Startpunkt des Demokratiewegs im Keller des Museums vor dem historischen Sonderzug. Foto: Bürgerstiftung

Wülfrath. Demokratie lässt sich nicht nur im Geschichtsbuch nachlesen – sie lässt sich an den Orten erleben, an denen politische Entscheidungen getroffen wurden. Unter diesem Motto stand die Fahrt der Bürgerstiftung Wülfrath zum Bonner Weg der Demokratie, die Teil des diesjährigen Jahresschwerpunkts „Demokratie erleben“ ist.


Der rund zwei Kilometer lange Demokratieweg verbindet mehr als 60 Stationen deutscher Nachkriegsgeschichte. Bei einer Führung wurde Geschichte dort lebendig, wo sie tatsächlich geschrieben wurde. Bereits der Auftakt führte in den Keller des Hauses der Geschichte, wo der historische Sonderzug besichtigt werden konnte, mit dem Bundeskanzler Konrad Adenauer 1955 nach Moskau reiste – eine Reise, die zur Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen beitrug.

Von dort ging es weiter zum Museum Koenig, in dem 1948 der Parlamentarische Rat seine Arbeit aufnahm und damit den Grundstein für das Grundgesetz legte. Vorbei an der Villa Hammerschmidt, dem zweiten Amtssitz des Bundespräsidenten, erfuhren die Teilnehmer, dass die gehisste Standarte an diesem Tag zeigte, dass sich das Staatsoberhaupt tatsächlich in Bonn aufhielt.

Weitere Stationen waren das Palais Schaumburg, der erste Amtssitz des Bundeskanzlers, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das ehemalige Bundeskanzleramt, das Bundeshaus mit dem historischen Plenarsaal sowie das Wasserwerk, in dem der Deutsche Bundestag während der Sanierung des Parlamentsgebäudes tagte.

Mit viel Hintergrundwissen und zahlreichen Anekdoten machte die Gästeführerin Geschichte lebendig. Dazu gehörten Geschichten rund um das legendäre Bundesbüdchen, das über Jahrzehnte Treffpunkt für Politiker, Journalisten und Mitarbeiter des Regierungsviertels war. Entlang des Rheinufers führte der Weg schließlich zum Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen und machte deutlich, dass Bonn bis heute ein bedeutender Standort internationaler Politik geblieben ist.

Im Herbst stehen weitere Exkursionen auf dem Programm.

Am Freitag, 27. November, geht es mit dem Bus zum Landtag nach Düsseldorf. Neben einer Führung durch das Parlament erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Gespräch mit einem Landtagsabgeordneten sowie Kaffee und Kuchen im Landtagsrestaurant. Die Abfahrt erfolgt um 10 Uhr am Rathaus in Wülfrath, die Rückkehr ist gegen 15.30 Uhr geplant. Der Teilnahmebeitrag beträgt 12 Euro.

Ein weiterer Höhepunkt des Demokratie-Jahres ist die Tagesfahrt nach Münster am Dienstag, 8. Dezember 2026. Unter dem Motto „Westfälischer Friede, Löwe von Münster, lebendige Partnerschaften – Orte und Menschen der Demokratie in Münster“ entdecken die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer 90-minütigen Stadtführung die enge Verbindung der Stadt zu Frieden, Freiheit und Demokratie.

Stationen sind unter anderem das Historische Rathaus mit dem berühmten Friedenssaal, in dem 1648 der Westfälische Friede geschlossen wurde, sowie Orte, die an den Widerstand des Bischofs Clemens August Graf von Galen gegen das NS-Regime, die deutsche Wiedervereinigung und das Lettische Zentrum als Zufluchtsort für Exilanten erinnern. Darüber hinaus führt der Rundgang zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt – vom Domplatz über den Prinzipalmarkt bis zur Lambertikirche.

Im Anschluss bleibt ausreichend Zeit für einen Besuch des Weihnachtsmarktes und einen Bummel durch die festlich geschmückte Innenstadt.

Die Busfahrt startet um 8.30 Uhr am Rathaus in Wülfrath, die Rückkehr ist gegen 17 Uhr geplant. Der Teilnahmebeitrag beträgt 25 Euro pro Person.

Tickets für beide Touren sind ab dem 30. Juli über den Veranstaltungskalender der Stadt Wülfrath einsehbar und buchbar (https://www.wuelfrath.net/kultur-tourismus/veranstaltungskalender).