Fred Pradella mit einigen noch nicht verschönerten Daumen, Bild: Alexander Heinz
Fred Pradella mit einigen noch nicht verschönerten Daumen, Bild: Alexander Heinz

Ratingen. Wer dieser Tage mit Fred Pradella über das Stadtjubiläum 2026 spricht, merkt schnell: Hier geht es nicht um ein weiteres „Programmpünktchen“ im Festkalender, sondern um eine Idee, die Menschen zusammenbringt – generationenübergreifend, sichtbar im Stadtbild und offen für alle. Pradella nennt es die „Daumen-Initiative“: ein Projekt, das die Dumeklemmerstadt im Jubiläumsjahr buchstäblich mit erhobenem Daumen zeigen soll – als Zeichen von Zuversicht, Zusammenhalt und Weltoffenheit.


Der erste Schritt

Der erste Schritt ist bereits organisatorisch „eingetütet“: 32 kleine Daumen stehen fest. Sie gehen an Grundschulen und Kitas im Stadtgebiet. Jede Einrichtung entwickelt mit den Kindern ein eigenes Thema – und setzt es dann in Farbe, Ornamenten und Motiven um. Das ist mehr als Basteln: Es ist ein kreativer Dialog darüber, wie Kinder „ihr Ratingen“ sehen. Sobald alle Daumen fertiggestellt sind, sieht die Projektbeschreibung eine Jurybewertung vor – altersgerecht getrennt – und anschließend werden die kleinen Kunstwerke im Rahmen verschiedener Jubiläumsveranstaltungen präsentiert. Damit bekommen die Kinder nicht nur Bühne, sondern auch Anerkennung: Ihre Perspektive wird Teil der offiziellen Jubiläumserzählung.

Der zweite Schritt

Parallel dazu läuft der zweite Schritt an – und der ist stadtbildprägend: die großen Daumen. Pradella denkt hier in einer Dimension, die man nicht übersehen kann. Vorgesehen sind mannshohe Skulpturen, die – ähnlich wie in anderen Städten bekannte Kunstaktionen im öffentlichen Raum – an exponierten Orten stehen und über das Jubiläumsjahr hinaus im Stadtgebiet verbleiben könnten. Solche Projekte haben andernorts gezeigt, wie stark Kunst im Alltag wirken kann: Die CowParade begann in Zürich mit bemalten Großskulpturen im Stadtraum; in Berlin wurden die Buddy-Bären zu einem wiedererkennbaren Symbol im öffentlichen Raum; in Trier und Luxemburg sorgte die Elephant Parade für Aufmerksamkeit in der Innenstadt; und die „Alltagsmenschen“-Skulpturen sind in Städten wie Gevelsberg seit Jahren ein Publikumsmagnet. Diese Beispiele machen deutlich: Wenn Gestaltung, Standortwahl und Trägerschaft stimmen, entstehen Identifikationspunkte, die bleiben.

Digital und Analog

Für Ratingen soll das Konzept zusätzlich eine digitale Ebene bekommen: Auf den Daumen ist ein QR-Code geplant, der zu einer Seite führt, auf der die Dumeklemmersage in vielen Sprachen erlebt werden kann. Das ist ein ebenso einfacher wie wirkungsvoller Gedanke: Heimat wird nicht als Abgrenzung erzählt, sondern als Einladung. Das Projekt setzt damit ein sichtbares Zeichen für eine Stadt, die sich als offen, engagiert und solidarisch versteht. Für die technische Umsetzung ist eine Kooperation mit Living-Room Ratingen etabliert worden – damit der QR-Code nicht nur ein Aufkleber ist, sondern ein verlässlich funktionierendes Angebot.

Weitere Unterstützer gesucht

Damit aus der Idee ein dauerhaftes Stadtbildprojekt werden kann, sucht Pradella nun Unterstützer und Sponsoren – insbesondere für die großen Daumen. Zu den bisherigen Unterstützern, wie der Sparkasse HRV, der Stadt Ratingen, dem Flughafen Düsseldorf und „Unser Ratingen“, die schon im Boot sind, werden weitere namhafte Unternehmen aus Ratingen angesprochen. Denn besonders bei dem Projekt der dauerhaft im Stadtbild verbleibenden Daumen kann nachhaltig die Verbundenheit mit der Stadt manifestiert werden. Wer sich eine Beteiligung vorstellen kann, wird gebeten sich direkt mit Fred Pradella (pradella-fred@web.de) in Verbindung zu setzen oder über den Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen e. V. (Kooperationspartner der Aktion) den Weg ins Projekt zu finden.

 

Am Ende ist die „Daumen-Initiative“ vor allem eines: eine Einladung. An Kinder, ihre Stadt zu malen. An Unternehmen, sichtbar Verantwortung zu übernehmen. Und an alle Ratingerinnen und Ratinger, das Jubiläum nicht nur zu feiern, sondern zu gestalten – mit einem Zeichen, das jeder versteht: „Daumen hoch“.