Wülfrath. Paula Zwilling ist im Alter von 94 Jahren gestorben. In einem Nachruf schreibt die Wülfrather SPD:
Sie war eine echte Institution. Nun ist Paula Zwilling, die Grande Dame der SPD Wülfrath, mit 94 Jahren friedlich verstorben.
Paula Zwilling konnte auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Mit ihrem Mann Johann bekam sie den Sohn Peter. Als es ihren Mann, ebenfalls überzeugter Sozialdemokrat, nach Wülfrath zog, um bei den Kalkwerken zu arbeiten, kam sie mit dem Sohn nach. In Wülfrath machte sie sich einen Namen. Sie fing bei der Firma Mittelmann an, wurde Betriebsrätin.
Und noch eins war und ist fest mit dem Namen Zwilling verbunden: die SPD. Nach ihrem Mann Johann und ihrem Sohn Peter trat sie 1976 der Partei bei und blieb ihr ein Leben lang treu. Sie fühlte sich den Menschen verpflichtet. Nah dran zu sein, das war ihr wichtig. Über zwei Jahrzehnte gehörte sie dem Stadtrat an. Ihren Wahlkreis im Bereich Halfmann- und Kirschbaumstraße gewann sie immer direkt. Die Menschen vertrauten ihr, sie kümmerte sich.
In einer Zeit, als Frauen in der Politik noch unterrepräsentiert waren, brachte sie sich ein. Sie war prägendes Gesicht der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. 1984 wurde sie als erste Frau stellvertretende Bürgermeisterin und blieb es über zehn Jahre. Für ihr großes Engagement erhielt sie 2002 das Bundesverdienstkreuz. Doch es ging ihr nicht um Titel oder Auszeichnungen. Sie interessierte sich für die Menschen, suchte das Gespräch und war immer ansprechbar.
Nach ihrem Rückzug aus der aktiven Politik blieb Paula Zwilling geschätzte Gesprächspartnerin und mischte sich ein. Sie war immer da. Auch wenn es zuletzt ruhiger um sie wurde und die Besuche bei den Infoständen auf dem Heumarkt weniger wurden, interessierte sie sich für ihren Ortsverein. Noch vor wenigen Wochen konnte sie eine letzte Ehrung zum 50-jährigen Parteijubiläum feiern. Ja, die Sozialdemokratie war ihr bis zum Schluss wichtig. Der Einsatz für andere und für die Gesellschaft prägte ihr Leben.
Paula Zwilling wird fehlen. Nicht nur die SPD verliert eine treue, überzeugte Genossin, auch eine soziale Stimme in Wülfrath verstummt. Ihre Herzlichkeit und Wärme wird bleiben.


