Die ganze Schule hatte sich versammelt, um dem Start beizuwohnen. Foto: Mathias Kehren
Die ganze Schule hatte sich versammelt, um dem Start beizuwohnen. Foto: Mathias Kehren

Heiligenhaus. Ein plötzlicher Windstoß beendete den lang erwarteten Start des Wetterballons am Immanuel-Kant-Gymnasium bereits auf dem Schulhof. Doch trotz der ersten Bestürzung zeigt sich das Team kämpferisch: Die gerettete Sonde soll schon bald bei einem neuen Anlauf in die Tiefe des Himmels aufsteigen.


Das ambitionierte Projekt „Space Quest“ am Immanuel-Kant-Gymnasium hat einen herben Rückschlag erlitten. Die Weltraummission des Wetterballons, der eigentlich bis in eine Höhe von 36 Kilometern aufsteigen sollte, endete abrupt in den Ästen einer Baumkrone direkt auf dem Schulhof. Ein starker Windstoß erfasste den Ballon unmittelbar nach dem Start und trieb ihn in das Geäst. Während sich die Messapparaturen verfingen, riss das Seil (wie vorgesehen) und der Ballon stieg ohne seine Fracht in den strahlend blauen Himmel auf.

Seit August hatten acht Schülerinnen und Schüler der Oberstufe im Projektkurs „Space Quest“ akribisch an der Mission gearbeitet. Nachdem der Start wegen schlechten Wetters mehrfach verschoben werden musste, schienen die Bedingungen am Donnerstag,  26. Februar, perfekt. Sogar die bürokratischen Hürden waren genommen: Der Start war im Vorfeld eng mit dem Tower des Düsseldorfer Flughafens abgestimmt worden, um den Flugverkehr nicht zu gefährden. Die gesamte Schulgemeinschaft hatte sich auf dem Hof versammelt, um das Spektakel live mitzuerleben. Dass die Mission so dramatisch scheiterte, löste bei allen Beteiligten und auch unter den Zuschauern sichtliche Bestürzung aus.

Der Wetterballon war als Bausatz beschafft und von den Jugendlichen eigenständig zusammengebaut und technisch vorbereitet worden. Das Herzstück der Mission bildete eine nur knapp zwei Kilogramm schwere Sonde, die mit viel Technik bestückt war. Die Sensoren sollten umfassende Daten zu Flugweg, Höhe, Luftdruck und Geschwindigkeit sowie zur radioaktiven Strahlung liefern. Besonders wichtig war den Schülern die Dokumentation durch die Bordkamera, die spektakuläre Bilder aus der Stratosphäre aufnehmen sollte.

Geplant war, dass der Ballon in der Stratosphäre aufgrund des sinkenden Außendrucks platzt und die wertvolle Messtechnik an einem Fallschirm sicher zur Erde zurückkehrt. Trotz des missglückten Starts gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die im Baum hängengebliebene Sonde konnte von der Feuerwehr per Leiterwagen unversehrt geborgen werden.

Sarah Mathwig, die das Projekt als Lehrerin begleitet, gab sich nach dem Vorfall kämpferisch und betonte, dass man ungebrochen weitermache. Ein neuer Ballon und eine frische Gasfüllung müssen nun organisiert werden, damit die Mission „Space Quest“ bald ihren zweiten Anlauf nehmen kann.