Die Stadt warnt vor falschen Energieberatern, Bild: Alexander Heinz
Die Stadt warnt vor falschen Energieberatern, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Die Stadt Ratingen warnt aktuell vor unseriösen Personen, die an Haustüren oder am Telefon auftreten und sich als „Energieberater im Auftrag der Stadt“ ausgeben. Das Klimaschutzmanagement stellt klar: Die Stadt schickt niemals unangekündigt Energieberater zu Privathaushalten. Seriöse Beratungen finden ausschließlich statt, wenn Bürgerinnen und Bürger diese vorher selbst angefragt haben. Damit reagiert die Verwaltung auf mehrere Hinweise aus den vergangenen Wochen, in denen Betroffene von entsprechenden Kontakten berichtet hatten.


Nach Schilderungen der Stadt bieten die Unbekannten eine angebliche Energieberatung an – etwa zu Dämmung, Energieausweisen oder Fördermitteln – und versuchen dabei, möglichst viele Details abzufragen: Informationen zum Gebäude, zur Heizungsanlage, zur Strom- oder Gasrechnung oder zum Zählerstand. Genau diese Daten können genutzt werden, um später unerwünschte Vertragswechsel anzustoßen, Haustürgeschäfte vorzubereiten oder sich unter falschem Vorwand Zugang zur Wohnung zu verschaffen.

Die Stadt rät deshalb zu klaren Schutzregeln: Keine fremden Personen ohne vorherige Absprache ins Haus oder auf das Grundstück lassen. Wer behauptet, im Auftrag einer Behörde oder eines öffentlichen Unternehmens zu handeln, soll sich einen Dienstausweis zeigen lassen und die Angaben unabhängig überprüfen – nicht über Telefonnummern, die die Besucher selbst nennen. Außerdem gilt: Keine persönlichen oder vertragsrelevanten Daten herausgeben (Zählernummern, Verbrauch, Vertragsdaten, Angaben zur Förderfähigkeit), nichts spontan unterschreiben und sich nicht durch Zeitdruck („Sofort-Beratung“, „Förderung verfällt“, „Bußgeld“) zu Entscheidungen drängen lassen.

Für Rückfragen verweist die Stadt auf ihr Klimaschutzmanagement

(E-Mail: klima@ratingen.de).

Zusätzlich gibt es in Ratingen eine unabhängige Beratung der Verbraucherzentrale NRW, die bei Energiefragen, Sanierung und typischen Vertragsfallen unterstützt. Bei Verdacht auf Betrug oder bei Bedrohung sollte umgehend die Polizei eingeschaltet werden.

Betrugs- und Versuchsfälle aus der Vergangenheit

Dass solche Maschen rund um Energie- und Versorgungsleistungen nicht neu sind, zeigen mehrere Warnmeldungen der letzten Jahre. In Ratingen selbst berichteten die Stadtwerke Ratingen GmbH bereits 2024 von Hinweisen, wonach Personen – teils in Zweierteams – bei Bürgerinnen und Bürgern klingelten, sich als Stadtwerke-Mitarbeitende ausgaben und Einblick in Verträge oder Rechnungen verlangten. Die Stadtwerke betonten dabei ausdrücklich, dass diese Besuche nicht in ihrem Auftrag erfolgten.

Auch außerhalb Ratingens taucht der „Energieberater“-Vorwand regelmäßig auf: Die Polizei im Kreis Düren warnte 2025 vor falschen Energieberatern und empfahl unter anderem, unangekündigte Personen konsequent abzuweisen, Ausweise kritisch zu prüfen und Kontaktdaten eigenständig zu recherchieren. Ein weiteres Beispiel ist Velbert, wo 2023 vor angeblichen Energieberatern gewarnt wurde, die an Haustüren klingeln. Zudem existieren Präventionsmaterialien der Polizei Bonn, die „falsche Energieberater“ als wiederkehrende Variante von Haustür- und Datenbetrug einordnen.

Ein besonders typischer Baustein ist dabei die Datenernte: Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor unerwünschten Energieverträgen, die über Haustür- oder Telefonkontakte angebahnt werden – häufig reicht den Tätern schon eine Zählernummer plus persönliche Daten, um Prozesse anzustoßen, die Betroffene später mühsam korrigieren müssen.

Unterm Strich gilt: Wer ohne eigene Anfrage „im Auftrag der Stadt“ beraten werden soll, sollte misstrauisch bleiben – und im Zweifel lieber einmal zu viel nachfragen, bevor Daten, Unterschriften oder gar ein Zutritt zur Wohnung gewährt werden.