine Ausnahme gelte Außenbereiche von Cafés oder Restaurants. Für weite Teile Frankreichs gilt weiterhin die höchste Hitze-Warnstufe Rot.