
Düsseldorf (dpa/lnw) – NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hat die landesweite Schulschließung wegen Glatteisgefahr gegen Kritik verteidigt und den Lehrkräften für die schnelle Organisation des Distanzunterrichtes gedankt. Es gehe um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg und darum, «dass wir die Entscheidung frühzeitig treffen, damit Schulen, aber auch vor allen Eltern und Kinder sich darauf einstellen können», sagte Feller dem Sender WDR2.
FDP übt Kritik
Kritik an der Entscheidung kam von der oppositionellen FDP im Landtag. «Haben wir nicht aus der Pandemie gelernt? Was ist mit milderen Mitteln? Ausfall der ersten Stunde? Regulärer Unterricht ohne Präsenzpflicht statt Notbetreuung?», schrieb Landeschef Henning Höne im Kurznachrichtendienst X. «Sicherheit geht vor. Aber Schulen werden in Deutschland zu schnell geschlossen», argumentierte er. «Es leiden Schüler und Familien.»
Abgestuftes Verfahren
Die NRW-Schulministerin erläuterte: In einem abgestuften Verfahren werde normalerweise regional entschieden, es habe aber eine landesweite Unwetterwarnung gegeben. «Und da hieß es eben, die Unwetterwarnung gilt von 0 Uhr bis 10 Uhr, in manchen Landesteilen sogar bis 13 Uhr», antwortete die CDU-Politiker auf die Frage im WDR2-Gespräch, ob nicht etwa auch ein späterer Schulbeginn statt der Schulschließung möglich gewesen wäre.
Schulen waren vorgewarnt
Das Wetter könne sich natürlich am nächsten Tag anders herausstellen, als es angekündigt war. «Aber sie müssen ja irgendwann auf der Grundlage, die Sie haben, die Entscheidung treffen. Und deswegen haben wir uns für diesen Schritt entschieden», erläuterte Feller. Bereits am Freitag seien die Schulen in NRW sensibilisiert worden, dass eine solche Entscheidung kommen könnte.
Beim Distanzunterricht gebe es unterschiedliche Formate, nicht nur digitale. So könne man den Schülerinnen und Schülern Aufgabenpakete schicken. Sie höre von vielen Schulen, «dass es wunderbar und gut geklappt hat». Deshalb «ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die jetzt davon betroffen sind und organisatorischen Mehraufwand haben, Schulen, aber auch die Eltern.»
«Es ist uns bewusst, dass das für jeden eine neue Herausforderung ist, aber wir haben uns letztendlich für die Sicherheit der Kinder und der Schüler und Schüler entschieden, wie im Übrigen ja auch andere Bundesländer», betonte sie.
Mitteilung von Sonntagnachmittag
Wegen der Gefahr von starkem Glatteis auf den Straßen gingen die Schulen in Nordrhein-Westfalen für einen Tag lang landesweit in den Distanzunterricht. In den Schulen werde nur eine Notbetreuung angeboten, hatte die Landesregierung am Sonntagnachmittag für den kommenden Tag mitgeteilt.
