Als temporärer Wetterschutz ist ein Flachdach auf Schloss Hardenberg angebracht worden. Im Vordergrund ist der neue Treppenturm zu erkennen. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Ein provisorisches Dach hält Schloss Hardenberg wieder dicht. Während die Trocknung des Bauwerks begonnen hat und voraussichtlich bis in den Spätsommer andauert, müssen beliebte Veranstaltungen wie der Mittelaltermarkt auf der Schloss-Wiese entfallen oder verlegt werden. Mit dem Aufbau eines dauerhaften neuen Dachs kann laut aktueller Planung erst im Frühjahr 2027 begonnen werden.


Während die Sanierungsarbeiten rund um Schloss Hardenberg in vollem Gange sind, herrscht im Inneren des Herrenhauses derzeit Ruhe. Nach dem verheerenden Brand wurde das Gebäude zunächst von Schutt befreit und vollständig abgedichtet. Eine mit Planen ergänzte Flachdachkonstruktion sichert das historische Bauwerk nun vor Witterungseinflüssen. Aktuell läuft die Trocknung des Baukörpers – ein Prozess, der aufgrund der anderthalb Meter dicken Mauern viel Zeit in Anspruch nimmt. Der Velberter Baudezernent Jörg Ostermann rechnet damit, dass die Trocknung frühestens im Spätsommer abgeschlossen sein wird. Erst danach können die Arbeiten im Inneren wieder aufgenommen werden.

Die temporäre Dachkonstruktion wird das Herrenhaus voraussichtlich noch über den nächsten Winter schützen müssen. Die Stadt geht davon aus, dass das neue Dach frühestens um den Jahreswechsel oder im Frühjahr 2027 errichtet werden kann. Fast unbemerkt blieb indes ein kleiner Baufortschritt: Die neue Brücke über den Wassergraben zum Haupteingang wurde in den letzten Wochen fertiggestellt.

Weiterhin unklar bleibt die genaue Ursache für den Dachstuhlbrand. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sowie die Nachforschungen der Versicherung dauern an. „Brandstiftung als Brandursache können wir definitiv ausschließen“, betont Ostermann. Man gehe weiterhin von einem technischen Defekt als wahrscheinlichster Ursache aus.

Durch das Feuer am 21. November 2025 wurden die Sanierungsarbeiten am Herrenhaus erheblich zurückgeworfen. “Ambitioniertes Ziel ist, das Herrenhaus am 3. Oktober 2028 zu eröffnen”, sagt Ostermann  – eine Garantie dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht.

Deutlich früher dürften hingegen die Arbeiten in der Mühle abgeschlossen sein. Das Gebäude soll Ende des Jahres fertiggestellt werden. Die Stadt strebt hier eine gastronomische Nutzung an, die den Standort womöglich ab Frühjahr 2027 bereichern könnte. Laut Ostermann werden auch alle Bauabschnitte im Außenbereich abgeschlossen, in denen derzeit Bautätigkeit herrscht. Der Wirtschaftshof hinter der Vorburg soll schon Mitte des Jahres fertig sein. Alle Grünflächen sollen spätestens im Sommer 2027 wieder voll nutzbar sein.

Mittelaltermarkt und Kinderfest vor Herausforderungen

Unmittelbare Auswirkungen hat die Großbaustelle auf das Veranstaltungsprogramm am Kulturensemble. Da auf der großen Wiese am Schloss derzeit noch Baumaterialien lagern und schwere Maschinen im Einsatz sind, steht sie für Feste vorerst nicht zur Verfügung.

Abgesagt ist der Mittelaltermarkt, der üblicherweise rund um Fronleichnam stattfindet. Die Markttreibenden können sich ein Zeltlager auf Pflastersteinen nicht vorstellen. Die Marktgilde zu Hardenberg informiert auf ihrer Homepage, dass der 25. Mittelaltermarkt Ende Mai stattfindet – allerdings erst 2027. Dazwischen gibt es aber noch den Wintermarkt am ersten Adventswochenende.

Hinter dem großen Kinderfest des Stadtjugendrings am 1. Mai steht hingegen nur ein ganz kleines Fragezeichen. Die Spielattraktionen können auf dem Parkplatz aufgebaut werden,  der Innenhof der Vorburg steht auch zur Verfügung.

“Es war ja seit Mai 2025 bekannt, dass wir die Wiese in diesem Jahr nicht nutzen können”, sagt Raphael Greshake, Vorsitzender des Stadtjugendrings, unbeeindruckt von der Situation. Der Domparkplatz sei sogar größer als die Wiese, so Greshake. Probleme beim Stellen der Spielgeräte sieht der Veranstalter also nicht. Und auch die Parksituation – ohne Domparkplatz – sei schon im letzten Jahr vergleichbar gewesen.

Einzige Voraussetzung, damit das große Kinderfest steigen kann, ist die Genehmigung durch das Ordnungsamt für das komplett neu gestalteten Gelände. Aber auch in diesem Punkt ist Greshake zuversichtlich: Der Platz sei ja schon so gut wie fertig.

Auf der Schloss-Wiese (vorn) lagern noch Baumaterialien und Maschinen, dafür ist der angrenzende Parkplatz so gut wie fertig. Foto: Mathias Kehren