Die Obstwiese am Anemonenweg in Wülfrath ist jetzt ein außerschulischer Lernort, bei dem es für die Schülerinnen und Schüler jede Menge zu entdecken gibt. Foto: Kling

Wülfrath. Schülerinnen und Schüler der Freien Aktiven Schule Wülfrath (FASW) können jetzt Wiesen-Rangerinnen oder -Ranger werden. Eine städtische Streuobstwiese macht es möglich.

Die Wiese gibt es schon länger, finden können sie eigentlich nur Eingeweihte. Der Zugang führt vom Anemonenweg unweit der Alten Kölnischen Landstraße durch Gestrüpp und einen Waldstreifen. Plötzlich stehen die Besucher auf einer Wiese mit 36 Obstbäumen. Und neben einem Bauwagen. Doch dazu später mehr.

Eigentlich hatte die Schule schon länger nach einem Stück Acker oder etwas ähnlichem gesucht, erzählt Schulleiter Robert Freitag. Dass es dann eine Streuobstwiese in städtischen Eigentum wurde, war umso besser. Gesucht wurde ein „außerschulischer Lernort“, bei dem die Kinder eine unmittelbare Beziehung zur Natur aufbauen können. „Eingebunden-Sein als Mensch ist das System Natur“, eine solche Einsicht möchte die Schule den Jungen und Mädchen vermitteln.

Bei der Vermittlung der Kenntnisse arbeitet die Schule mit dem Naturschutzzentrum Bruchhausen zusammen. So lernen die angehenden Rangerinnen und Ranger, wie Bäume beschnitten werden müssen, damit sie später auch Früchte tragen,

Geerntet wurde auch schon: Es gibt einen selbstgemachten Apfelsaft, Honig vom eigenen Bienenvolk und Lippenbalsam aus dem Bienenwachs. Zu den Erkenntnissen aus der Natur gehört für die Schülerinnen und Schüler auch, dass es mit der Kirschernte auch einmal nichts wird, wenn die Bedigungen nicht stimmen, oder dass ein Bienenvolk den Angriff einer Maus nicht überlebt.

Inzwischen steht auch ein Bauwagen am Rande der Wiese. Den hat die Schule – nach einem Rundbrief an die Eltern – in Homberg aufgetan und gekauft. Nach Renovierung und künstlerischer Gestaltung hat der Landwirt, dem das benachbarte Feld gehört, der Schule geholfen und mit dem Traktor den Bauwagen auf die Wiese gezogen. Hier können jetzt die verschiedenen Materialien untergebracht werden, die die Schule an ihrem „außerschulischen Lernort“ braucht.

Bürgermeister Rainer Ritsche, der am Mittwoch zu Gast war, freut sich darüber, dass die Wiese, die sonst die Stadt pflegen musste, so eine sinnvolle Verwendung gefunden hat.

Die Streuobstwiese ist übrigens offen für Besucher. Wer möchte, darf sich Obst für den Eigenbedarf pflücken. Auch andere Schulen und Kindergärten sind eingeladen, die Streuobstwiese kennenzulernen. Die Rangerinnen und Ranger der FASW werden den Gästen dann schon zeigen, was es in der Natur am Rande eines Wäldchens alles zu entdecken gibt.

Künstlerisch gestaltet: Der renovierte Bauwagen ist ein Hingucker. Foto: Kling