Wülfrath. In der dritten Liga starten die Handballerinnen des TB Wülfrath mit einem Härtetest in das Handballjahr 2026: Am Samstag, 10. Januar, empfangen die TBW-Damen um 18 Uhr in der MTC-Sporthalle an der Fortunastraße die HSG Bad Wildungen Vipers zum letzten Hinrundenspiel.
Nach einer sechswöchigen, WM-bedingten Pause ist die Partie für beide Teams ein richtungsweisender Auftakt ins neue Jahr, zumal die Vipers als aktueller Tabellensechster mit einem um drei Punkte besseren Konto einen Platz vor den Wülfratherinnen rangieren. „Nach der langen Pause wollen wir zuhause ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir in dieser Liga jeden Gegner ärgern können“, betont TBW-Cheftrainer Jörg Büngeler mit Blick auf den Jahresauftakt.
Die Gäste aus Nordhessen haben bewegte Monate hinter sich. Nach zwei unmittelbaren Abstiegen – zunächst aus der 1. Bundesliga, anschließend aus der 2. Liga – war ein umfassender Neuaufbau im Kader und im Trainerteam unumgänglich. Im November musste Trainer Steffen Obst aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen, woraufhin Neuzugang Nele Weyh zunächst interimsweise an der Seitenlinie die Verantwortung übernahm.
Zum Jahresbeginn setzten die Vipers dann ein deutliches Zeichen und verpflichteten Zoran Radojevic, der als Spieler sechs Titel und als Trainer acht Meisterschaften gewonnen hat und in Luxemburg dreimal zum besten Trainer ausgezeichnet wurde. „Man sieht den Vipers an, dass sie mit Macht wieder zurück in die zweite Liga wollen“, sagt Büngeler. „Der neue Trainer bringt enorme Erfahrung mit, das merkt man ihrem Spiel schon jetzt an.“
Sportlich hat Bad Wildungen in der bisherigen Hinrunde bereits untermauert, dass der Blick klar nach oben geht. Der neu zusammengestellte, in der Breite noch nicht optimal besetzte Kader kommt bislang auf sechs Siege, drei Niederlagen und ein Unentschieden – ausgerechnet beim Tabellenführer Recklinghausen.
Markenzeichen der Vipers ist eine aggressive, offensive Deckung, die durch konsequenten Druck auf den Ball Ballgewinne erzwingen und daraus schnelle Gegenstöße einleiten soll. Auch im Positionsangriff verfügt Bad Wildungen über viel individuelle Klasse und ein starkes Zusammenspiel mit Kreisläuferin Nele Weyh, die sich zu einer zentralen Stütze im Innenblock und im Angriff entwickelt hat. „Bad Wildungen lebt von Tempo und Druck auf den Ball“, warnt Büngeler. „Wenn wir uns da zu einfache Ballverluste erlauben, wird es ganz schnell ganz teuer.“
Für die Wülfratherinnen bedeutet das Duell mit dem Favoriten eine große, aber reizvolle Aufgabe. Nach dem gesundheitlich bedingten Ausscheiden von Amelie Polutta muss der TBW zwar mit einem etwas kleineren Kader auskommen, hat sich aber mit einem Trainingslager am vergangenen Wochenende gezielt auf den Re-Start vorbereitet.
Im Mittelpunkt stand dabei die spezielle Deckungsformation der Vipers und das Finden passender Lösungen im Angriff. „Wir haben intensiv an Antworten gegen ihre offensive Deckung gearbeitet“, erklärt Büngeler. „Wenn wir geduldig und mutig unsere Optionen nutzen und wieder eine stabile Abwehr stellen, haben wir auch gegen diesen starken Gegner unsere Chancen.“
Der Trainer knüpft bewusst an den überzeugenden Auftritt im letzten Spitzenspiel an: Gegen Tabellenführer Recklinghausen hatte sein Team bis in die Schlussphase hinein auf Augenhöhe agiert und die eigene Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll nachgewiesen. Genau an dieses Niveau sollen die TBW-Damen nun im eigenen Wohnzimmer anknüpfen. „Wir haben gesehen, dass wir auch Topteams lange Paroli bieten können – daran wollen wir ansetzen“, so Büngeler. „Wenn die Halle voll ist und wir von der ersten Minute an Unterstützung von den Rängen spüren, können wir gemeinsam mit unseren Fans für eine Überraschung sorgen.“
Für alle, die nicht live in der MTC-Sporthalle dabei sein können, wird die Begegnung gegen die HSG Bad Wildungen Vipers kostenpflichtig im Livestream übertragen. Über sporteurope.tv beziehungsweise sportdeutschland.tv haben Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit, das Spiel zu verfolgen und im Bezahlvorgang den TB Wülfrath als begünstigten Verein auszuwählen, sodass ein Teil der Erlöse nach Abzug der Plattformgebühren direkt dem Klub zugutekommt (https://sporteurope.tv/tb-wuelfrath-frauen/3-liga-frauen-staffel-mitte-tb-wuelfrath-vs-hsg-bad-wildungen-vipers).


