Velbert. Ein Großeinsatz mit Gefahrgut hat die Feuerwehr Velbert und zahlreiche überörtliche Einheiten am Wochenende, 27. und 28. Juni, an der Sternbergstraße in Velbert-Mitte über zwei Tage intensiv beschäftigt.
Nach Feuerwehrangaben erfolgte der Einsatz in enger Zusammenarbeit mit dem Technischem Hilfswerk (THW) und dem Rettungsdienst. Es gelang, einen chemischen Stoff der in rund 120 Kartons gelagert war, sicher zu bergen. “Jede Gefährdung für die Bevölkerung und die Einsatzkräfte kontten ausgeschlossen werden”, informiert die Feuerwehr.
Aus bislang ungeklärter Ursache hatte der gelagerte Stoff begonnen, miteinander zu reagieren, was zu einer erheblichen Wärmeentwicklung und zur Freisetzung giftiger Dämpfe führte, so die Feuerwehr zur Einsatzlage.
Für die Helfer begann der Einsatz am Samstagnachmittag. “Da der Stoff kontinuierlich reagierte, gestaltete sich die Bergung äußerst anspruchsvoll”, heißt es von der Wehr. Unter “schwerem Atemschutz” sei es den ersten Einsatzkräften noch möglich gewesen, die Kartons händisch zu bergen und in einen Entsorgungscontainer zu verladen.
Das fortschreiten der chemischen Reaktion habe dieses Vorgehen allerdings ab einem gewissen Zeitpunkt unmöglich gemacht. Daher forderte die Feuerwehr das THW mit Spezialgerät zur Unterstützung an.
Fast 40 Grad Sommerhitze erschwerten den Einsatz zusätzlich. Hinzu kam ein angekündigtes Unwetter, weshalb die Arbeiten in der Nacht zum Sonntag unterbrochen wurden. Die Einsatzstelle wurde in dieser Zeit aber gesichert und überwacht.
Einsatz am Sonntag
Am Sonntag wurden die Bergungsmaßnahmen fortgesetzt. Um die Ausbreitung möglicher Gefahrstoffstäube zu verhindern, errichtete die Feuerwehr Velbert “Hydrowände”, die Staubpartikel mittels Wassernebel unmittelbar niederschlugen.
Im weiteren Verlauf wurde das Gefahrgut mit einem Schreitbagger und einem Radlader aus dem Gebäude entfernt. “Verbliebene Materialreste mussten anschließend unter strengen Sicherheitsvorkehrungen von Hand geborgen werden”, berichtet die Wehr.
Aufgrund der hohen Außentemperaturen und der physischen Belastung in Chemikalienschutzkleidung mussten die Einsatzkräfte in kurzen Intervallen ausgetauscht . Nach jedem Einsatz mussten die Helfer einen Durchgang in einer Dekontaminationsschleuse durchlaufen.
Während des gesamten Einsatzes blieb die Sternbergstraße voll gesperrt, während ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr Velbert den Grundschutz für das Stadtgebiet sicherstellten. Nach Abschluss der Bergung sicherte das THW das Gebäude gegen unbefugtes Betreten. Das Ordnungsamt hat die Arbeiten an der Einsatzstelle übernommen.


