Prinzessin Ana und Lole - die Dohle, bei einer Probe mit dem Kinderchor. An der späteren Aufführung in der Kant-Aula wirken mehr als 30 Akteure mit. Foto: Mathias Kehren

Heiligenhaus. Neun Jahre nach dem Erfolg von „Stroh zu Gold“ kehrt die Musikschule Heiligenhaus mit einer großen Eigenproduktion zurück. Die Uraufführung von „Drosselbart – oder was ist ein König?“ am 20. März verspricht eine moderne Interpretation des Märchenklassikers, in der eine starke Prinzessin ihren eigenen Weg sucht und dabei traditionelle Rollenbilder ordentlich durcheinanderwirbelt.


Wenn am 20. März der Vorhang in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums (IKG) aufgeht, verwandelt sich die Bühne in ein Königreich voller Fragen: Was macht eigentlich einen guten Herrscher aus? Und muss sich eine Prinzessin wirklich alles gefallen lassen? Die Musikschule Heiligenhaus präsentiert mit „Drosselbart oder Was ist ein König?“ ihr neuestes Eigenwerk und bricht dabei bewusst mit alten Märchen-Klischees.

Nach dem großen Erfolg des Musicals „Stroh zu Gold“ im Jahr 2017 stammt auch dieses neue Bühnenstück komplett aus der Feder von Annette Söllinger. Die Musikschullehrerin hat Text und Musik selbst verfasst und dabei den Fokus der Erzählung entscheidend verschoben. „Im Mittelpunkt steht kein Mädchen, das umerzogen werden muss“, erklärt Söllinger bei einem Probenbesuch. Stattdessen begegnet dem Publikum eine selbstbewusste junge Figur, die lernen muss, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Es geht um Mut, Macht und Selbstachtung – Fragen, die auch heute noch die Menschen beschäftigen.

30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf der Bühne

Insgesamt sind über 30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Heiligenhaus und Umgebung als Darsteller an der Produktion beteiligt, wobei der Kinderchor als wichtiger Akteur in der Inszenierung fungiert. Veranstaltet wird das Projekt von der Musikschule Heiligenhaus, die für die anspruchsvolle Hauptrolle der Prinzessin Anastasia zwei junge Talente gewinnen konnte. Paulina und die zwölfjährige Mina aus Heiligenhaus teilen sich die vier Aufführungstermine untereinander auf.

Für Mina ist das Rampenlicht dabei kein Neuland. Nach ihrem Debüt in „Max und die Käsebande“ an ihrer Schule meistert sie nun die Rolle der stolzen Prinzessin. „Das Textlernen fällt mir relativ leicht“, verrät die IKG-Schülerin mit den Lieblingsfächern Deutsch und Sport schmunzelnd. Besonders eine Szene hat es ihr angetan: der Hofball. „Da darf ich allen Prinzen der Reihe nach ‚Nein‘ sagen“, lacht die Zwölfjährige. Zwar schlüpfe sie auch im wirklichen Leben gerne einmal in eine andere Rolle, allerdings fühle sie sich privat weniger mit der arroganten Attitüde der Prinzessin wohl. Vielmehr finde sie sich in der Szene in der Schneiderei wieder, wo sie zusammen mit einer neu gewonnenen Freundin an einem schlichten Kleid arbeitet.

Sportlicher Kostümwechsel und neue Charaktere

Die Rolle verlangt der jungen Hauptdarstellerin auch sportlich etwas ab: Zwischen Reitkleid, Ballrobe und Lumpen bleiben oft nur wenige Minuten für den Kostümwechsel, die im Backstage-Bereich präzise gemeistert werden müssen. Neben den bekannten Motiven dürfen sich die Zuschauer zudem auf Überraschungen freuen. So feiert mit „Lole – die Dohle“ eine völlig neue Figur ihr Debüt im Drosselbart-Universum. Es verspricht ein kurzweiliger Abend für die ganze Familie zu werden, der zeigt, dass Tradition und moderne Emanzipation auf der Musical-Bühne wunderbar harmonieren können.

Aufführungstermine und Vorverkauf

Die Aufführungen finden allesamt in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums statt. Die Premiere startet am Freitag, 20. März, um 18 Uhr, es folgt eine Aufführung am Samstag, 21. März, um 17 Uhr. Am Sonntag, 22. März, finden gleich zwei Vorstellungen statt, die um 11 Uhr und um 17 Uhr beginnen. Eintrittskarten sind vorab online über das Portal www.neanderticket.de erhältlich. Das Musical ist mit mit aktiver und finanzieller Unterstützung des Fördervereins der Musikschule entstanden.