Wülfrath. Die Handballerinnen des TB Wülfrath haben den HC Leipzig niedergerungen und einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt in der dritten Liga gemacht.


Die Kalkstädterinnen haben sich in einem nervenaufreibenden Spiel mit 24:22 (10:11) gegen den HC Leipzig II durchgesetzt und zwei extrem wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren. Trotz großer Personalsorgen zeigte das Team von Cheftrainer Jörg Büngeler vor heimischer Kulisse große Moral und drehte die Partie in der Schlussphase.

„Das Spiel stand aus unserer Sicht unter keinem guten Stern“, erklärte Büngeler, der sich nach überstandener Krankheit bewusst abseits hielt, um kein Ansteckungsrisiko für seine Mannschaft einzugehen. Neben den Ausfällen von Schulte und weiteren Stammkräften musste der TBW kurzfristig auch auf eine zweite Torhüterin verzichten, sodass viel Verantwortung auf wenigen Schultern lastete.

In der Anfangsphase bestimmte Leipzig das Geschehen, während der TBW im Angriff große Probleme hatte. Zwar stand die Abwehr um Torhüterin Schindowski stabil, doch frei herausgespielte Chancen wurden reihenweise liegen gelassen und durch Fehlpässe im Aufbau ergänzt, was den Gästen eine 6:3-Führung nach rund einer Viertelstunde einbrachte. Erst nach einer Auszeit von Co-Trainer Artmann fanden die Wülfratherinnen über Treffer von Eckert und Meyer wieder den Anschluss.

„Vielleicht war es die Bedeutung des Spiels, die diese Nervosität und die vielen Fehler im Angriff verursacht hat“, so Büngeler. Leipzig zog zunächst erneut davon, ehe Eckert, Buiting und Wagener kurz vor der Pause noch ausgleichen konnten. Unglücklich fiel der erneute Leipziger Führungstreffer, als ein Lattenschuss von Schindowskis Rücken ins Tor prallte – unmittelbar vor der Halbzeitsirene.

Nach dem Seitenwechsel wollte der TBW den Grundstein für den Heimsieg in der Defensive legen. Zwar stellte Leipzig zunächst wieder auf plus zwei, doch Wülfrath antwortete durch Eckert und Kürten und drehte die Partie beim 15:13. „Wir wussten, dass wir dieses Spiel über unsere Abwehr entscheiden müssen“, betonte Büngeler. „Gerade gegen die großen Räume und das Eins-gegen-eins von Leipzig braucht jede einzelne Spielerin klare Präsenz.“

Der Gästecoach reagierte mit einer Auszeit und sein Team kam mit einem 3:0-Lauf zurück, sodass die Partie bis weit in die Schlussphase völlig offenblieb. Leipzig legte nun immer wieder vor, Wülfrath glich im Gegenzug aus – ein echter Abstiegskrimi auf Augenhöhe.

Die entscheidende Szene ereignete sich rund 90 Sekunden vor dem Ende: Beim Stand von 21:20 für den TBW wurde Meyer hart angegangen, was eine Zeitstrafe gegen Leipzig und einen Siebenmeter zur Folge hatte. Rückraumschützin Kürten übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher, bevor Eckert etwa 40 Sekunden vor der Sirene mit dem 24:21 endgültig „den Deckel drauf“ machte.

„Es war wirklich kein schönes Spiel – unseren Zuschauern wurde einiges abverlangt“, räumte Büngeler ein. „Aber am Ende stand der Sieg, und der ist für uns im Abstiegskampf unglaublich wertvoll.“

Mit den Punkten elf und zwölf baut TB Wülfrath seinen Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den aktuell der HC Leipzig II belegt, auf sieben Zähler aus. Durch den zweiten Erfolg im direkten Duell haben die Wülfratherinnen zudem den direkten Vergleich auf ihrer Seite, was die Ausgangslage im Saisonendspurt weiter verbessert.

„Leipzig und Rodgau müssten in den verbleibenden acht Spielen acht Punkte mehr holen als wir – das zeigt, wie wichtig dieser Heimsieg war“, ordnete Büngeler ein. „Es war ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt in der 3. Liga.“