Haben das Bauprojekt vorgestellt: Guido Brinker (Abteilungsleitung Bau bei der Sparkasse) mit den Vorständen Beate Händeler und Udo Zimmermann. Foto: Mathias Kehren

Velbert. In den kommenden zwei Jahren krempelt die Sparkasse HRV ihre Hauptfiliale in der Velberter Innenstadt komplett um. Die jetzige Kundenhalle wird entkernt und in ein Beratungscenter umgewandelt. Der Haupteingang verschiebt sich in Richtung Münzbrunnen, außerdem wird die Fassade energetisch saniert und neu verkleidet. Trotz des substantiellen Umbaus soll der Betrieb für die Kunden ohne Unterbrechung weiterlaufen.


Die Sparkasse HRV setzt ein Zeichen für den Standort Velbert. Für rund 20 Millionen Euro wird die Hauptstelle grundlegend modernisiert. Ziel ist es, das Gebäude an die sich wandelnden Kundenbedürfnisse anzupassen. “Unsere Kundenhalle ist zwar ‘state of the art’ – aber nur wenn man 20 oder 25 Jahre zurückdenkt”, so Sparkassenvorstand Udo Zimmermann. “Mittlerweile haben sich die Ansprüche stark geändert. Wir wollen es für unsere Kunden einfacher und schlanker machen.” Zugleich möchte man das Haus energetisch fit für die Zukunft machen.

Das Bauprojekt ist in zwei Abschnitte unterteilt, damit der Umbau im laufenden Betrieb stattfinden kann. Ab März beginnen die Arbeiten an der Fassade. Diese wird energetisch saniert und erhält eine moderne Aluminiumoptik. Allein 300 Fenster werden in diesem Zuge ausgetauscht, was die Dimension des Projekts deutlich macht. Die Arbeiten starten auch im mittleren Gebäudeteil. Hier entsteht ein Durchbruch zur Fußgängerzone, der später den neuen Haupteingang bildet. Dieser verlagert sich dadurch neben den Münzbrunnen und die benachbarte Bäckerei.

Rund ein Jahr Bauzeit sind für den ersten Abschnitt veranschlag. In dieser Zeit können Kunden wie bisher den SB-Bereich und die Schalterhalle nutzen. Einzige Ausnahme: Der direkte Zugang vom Parkhaus in die Halle wird aufgrund der Bauarbeiten gesperrt.

Im zweiten Bauabschnitt – ab Anfang 2027 – verlagert sich der Schwerpunkt der Arbeiten dann auf die jetzige Kundenhalle, die sozusagen das Herzstück des Umbaus bildet: Wo heute noch viel freie Fläche dominiert, entsteht bis Mitte 2028 ein modernes Beratungscenter mit 19 technisch voll ausgestatteten Räumen unterschiedlicher Größe. Auch Schulungsräume und einen Veranstaltungsraum für bis zu 100 Personen sind Bestandteil des neuen Raumkonzepts.

“Sparkassenbühne” bleibt erhalten

Auffälligste Änderung für Sparkassenkunden nach dem Umbau stellt der neue, ebenerdige Empfangsbereich dar, der sowohl von der Fußgängerzone als auch vom Parkhaus aus erreichbar ist. Neben den SB-Terminals gibt es dort einen zentralen Empfangsschalter, von dem aus die Besucher in die Besprechungsräume geleitet werden.

Ein wichtiges lokales Highlight bleibt im Zuge des Umbaus erhalten: Die “Sparkassenbühne” wird auch künftig für Stadtfeste und Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Dahinter wird das heutige Foyer in einen Aufenthaltsbereich mit kleiner Kantine für die Sparkassenmitarbeiter umgebaut.

Weiterhin wird ein komplett neuer Aufzug installiert, der das Erdgeschoss mit dem ersten Obergeschoss verbindet. Auch die Kelleretage mit den Schließfächern kann über den neuen Lift barrierefrei erreicht werden. Der Umbau beinhaltet auch verschiedene Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten am angeschlossenen Parkhaus der Bank.

Bekenntnis zum Standort und Ausblick auf Ratingen

Hinter dem Projekt steht das Düsseldorfer Büro bkp, das laut Sparkasse über umfassende Expertise im Bereich Bankenbau verfügt. Für Udo Zimmermann ist die Investition mehr als nur eine bauliche Maßnahme: “Der Umbau in dieser Dimension ist ein klares Bekenntnis zu Velbert. “Wir stehen zu unserem Filialnetz und werten die Innenstadt damit sichtbar auf.”

Parallel zu den Arbeiten in Velbert rückt auch schon das nächste Großprojekt in den Fokus: Auch die Filiale in Ratingen soll modernisiert werden. Derzeit läuft dort eine Machbarkeitsstudie, die klären soll, ob eine Sanierung im Bestand oder ein Neubau sinnvoller ist. Konkrete Schritte folgen jedoch erst nach dem Abschluss des Projekts in Velbert. Das soll Mitte 2028 der Fall sein. “Zwei große Bauprojekte dieser Art gleichzeitig wären zu viel”, so Zimmermann abschließend.

Nach dem Umbau soll der Haupteingang an dieser Stelle sein. Bildrechte: Sparkasse HRV/ Büro bkp
So sieht die Sparkasse von der Fußgängerzone gesehen heute aus. Foto: Mathias Kehren