Bildzeile: Bei der Auszeichnungsfeier des Ratinger Nachhaltigkeitspreises 2026 wurden alle engagierten Bewerberinnen und Bewerber gewürdigt. Foto: Ratingen.nachhaltig e.V.
Bildzeile: Bei der Auszeichnungsfeier des Ratinger Nachhaltigkeitspreises 2026 wurden alle engagierten Bewerberinnen und Bewerber gewürdigt. Foto: Ratingen.nachhaltig e.V.

Ratingen. Bereits zum vierten Mal wurde der Ratinger Nachhaltigkeitspreis an engagierte Ratingerinnen und Ratinger vergeben, die mit ihren Projekten zu einem zukunftsfähigen und lebenswerten Ratingen beitragen. „Wir wollen mit dem Nachhaltigkeitspreis Menschen würdigen, die mit ihrem Engagement entsprechend der 17-Nachhaltigkeitsziele der UN einen wichtigen Beitrag auf kommunaler Ebene leisten“, so Prof. Dr. Wagener, Umweltdezernent der Stadt Ratingen.


So vielfältig die eingereichten Projekte auch waren, so einig war sich die Jury, dass eigentlich jedes Projekt einen Preis verdient hätte. Daher werden auch in diesem Jahr wieder alle Projekte in einer Poster-Ausstellung im Lesecafé des Medienzentrums öffentlich ausgestellt. Die Preis-Jury – bestehend aus Vertretungen des Beirats für Menschen mit Behinderung, des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration, des Jugend-, des Senioren- und Klimabeirates, der Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe, des Ratinger Unternehmensverbands und der Verwaltung – stand jedoch vor der großen Herausforderung, drei Preisträgerinnen und Preisträger auszuwählen.

Mit dem dritten Platz wurde in diesem Jahr der „Health-Care-Day“ des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ratingen West ausgezeichnet. Alle zwei Jahre kommen die Mitglieder der Schulgemeinschaft – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern – zusammen, um in über 50 Projekten körperliche, mentale und soziale Gesundheit ganzheitlich zu fördern und erlebbar zu machen.

Der zweite Platz ging an das Projekt „Zukunftsstadt“. Kinder der 6. Klassen des Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasiums entwarfen in ihrem naturwissenschaftlichen Forschen-Kurs gemeinsam mit Gästen der Eduard-Dietrich-Grundschule und einem Experten aus der Wissenschaft eine Modellstadt der Zukunft, um ihre Ideen zur Begrünung, zur Energieeffizienz, zur Infrastruktur und zur sozialen Gerechtigkeit sichtbar zu machen.

Eine Besonderheit war in diesem Jahr, dass zwei sehr ähnliche Projekte eingereicht wurden, die beide nach Meinung der Jury den ersten Platz erhalten sollten. Im FORUM.Lotsenpunkt und auch im Jugendzentrum LUX werden mit Ehrenamtlichen, Besucherinnen unterschiedlicher Herkunft, Kindern und Jugendlichen aus ausgedienten Stoffen attraktive Taschen genäht. Neben dem Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Vermeidung von Verpackungsmüll haben beide Projekte eine wichtige Wirkung: Sie bringen unterschiedlichste Menschen in Kontakt und stärken den sozialen Zusammenhalt in Ratingen. Die Projekte „Ratinger Markttasche“ aus dem FORUM.Lotsenpunkt und „Rückläufertasche“ des LUX Ratingen, deren Erlöse der gemeinnützigen WDR2-Spendenaktion „Das Weihnachtswunder“ zu Gute kommen, wurden daher gemeinsam mit dem 1. Platz des diesjährigen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet.

Bei der Auszeichnungsfeier lauschten die über 80 Gäste gespannt den Vorstellungen der weiteren Nachhaltigkeitsprojekte: Kinder der 1. bis 3. Klasse der Eduard-Dietrich-Montessori-Grundschule beschäftigten sich in ihrem Projekt „Leben unter Wasser“ mit Plastikmüll in den Meeren. Einen Beitrag zur Lösung der Herausforderungen leisteten sie tatkräftig vor Ort und setzten erfolgreich Müllsammelaktionen um, untersuchten Produkte auf Mikroplastik und entwickelten alltagstaugliche Ideen zur Müllvermeidung.

Christa Baunach-Schlüter pflegt und gestaltet den Platz rund um den Tierbrunnen in Ratingen-Mitte und pflegt in Ratingen-Süd ein Hochbeet und drei Bäume mitsamt Baumscheiben. Durch ihre Pflege werden diese Bereiche ökologisch wertvoller und noch attraktivere Orte der Begegnung. Mitwirkende sind herzliche eingeladen, sich zu beteiligen.

Die Jugendgruppe der Angelfreunde Ratingen e.V. stellten technisch versiert vor, wie sie als „Wasserstoffpolizei“ die Qualität heimischer Stillgewässer unter guter Beobachtung halten. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Binnengewässern für Tiere, Pflanzen und den Menschen zu schärfen. Gleichzeitig wollen sie zeigen, wie wichtig ein achtsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen ist.

Eine sehr informative Bildungs- und Nachhaltigkeitsausstellung zum Thema klimafreundliche Ernährung und Regenwaldschutz mitsamt Podcasts erstellten die Jugendlichen des „Mensch- Natur- und Umweltkurses“ der ehemaligen 9. Klassen des Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasiums. Die globalen Zusammenhänge zwischen Konsum, Ernährung, Klimawandel und Regenwaldzerstörung konnten die Schüler auch bei ihrer kurzen Projektvorstellung prägnant auf den Punkt bringen.

Mit dem Multi-Brand-Store „THOM Reine Männersachen“ war in diesem Jahr zum ersten Mal ein Ratinger Einzelhandelsgeschäft mit dabei. Olivia Holz, Modedesignerin und Inhaberin des Geschäfts für Herrenmode, versteht es, eine vielfältige und attraktive Auswahl an Herrenbekleidung in ihrem Geschäft anzubieten. Und das Beste ist: Wer dort einkauft, braucht sich um Nachhaltigkeitskriterien keine Gedanken zu machen. Denn alle angebotenen Produkte sind nachhaltig produziert.

Auch die Liebfrauenschule, die im letzten Jahr mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, steuerte wieder ein hervorragendes Projekt bei. Der Textilkurs der Jahrgangsstufe 10 organisierte unter dem Motto „Tauschen ist das neue Shoppen“ für die gesamte Schulgemeinschaft eine Kleidertauschaktion mit zusätzlichem Upcycling der ausrangierten Kleidungsstücke, die Wiederverwertung, Gemeinschaft und Umweltbewusstsein miteinander verband.

Wer sich von den engagierten Projekten inspirieren lassen möchte, findet detailliertere Beschreibungen online unter https://www.stadt-ratingen.de/nachhaltigkeitspreis und bis Mitte Juni noch als Poster-Ausstellung im Lesecafé der Stadtbibliothek/Medienzentrum am Peter Brüning-Platz 3.