Im Tunnel Birth auf der A44 bei Velbert stehen Bauarbeiten an. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Der A44-Tunnel Birth wird ab Montag planmäßig eröffnet – und auch gleich wieder geschlossen. Die Arbeit in Fahrtrichtung Essen sollen dann abgeschlossen sein und der Bautrupp zieht in die Tunnelröhre Richtung Düsseldorf um. Hier sind bis Ende September Bauarbeiten geplant – falls die Ringeltauben nicht noch einmal gebrütet haben. 


Autofahrer auf der A44 bei Velbert benötigen auch in den kommenden Wochen ein hohes Maß an Geduld. Wenn am Montag, 20. Juli, die aktuelle Sperrung in Fahrtrichtung Essen nach einer deutlichen Verzögerung aufgehoben wird, folgt unmittelbar der nächste Engpass: Fast zeitgleich wird die Gegenfahrbahn in Richtung Düsseldorf zwischen dem Autobahndreieck Velbert-Nord und der Anschlussstelle Hetterscheidt voll gesperrt. Diese Einschränkung soll von Dienstag, 21. Juli, 8 Uhr, bis zum 12. Oktober, 20 Uhr, andauern.

Dass die Arbeiten in Fahrtrichtung Essen nicht wie geplant abgeschlossen werden konnten, hatte einen ungewöhnlichen Grund: „tierische Bauherren“. Während die Autobahn GmbH den Baustellenbetrieb bei herkömmlichen Stadttauben durch Umsiedlungen oder den Austausch von Eiern steuern konnte, legte ein brütendes Ringeltaubenpaar am nördlichen Tunnelende den Zeitplan auf Eis. „An diese Exemplare durften wir laut Tierschutz nicht heran“, erklärte Mark Schnell, Projektleiter Bauwerkserhaltung. Da das Nest nicht angetastet werden durfte, mussten die Arbeiten – darunter Betoninstandsetzungen, Korrosionsschutz und die Montage neuer Lärmschutzelemente – so lange ruhen, bis die Küken flügge waren. Um einen erneuten Besatz durch Tauben während der anstehenden Arbeiten – auch in der Gegenrichtung – zu verhindern, wurden Schutzvorrichtungen installiert, die die Vögel am Brüten hindern sollen.

Der Tunnel Birth hält für die Autobahnsanierer immer neue Herausforderungen bereit. Zunächst war die Erneuerung des Lärmschutzes das Ziel. Im Verlauf der Planungen kamen laut Schell weitere Aufgaben hinzu, unter anderem bei der Beleuchtung, der Tunnelsicherheit und der Stahlkonstruktion. „Dadurch wurde das Gesamtpaket deutlich größer als zunächst erwartet“, so Schnell. „Eine Erkenntnis war, dass wir ein neues Beleuchtungskonzept benötigen. Das müssen wir nun planen und hoffentlich in rund zwei Jahren installieren.“

Weitere Sperrungen für Instandhaltungsmaßnahmen sind also schon absehbar. So lange die A44 nicht bis nach Düsseldorf reicht, dürfte es im Velberter Stadtgebiet durch die Umleitungen auch keine größeren Probleme geben. Spannend wird es, wenn der Verkehr einmal durchgängig fließt, bis dahin sollte der Tunnel dann fit sein für einen möglichst wartungsfreien Betrieb.