
Wülfrath. Paula Zwilling lebt nicht mehr. Die stadtbekannte Wülfratherin ist am Freitag im Alter von 94 Jahren gestorben.
Wenn von „Paula“ die Rede war, wusste über viele Jahre in Wülfrath bald jede und jeder, wer gemeint war. Paula Zwilling war fester Teil des öffentlichen Lebens. Wenn sie durch die Stadt ging, dauerte das. Schließlich galt es, hier ein Schwätzchen zu halten, dort mit jemandem stehenzubleiben.
Das lag nicht unbedingt daran, dass Paula Zwilling 1984 die erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt wurde. Bekannt war sie vorher schon, sie liebte es, unter Menschen zu sein. Mit ihnen zu sein.
Jüngst erst hat die SPD Paula Zwilling für 50-jährige Mitgliedschaft in der Partei geehrt. Aber diese Ehrung konnte gar nicht so wirklich ausdrücken, wie sehr das Leben der Familie mit der Partei verbunden war.
Aus der Eifel waren die Zwillings nach Wülfrath gekommen. Mann Johann Zwilling war unentbehrlich bei allen Wahlkämpfen, zuständig für das Plakatwesen. Paula Zwilling, lange Jahre Betriebsrätin bei Mittelmann, gehörte dem Rat der Stadt an und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Sohn Peter, heute Vorsitzender der Wülfrather AWO, führte unter anderem einige Jahre den Ortsverein.
Eine Familie, verwurzelt in der Partei und der Stadt, wie es für die SPD seinerzeit typisch war. Paula Zwilling war nicht eine der Wortführerinnen, sie war eher so etwas wie die Seele, das Herz der SPD. Ihr Kartoffelsalat war nicht zu übertreffen, ihr Rezept ist sogar in einem Buch veröffentlicht worden. Vielleicht vermag das mehr als alle anderen Worte zu sagen, wie Paula Zwilling war.
In den letzten Jahren wird es ihr schwergefallen sein, nicht mehr so dabei sein zu können wie eh und je. Sie gehörte doch dazu.
Das Schwätzchen mit ihr wird fehlen, sie zu treffen, sich über ein Pläuschen zu freuen. Ihre Herzlichkeit, ihre Lebensfreude, sie werden fehlen.

