Geschafft: Prinz Julian und Prinzessin Lina haben den Rathausschlüssel von Bürgermeister Dirk Lukrafka erobert. Foto: Mathias Kehren

Velbert. An Altweiber gab es auch für die Velberter Jecken kein Halten mehr – mit vereinter Frauenpower und lautem Helau haben sie das Rathaus im Sturm erobert. Das närrische Volk verwandelte das Foyer in eine bunte Zirkusmanege, in der sogar der Bürgermeister und das Prinzenpaar zu artistischen Höchstleistungen aufliefen.


Verspätung? Geschenkt! Wenn die Velberter Narren losgelassen werden, spielt die Uhrzeit keine Rolle – die Energie im Foyer war ohnehin kurz vor dem Siedepunkt. Mit geballter Unterstützung und einer ordentlichen Portion Konfetti im Blut haben die Jecken an Altweiber ihr Rathaus offiziell in Beschlag genommen.

Wie jedes Jahr platzte das Rathaus aus allen Nähten. Es war ein herrlich wildes Durcheinander: Feen schunkelten mit Feuerwehrleuten, Schornsteinfeger wagten ein Tänzchen mit Löwinnen, und sogar eine muntere Frosch-Truppe gesellte sich unters Party-Volk. Zwischen Piratinnen und Prinzessinnen gab es kein Halten mehr, während man sich gemeinsam für das große Event warm schunkelte.

Rollentausch am Thron: Aus Julian wird Julia

Als das Prinzenpaar schließlich die Bühne enterte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Besonders ein Detail sorgte für Lacher und Applaus: Prinz Julian hatte sich kurzerhand mit langen blonden Haaren in Prinzessin Julia verwandelt. Dieser modische Rollentausch wurde mit frenetischem Jubel begrüßt – die Velberter feierten ihre Tollitäten und deren humorvolle Verwandlung lautstark.

Doch was wäre ein Rathaussturm ohne Beute? Der Stadtschlüssel lag noch fest in der Hand von Bürgermeister Dirk Lukrafka. Pünktlich um 15:11 Uhr trat er ins Rampenlicht – passend zum Start in den Straßenkarneval stilecht als Zirkusdirektor. Mit einem bunten Gefolge aus Clowns, Löwen und Artisten verwandelte er Bühne und Foyer kurzerhand in eine Manege.

Traditionell gab es den Schlüssel natürlich nicht einfach so in die Hand gedrückt. Zuvor mussten Prinzessin Lina und ihre „Prinzessin Julia“ einige Aufgaben erfüllen, bei denen sich natürlich alles um die Welt des Zirkus drehte. Bei der Zirkus-Pantomime meisterten beide die Übungen mit Bravour. Die Prinzessin gebärdete sich wie ein Löwe, was die Menge sofort erriet, und auch der Feuerspucker sowie der Clown wurden von der Narrenschar schnell erkannt.

Ballgefühl und Latein-Kenntnisse

Auch sportlich wurde es dem Paar nicht leicht gemacht. Prinz Julian musste seinen Status als Fußball-Profi unter Beweis stellen und den Ball zehnmal in Folge hochhalten, was ihm auf Anhieb gelang. Seine Prinzessin hatte es scheinbar etwas leichter, bewies aber viel Geschick, als sie den Ball für zehn Sekunden auf der Stirn balancieren musste.

Zum krönenden Abschluss war Köpfchen gefragt. Beim Begriffe-Raten rund um die Manege glänzte Julian mit altem Schulwissen: Er konnte nicht nur die kreisförmige Fläche als Manege benennen, sondern klärte auch direkt über die Herkunft des Wortes Zirkus auf, das aus dem Lateinischen stammt und “Kreis” bedeutet.

Die Machtübernahme ist geglückt

Nach diesem artistischen Kraftakt gab es kein Halten mehr. Der begehrte Schlüssel wechselte endlich den Besitzer und die symbolische Machtübernahme war perfekt. Danach ging es fließend in den gemütlichen Teil über, und die bunte Narrenschar konnte das Rathaus endgültig in eine Partyzone verwandeln.