Heiligenhaus. Bevor der Abriss des ausgedienten Kornspeichers auf dem Gelände des früheren Bahnhofs am Panorama-Radweg beginnen konnte, musste die Anlage aufwendig vorbereitet werden. Eine besondere Schwierigkeit stellte dabei der massive Anfall von Vogelkot dar: In den fast 20 Jahren, in denen die Anlage außer Betrieb war, hatten Tauben das Gebäude als Nist- und Aufenthaltsplatz genutzt.
Die Hinterlassenschaften der Vögel können für den Menschen eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellen. Daher mussten sie fachgerecht entsorgt werden, um zu verhindern, dass sie sich während des Abrisses im Umfeld verteilen. „Im Taubenkot befindet sich eine Vielzahl von Erregern, die für uns Menschen gefährlich werden können“, erklärt Schädlingsbekämpfer Jörg Vester. „Bei Reinigungsarbeiten kann der Kot – gerade wenn er trocken ist – ungeschützt in die Lunge eindringen und schwere Krankheiten hervorrufen.“
Was für Laien auf den ersten Blick wie eine einfache Reinigungsaufgabe erscheint, erforderte aus Expertensicht eine intensive Vorbereitung und mehrfache Begehungen. Da das Gebäude laut Vester anscheinend jahrzehntelang nur von Tauben besiedelt war, stand man in der Pflicht sicherzustellen, dass sich zum Abrisszeitpunkt keine Tiere mehr darin befanden – insbesondere keine Jungtiere.
Zusätzlich wurde bei den Kontrollen dokumentiert, dass keine weiteren geschützten Arten, wie etwa Fledermäuse, im Gebäude Unterschlupf gefunden hatten. All diese Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit der städtischen Architektin Ina Weis. „Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass alle Gewerke reibungslos ineinandergreifen konnten“, lobt Vester.
Die eigentliche Reinigung des Kornspeichers dauerte insgesamt vier Tage. Mehrere IHK-geprüfte Schädlingsbekämpfer waren im Einsatz, die teilweise unter Seilsicherung arbeiten mussten, da das Gebäude in einigen Bereichen bereits baufällig war. In Schutzanzügen und unter Atemschutz beförderten die Experten den Kot komplett per Hand über das Treppenhaus nach unten. Dort wurde das Material in speziellen Behältern verplombt und von einem Fachunternehmen abtransportiert.
Die Bilanz der Aktion: Weit über 300 Kilogramm hocheinfektiöser Taubenkot wurden aus dem alten Speicher entfernt. Am Montag, 2. Februar, ist mit dem Abriss begonnen worden.
Die Fotos von Schädlingsbekämpfer Jörg Vester dokumentieren den Zustand vor und nach der Reinigung.




