
Heiligenhaus. Dauerregen machte dem 13. Oldtimertreffen in Heiligenhaus zu schaffen und ließ nur den harten Kern der Szene anreisen. Wer gekommen war, war dennoch guter Laune und nutze den verkaufsoffenen Sonntag zum gemütlichen Shoppingausflug.
Die 13 gilt gemeinhin als Schicksalszahl. Dass es das Oldtimertreffen in seinem 13. Jahr so heftig erwischen würde, stellte die Freude am automobilien Hobby auf eine harte Probe. Viele Besucher fanden bei Dauerregen nicht den Weg in die Innenstadt. Und auch von den Oldtimer-Besitzern ließen sich nur wenige blicken. Lediglich 40 Fahrzeuge erreichten Heiligenhaus bis zur Mittagszeit. Dennoch war die Innenstadt alles andere als leer: Wer gekommen war, nutzte den kurzen Blick auf alte Karossen, die auch im Regen keine schlechte Figur machten, um danach in den offenen Geschäften zu bummeln und das eine oder andere Stück in aller Ruhe auszuwählen und einzukaufen.
„Wir können alles beeinflussen, nur nicht das Wetter“, konstatierte Oldtimerfreund Volker Kiekert, der auch das 13. Treffen wieder organisiert und über alle seine Kanäle Oldtimerfreunde nach Heiligenhaus eingeladen hatte. „Nach zwölf Jahren Sonne haben wir jetzt im 13. Jahr einen Regentag erwischt“, so Kiekert. „Da kann man nichts dran machen.“
Einer, den das Wetter nicht abschrecken konnte, ist Rolf Wichert, der wieder mit seinem Citroën B14F vor dem Rathaus steht und Fragen interessierter Besucher beantwortet. „Freunde lässt man ja nicht alleine im Regen stehen“, sagt Wichert mit Blick auf Volker Kiekert, der gerade wieder Zuflucht unter dem nahegelegenen Pavillon sucht. Unterdessen kreisen Oldtimer-Liebhaber mit Schirmen um sein Fahrzeug, das vor beinahe 100 Jahren erbaut wurde. 1928 steht auf seinem Nummernschild – die Zahl ist zugleich das Baujahr des historischen Autos, das aus vier Zylindern rund 22 PS gewinnt. Die Zündkerzen habe er gegen neuere getauscht, die einfach besser zünden, berichtet Wichert, denn angesichts der überschaubaren Leistung sei es wichtig, dass der Motor zuverlässig auf allen vier Zylindern läuft. Ansonsten gehöre Regen zum Autoleben einfach dazu, so Wichert: „Früher hat es auch schon mal geregnet, das macht dem Auto nichts.“ Auch im Alltag setzt sich der Oldtimer-Freund gerne hinter das Steuer seines betagten Gefährts. Das Fahrzeug verdiene es, immer mal wieder bewegt zu werden, sagt der Autodidakt am historischen Automobil, der den Wagen vor zehn Jahren erworben hat und seitdem komplett in Eigenleistung am Laufen hält.
Auch andere Oldtimerfreunde sind gekommen und stehen neben ihren Fahrzeugen im Regen. Es ist nur der harte Kern der Oldtimer-Familie, vielleicht etwas mehr als ein Fünftel der Teilnehmer, die sonst den Weg nach Heiligenhaus finden. „Dafür konnte ich allen einen super Platz zuweisen“, findet Kiekert noch einen positiven Aspekt an dem verregneten Treffen. „Die kommen sicher nächstes Jahr alle wieder“, ist er sicher. Damit steht auch fest, dass der Regentag der Tradition in Heiligenhaus keinen Abbruch tun wird.

