Wülfrath. „Kopffüßer und Nichtschwimmer“ ist der Titel einer Ausstellung, zu der der Zeittunnel in Wülfrath einlädt. Die Vernissage mit Künstlerin Elke Voß-Klingler findet am Samstag, 15. August, ab 15 Uhr statt.
Zur Ausstellung und zur Künstlerin schreibt der Zeittunnel:
Elke Voß-Klingler ist keine Jägerin, sie ist eine Sammlerin. Es braucht wirklich viel Überzeugungskraft, dass sie sich von scheinbar unnützen oder anachronistischen Dingen trennen kann. Denn alles, was ihr in die Finger kommt, erhält durch ihr Tun und ihre Kreativität einen neuen Bedeutungsrahmen. Erinnerungen verknüpfen sich mit gegenwärtigen Ereignissen und beginnen ihre eigene Geschichte.
So auch ihr Nichtschwimmer. Es war Corona, die Zeit der Kontakteinschränkung und dem Erliegen jeglicher kultureller wie sozialer Begegnung. Sie sammelte Baumrinden und Holzfragmente am Rhein und in ihr war da plötzlich ein Bild. Es war ein sehr heißer Sommertag Ende der 50iger Jahre. Viele Seen, Teiche, ja selbst Talsperren waren fast ohne Wasser und ein Schwimmen war damals nicht möglich. Die Bäume verloren frühzeitig ihre Blätter, der Boden trocknete aus. So wie jetzt, dachte sie. Es ist heiß und trocken. Wasser ist jedoch reich vorhanden, doch Schwimmen ist wegen der Kontaktverbote dennoch nicht möglich. Die Nichtschwimmer waren geboren. Der Himmel strahlend blau, die Bäume kahl und trocken und auf ihnen die Schwimmer, denen das Wasser fehlte.
Anders ihre Kopffüßer. Beim Entsorgen ihrer Schuhe und dem Aussortieren alter Brillen, Modeschmuck und sonstigem Kleinkram fielen ihr auch Zahnabdrücke in die Hände und es entstand ein Sammelsurium bunter Zufälligkeiten, mit denen sie eine Weile herumspielte. Wahllos arrangierte sie einzelne Teile zu neuen Kompositionen. Unter anderem war da auch ein Schuh, über dem ein Schal in Falten lag, darauf zwei große Knöpfe. Aus dem Inneren des Schuhs lugte ein Armreif hervor. Hat was von Gesicht, dachte sie und ordnete noch den Zahnabdruck dazu. Schuhe gehen und haben plötzlich ein Gesicht.
Das ist es!
Eigentlich wollte Elke Voß-Klingler aufhören, ihre Kunst auszustellen, denn das bedeutet auch immer wieder Arbeit für Planung und Durchführung. Sie kann aber nicht loslassen, den Zeittunnel als Ausstellungsort mit ihren Objekten zu bereichern. Dafür danken wir ihr ganz besonders, denn sie hat mit ihrer Idee die Wechselausstellungen am Zeittunnel ins Leben gerufen.
Anmeldungen sind nicht erforderlich.


