Das neue Wohnbaugebiet Wilhelmshöhe liegt auf 220 Metern Höhe. Von hier aus öffnet sich der Blick (auch ohne Hilfe der Drohne) in Richtung Ruhrgebiet. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Es weht ein laues Lüftchen und die Sonne strahlt aus einem wolkenlosen Himmel – die Stadtspitze von Velbert hätte keinen besseren Tag erwischen können, um den offiziellen Vermarktungsstart des Wohnbaugebiets Wilhelmshöhe bekannt zu geben. Auf rund 220 Metern Höhe ist an der Wilhelmshöher/Ecke Nierenhofer Straße in den vergangenen Monaten ein neues Wohnbaugebiet mit 22 Grundstücken in Größen von 900 bis maximal 2.000 Quadratmetern erschlossen worden.


An einem klaren Tag bietet sich vom hoch gelegenen Teil des Areals ein beeindruckender Blick in Richtung Baldeneysee und ins Ruhrgebiet, wo in der Ferne die Kuppel des Schalkestadions zu erkennen ist. In den kommenden drei bis vier Jahren sollen hier freistehende Einfamilienhäuser auf großzügig geschnittenen Grundstücken entstehen. „Es ist ein sehr schönes, großzügiges Baugebiet entstanden“, findet der Beigeordnete Christian Draeger, hier böten sich „einmalige Möglichkeiten, eingebettet mitten in der Natur“.

Die gute Lage und die Großzügigkeit schlagen sich auch im Quadratmeterpreis nieder, für den die Stadt 440 bis 480 Euro je nach Lage angesetzt hat. Wer hier baut, muss also einiges an Geld mitbringen: Schon das kleinste Grundstück schlägt mit mindestens einer halben Million Euro zu Buche. Rechnet man den Neubau und die Grundstückgestaltung hinzu, dürften am Ende schnell 1,5 Millionen Euro zusammen sein, bevor man den freien Blick von der Wilhelmshöhe genießen kann.

Hat Velbert nur ein Baugebiet für Reiche? Bürgermeister Dirk Lukrafka hält dem entgegen, dass man ja erst vor Kurzem den Fellershof in Velbert-Langenberg erschlossen habe, und zwar mit deutlich günstigeren Preisen und auch Flächen für Mehrfamilienhäuser. „Wir gehen Erschließungen jetzt an“, sagt Bürgermeister Dirk Lukrafka. Velbert habe durchaus einen angestrengten Wohnungsmarkt, aber was in der Macht der Stadt liege, werde auch angegangen. Potenzial für neue Wohnbebauung könnte als nächstes im Bereich der Sonnenblume liegen, auch hier besitzt die Stadt geeignete Flächen.

Im Gegensatz zu manchem privaten Flächeneigner gehe die Stadt ins Risiko und erschließe neue Wohnbauflächen, ergänzt Baudezernent Jörg Ostermann. Angesichts der regen Nachfrage bleibt das Risiko aber überschaubar: Rund 100 Interessenten gibt es laut Angaben der Stadt schon für die 22 Grundstücke an der Wilhelmshöhe. Diese werden nach dem offiziellen Vermarktungsstart über die Plattform „Baupilot“ angeboten, wo es dann auch umfassende Informationen über die verfügbaren Grundstücke, Grundstücksgrößen und weitere Rahmenbedingungen gibt.

Die Grundstücke sollen grundsätzlich mit Einfamilienhäusern bebaut werden. Bis zu anderthalb Geschosshöhen sind möglich. Dabei können laut Bebauungsplan bis zu zwei Wohneinheiten pro Gebäude eingerichtet werden. Neben klassischen Einfamilienhäusern dürfen also auch Einliegerwohnungen oder Wohnlösungen für mehrere Generationen an dieser Stelle umgesetzt werden.

Wer ein Grundstück erwirbt, wird verpflichtet, in einem vorgegebenen Zeitrahmen dort auch zu bauen. So soll einerseits Spekulationen vorgebeugt werden, und andererseits soll in drei bis vier Jahren, wenn alle Häuser stehen, auch wieder Ruhe einkehren auf der Wilhelmshöhe. „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für den Vermarktungsstart“, findet Michael Küpper, Geschäftsführer der Wobau und der Entwicklungs- und Verwertungsgesellschaft Velbert. Die Grundstücke seien nun gekennzeichnet, die Straßen angelegt, und auch die Ausgleichsmaßnahmen für den Landschaftseingriff wurden schon abgeschlossen. So sind direkt vor Ort 60 Obstbäume gepflanzt und ein kleines Wäldchen aufgeforstet worden.

Simon Fromme (Wirtschaftsförderung Stadt Velbert), Christian Draeger (Dezernent für Standort- und Wirtschaftsentwicklung), Michael Küpper (Wobau-Geschäftsführer) Bürgermeister Dirk Lukrafka und Baudezernent Jörg Ostermann beim Ortstermin auf der Wilhelmshöhe. Foto: Mathias Kehren