
Düsseldorf (dpa/lnw) – Straftaten mit Stichwaffen haben nach vorläufigen Zahlen der Polizei in Nordrhein-Westfalen auch im vergangenen Jahr wieder stark zugenommen. Demnach wurden 2025 insgesamt 9.121 Fälle mit Messern oder anderen Stichwaffen im polizeilichen Datenbestand erfasst. Das geht aus einem Bericht des NRW-Innenministers Herbert Reul (CDU) an den Düsseldorfer Landtag hervor.
Dabei handle es sich allerdings um eine Momentaufnahme in der Auswertung und noch nicht um die finalen Zahlen für die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), heißt es dort. Im Fortgang der polizeilichen Ermittlungen könne es noch zu neuen Einordnungen kommen.
Steigende Zahlen seit Jahren
Der sich abzeichnende Trend entspricht der Entwicklung der Vorjahre. Laut PKS war die Zahl der bekanntgewordenen sogenannten Opferdelikte in Verbindung mit Messern und sonstigen Stichwaffen in NRW seit 2022 von damals 4.292 Straftaten auf 7.661 im Jahr 2024 stetig gestiegen.
Bedrohung stand bei den Deliktgruppen 2024 an erster Stelle (3.085 Fälle), gefolgt von gefährlicher und schwerer Körperverletzung (2.754). Bei Mord spielten Stichwaffen demnach in 64 Fällen eine Rolle, bei Totschlag sowie Tötung auf Verlangen in weiteren 170 Fällen.
Mehr als 1.000 Fälle ereigneten sich der Statistik zufolge 2024 im gemeinsamen Haushalt von Tätern und Opfern. Auf den öffentlichen Nahverkehr entfielen 387 Fälle, 223 auf den Tatort Schule. Demgegenüber waren die Zahlen im Bereich «Nachtleben» mit 30 Fällen vergleichsweise gering.
Unter den gut 7.000 Tatverdächtigen waren rund 87 Prozent männlich. Erwachsene stellten mit 4.837 die größte Gruppe, gefolgt von Jugendlichen (1.109), Heranwachsenden (696) und 366 Kindern.
Gesicherte Vergleichszahlen für die PKS 2025 stehen noch aus.
