Volker Pardon vor seinem Dom aus knapp einer Viertelmillion Legobausteinen. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Lego ist längst kein reines Kinderspielzeug mehr. Immer mehr Erwachsene verfallen der Faszination der Klemmbausteine. Doch während Sammlermodelle wie die Titanic oder der Eiffelturm etwa 10.000 Teile umfassen, hat der 70-jährige Volker Pardon aus Langenberg nun ein Projekt vollendet, das jeden üblichen Maßstab sprengt.


In rund 20 Monaten Arbeit hat der Langenberger Volker Pardon den Kölner Dom originalgetreu nachgebaut. Wer mit ihm über sein Werk spricht, merkt schnell, wie tief der pensionierte Ingenieur in die Materie eingetaucht ist – die technischen Eckdaten sprudeln förmlich aus ihm heraus, als wären sie Teil seiner DNA.

Das Mammutprojekt besteht aus 228.000 Legosteinen in 200 verschiedenen Steintypen und bringt über 200 Kilo auf die Waage. Seine Dimensionen sprengen jeden Hobbykeller: Stolze 2,25 Meter ragt der Dom in die Höhe, erstreckt sich über eine Länge von zwei Metern und misst 1,23 Meter in der Breite. Rund 1.000 Arbeitsstunden hat Pardon in den zurückliegenden 20 Monaten investiert, um das Kölner Wahrzeichen im Maßstab 1:70 in Kunststoff zu verewigen.

Das gigantische Modell besteht aus über 20-mal so vielen Teilen wie das größte kaufbare Legoset. Damit es überhaupt transportabel ist, lässt es sich in sechs Module zerlegen. Der Nachbau besticht aber nicht nur durch seine schiere Größe, sondern auch durch technische Raffinessen. Eine integrierte LED-Beleuchtung setzt die gotische Kathedrale in Szene. Besonders stolz ist der 70-Jährige jedoch auf das Glockengeläut: Um den Klang des „Dicken Pitter“ und der anderen Domglocken zu imitieren, modifizierte er einen Türgong und spielte den Originalsound auf.

Die Inspiration fand Pardon bei einem Besuch im Legoland Oberhausen. Dort steht ein ähnliches Modell, das von mehreren Legoprofis gemeinschaftlich in vier Monaten errichtet wurde. „Meine größte Genugtuung ist, dass ich den Nachbau als Laie auch geschafft habe“, berichtet der Rentner. Während das Profi-Modell in Beige gehalten ist, entschied sich der Langenberger für Hellgrau.

Die größte Herausforderung war die Planung: Pardon baute das gesamte Modell ohne fertige Bauanleitung, allein auf Basis von Fotos. Die Bausteine für das Projekt bestellte er nach Bedarf, mindestens 220 Bestellungen sind dabei zusammengekommen. Beim Zusammenbau verlangten ihm die 210 farbigen Fenster besonders viel Geduld ab. „Es war knifflig, die farbigen Steine waagerecht und senkrecht so anzuordnen, dass keine Lücken entstehen. Da musste ich viel herumprobieren“, berichtet Pardon.

Um es einmal als Ganzes zu betrachten und für Fotoaufnahmen, ist das Kunstwerk im Lichthof der Neuapostolischen Gemeinde in Langenberg für ein paar Tage ausgestellt worden. Doch wie geht es weiter? Behalten möchte Pardon das Modell nicht, er bietet es nun zum Verkauf an. Schön wäre sicherlich, wenn es als Ganzes eine neue Heimat fände, findet er. Da er jedoch nicht emotional an den Steinen hänge, schließt er auch einen Verkauf in Einzelteilen nicht aus, sollte sich kein Abnehmer für das Gesamtwerk finden.

Nachdem er im Ruhestand bereits fünf Jahre Marimba gelernt hat, bevor er sich dem Dom-Projekt widmete, ist die nächste Herausforderung noch offen. „Es könnte wieder etwas mit Lego sein oder etwas komplett anderes“, erklärt der 70-Jährige schmunzelnd. Eines steht jedoch fest: Langweilig wird es dem passionierten Tüftler sicher nicht.