Kultur im Treppenhaus: Filmvorführung von „Wir sind Juden aus Breslau“

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Anita Lasker-Wallfisch (r.) trifft im Gefängnis in Warschau im Rahmen eines Workshops auf Jugendliche. Foto: Privat
Anita Lasker-Wallfisch (r.) trifft im Gefängnis in Warschau im Rahmen eines Workshops auf Jugendliche. Foto: Privat

Mettmann. Im Rahmen von „Kultur im Treppenhaus“ wird am Samstag, 27. April, im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde, Freiheitstr.19 a, der Kinodokumentarfilm „Wir sind Juden aus Breslau“ von Karin Kaper und Dirk Szuszies gezeigt. Die Filmvorführung beginnt um 19.30 Uhr.

Der preisgekrönte Film ist von aktueller Brisanz und setzt ein eindringliches Zeichen gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa.

Zum Inhalt des Dokumentarfilms heißt es: „Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.“

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films, darunter Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren und Abraham
Ascher. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Der Eintritt für die Sondervorführung von „Wir sind Juden aus Breslau“ kostet fünf Euro, enthalten sind Getränke und Snacks.