Köln (dpa/lnw) – Hunderte Menschen haben sich an einem Antikriegs-Marsch durch die Kölner Innenstadt beteiligt. Am Rande der Demonstration kam es am Abend zu Konflikten zwischen der Polizei und Demonstrationsteilnehmern.
Ein Sprecher der Demonstranten sagte, die Polizei habe Menschen eingekesselt. Es gebe 40 bis 60 Verletzte, die nicht ins Krankenhaus gelassen würden. Dagegen sagte ein Polizeisprecher, Demonstranten hätten die Polizisten angegriffen. Ob es Verletzte auf Seiten der Demonstranten gebe, könne er aktuell nicht sagen. «Medizinische Hilfe wird da, wo sie erforderlich ist, mit Sicherheit zugänglich gemacht», betonte der Polizeisprecher.
Die Demonstration wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet. Einige Teilnehmer seien aufgefordert worden, ihre Vermummung abzulegen, sagte eine Polizeisprecherin. Zunächst war nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort alles friedlich geblieben.
Auf den Transparenten und Schildern der Demonstranten hieß es etwa «Wir sterben nicht in Euren Kriegen» und «Nein zur Wehrpflicht». Die Veranstalter sprachen von bis zu 3.000 Teilnehmern.
Keine Blockade-Aktionen geplant
Die Teilnehmer hatten sich am Mittag am Heumarkt versammelt und zogen anschließend durch die Stadt. Blockade-Aktionen seien nicht geplant, sagte Jonah Fischer vom Antikriegs-Bündnis «Rheinmetall entwaffnen».
Das Bündnis hatte seit der Eröffnung eines Camps im Kölner Grüngürtel Anfang der Woche jeden Tag mit Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Am Mittwoch blockierten Aktivisten ein Gebäude der Bundeswehr. Am Donnerstag zogen sie in die Nähe des Wohnhauses von Rheinmetall-Chef Armin Papperger in Meerbusch bei Düsseldorf. Am Freitag besetzten Aktivisten zeitweise das Kölner SPD-Parteibüro und blockierten ein Gebäude des Motorenbauers und Rüstungsunternehmens Deutz.
Bei dem Marsch durch die Kölner Innenstadt war die Polizei nach eigenen Angaben mit starken Kräften präsent. Insgesamt setzte sie am Samstag 1.600 Polizistinnen und Polizisten in Köln ein.