Blick auf das Außengelände der Caritas-Kita in Hetterscheidt. Foto: Mathias Kehren

Heiligenhaus. Steht die Kita Hetterscheidt vor der Schließung? Die Elternschaft hat Ende letzter Woche Alarm geschlagen und sich in einem offenen Brief an den Caritasverband im Kreis Mettmann als Träger der Einrichtung und die Stadtverwaltung als Kostenträger gewandt. Sie fordern Aufklärung, warum kurz nach Beginn des neuen Kita-Jahres plötzlich das Aus verkündet wurde.


„Enttäuscht, fassungslos und vor allem mit großer Sorge um unsere Kinder“ beschreibt die Elternschaft ihre Gefühlslage nach einer kurzfristig anberaumten Elternvollversammlung, in der die Betroffenen über die Pläne unterrichtet wurden. Für viele Familien kam die Nachricht vollkommen überraschend. Besonderes Unverständnis löst die Tatsache aus, dass diese Information nur acht Tage nach Beginn der Eingewöhnung der neuen Kinder mitgeteilt wurde.

Die Kinder hatten gerade erst Gelegenheit, Vertrauen zu ihren Erzieherinnen und Erziehern aufzubauen. „Wir haben unseren Kindern vermittelt: Das ist jetzt dein Kindergarten. Hier bist du sicher. Hier darfst du ankommen“, schildert ein Elternteil die Situation. Nun soll alles wieder anders sein: „Die Kinder müssen bald erfahren, dass dieser Ort schon bald nicht mehr existieren wird.“

Die Eltern wollen erfahren haben, dass es bereits seit Anfang des Jahres Planungen zur Schließung gibt. Das vergrößert den Ärger massiv: Sie fragen, „warum wurden die Familien nicht rechtzeitig informiert?“ Stattdessen habe man sie ahnungslos in die Eingewöhnung starten lassen. Auch die Möglichkeit, sich rechtzeitig nach einer alternativen Einrichtung umzuschauen, sei durch den späten Zeitpunkt Mitte September verpasst worden.

Begriffe wie „organisatorische Schwierigkeiten“, Bedarfsplanung oder Belegungszahlen wollen die Eltern nicht als Vorwand gelten lassen. „Es geht um Kinder! Und Kinder können nicht einfach von einer Einrichtung in eine andere verschoben werden“, kritisiert die Elternschaft.

Die Jüngsten müssen die Einrichtung vermutlich verlassen, kurz nachdem sie Vertrauen gefasst und neue Freundschaften geschlossen haben. Doch auch für die Älteren könnte die Schließung einen ungeplanten Umzug bedeuten, heraus aus einer gewohnten Umgebung. Laut der Elternschaft sind die Pläne für eine Neuverteilung auf andere Kitas derzeit unklar; eine Platzgarantie wolle die Caritas nicht geben, heißt es.

Für Hetterscheidt könnte die Schließung eine Zäsur sein, denn es ist die einzige Kindertagesstätte im Stadtteil. Die Einrichtung bietet 40 Plätze (zwei Gruppen) für Kinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt.

Unsere Redaktion hat sich nach den Elternhinweisen mit der Bitte um Stellungnahme an den Caritasverband im Kreis Mettmann und an die Stadtverwaltung gewandt. Bis Montagnachmittag, drei bzw. zwei Werktage später, haben wir keine Antwort erhalten.