Benita Götz, neue Digitalisierungsbeauftragte im Wülfrather Rathaus. Hier bei der Vorstellung durch Bürgermeister Rainer Ritsche. Foto: Stadt Wülfrath

Wülfrath. Was ist eigentlich „Digitalisierung“? Zunächst einmal ein „Megatrend“, der „klassische Anzeichen für einen Hype“ aufweist. So jedenfalls beschreibt es Wikipedia.

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Unter „Digitalisierung“ verstand man ursprünglich „die Behandlung eines Menschen oder Warmblüters mit Digitalis“, wie „Wiki“ erläutert. Die Behandlung der Menschen in Wülfrath mit Fingerhut (Digitalis) wird aber nicht die Aufgabe der neuen „Digitalisierungsbeauftragten“ Benita Görtz sein, die im Rathaus seit gut einem Monat ihren Dienst versieht.

Im Kern geht es bei der Digitalisierung um die Übermittlung von Codes. Das galt auch schon für das Morsen und das Telefon. Mit der Einführung von Computern und der digitalen Technik sowie schnelleren Verbindungsmöglichkeiten haben sich ganz neue Größenordnungen bei der Übermittlung dieser Codes ergeben.

Dass diese Möglichkeiten in der Wülfrather Stadtverwaltung besser genutzt werden, dafür soll Benita Görtz sorgen. Die 30-Jährige aus Krefeld ist seit März Digitalisierungsbeauftragte im Rathaus.

Was soll Digitalisierung den Menschen bringen? „Wir wollen bürgernäher, bürgerfreundlicher werden“, sagt Görtz. „Es gibt heute viele Dinge, für die man nicht mehr im Amt persönlich erscheinen müsste, sondern die man unkompliziert online erledigen könnte.“

Allein die Buchung eines Termins, wie es in Corona-Zeit Vorschrift ist, ist in Wülfrath noch nicht online, sondern bislang nur per Anruf möglich. Oder auch die Verlängerung eines Personalausweises, die Beantragung eines Passes oder eine Verlustmeldung: Für all diese Vorgänge müssen die Menschen persönlich ins Rathaus kommen.

In Zukunft soll es so sein, dass zumindest der Antrag vom Computer oder Handy aus gestellt werden kann. Dann können die erforderlichen Dokumente geschickt werden, und die Antragsteller müssen nicht noch einmal wiederkommen, wenn ihnen eine Unterlage fehlt.

Welchen Nutzen könnten die Menschen noch von der „Digitalisierung des Rathauses“ haben? Einen Hund an- oder abmelden, ein Führungszeugnis beantragen, ohne dass man dafür vorsprechen muss, nennt Benita Görtz weitere Beispiele.

Die Bauleitplanung wird digitaler werden, auch Bauanträge sollen in Zukunft online eingereicht werden können.

Insgesamt sieht das Online-Zugangsgesetz 109 Prozesse für Wülfrath vor, die digitalisiert werden können.

Für all das ist es erforderlich, dass die Stadtverwaltung mit den entsprechenden Managementsystemen ausgestattet wird. „Denn es nützt ja nichts, wenn wir im Rathaus die Anfragen online bekommen, aber im Zweifel wieder ausdrucken müssen“, sagt Görtz. Damit all diese Vorgänge auch sicher und die Daten geschützt sind, müssen sie verschlüsselt werden.

Benita Görtz kommt von der IHK Mittlerer Niederrhein, wo sie zuständig war für Digitalisierung und Start-Ups. Ursprünglich hat Görtz Veranstaltungskauffrau gelernt, danach Betriebswirtschaft studiert. Aktuell belegt sie berufsbegleitend einen Master Studiengang Digital Transformation Management.

Einige Prozesse zur Digitalisierung sind angestoßen, hat Bürgermeister Rainer Ritsche bei der Vorstellung der neuen Beauftragten erklärt. Ihr Job ist es aktuell, eine Bestandsaufnahme zu erstellen. „Ich erhoffe mir mit dem Fortschreiten der Digitalisierung einen besseren und schnelleren Bürgerservice“, macht Ritsche deutlich.

Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen: Benita Görtz hat im Wülfrather Rathaus eine unbefristete Vollzeitstelle angetreten.