Public Viewing zur EM 2020: Stadtrat lehnt CDU-Antrag zum „Rudelgucken“ ab

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Public-Viewing-Streit: Ob es in Ratingen eine Neuauflage eines
Public-Viewing-Streit: Ob es in Ratingen eine Neuauflage eines "Sommermärchens" geben wird, beschäftigt die Fraktionen. Foto: Symbolbild (pixabay)

Ratingen. In Ratingen könnten die Leinwände bei öffentlichen Liveübertragungen von Spielen der Fußball-EM 2020 schwarz bleiben. Der Stadtrat hat einen Antrag zum sogenannten Public Viewing der Ratinger CDU abgelehnt. Die Fraktion hält dagegen.

Der Aufwand sei zu groß. Das Wetter könne schlecht sein. Ratinger Gastronomen könnten geschädigt oder sind gar überfordert werden. Mehrere Argumente wurden in der Sitzung des Stadtrates  diskutiert – am Ende fiel der Entschluss, den Antrag der CDU-Fraktion abzulehnen, der Public Viewing für die Zeit der Fußball-EM 2020 allen Ratinger Bürgern ermöglichen sollte.

„Die Fraktionen von Bürger Union, SPD und Grüne haben sich die größte Mühe gegeben, der Ratinger Bevölkerung die Möglichkeit zu verwehren, in unserer Stadt ein fußballerisches Sommermärchen zu erleben“, so CDU-Fraktionschef Ewald Vielhaus. Stattdessen haben diese Ratsfraktionen auf Antrag der SPD beschlossen, mögliche Anträge Dritter auf Public Viewing im Rahmen der ordnungsbehördlichen Bedingungen zu unterstützen.

„Dieser Beschluss ist grotesk“, so Patrick Anders, CDU-Stadtverbandsvorsitzender: „Die  Verwaltung wird also aufgefordert, sich an Recht und Gesetz zu halten. Das erwarten wir immer – auch ohne einen Antrag.“

Stefan Heins, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, ergänzt: „Die Argumente der Bürger Union dienen allenfalls dazu, die Gastronomie der umliegenden Städte, die Public Viewing für ihre Bürger ermöglichen, glücklich zu machen.“ Wenn die Ratinger Gastronomie mit solch einer Veranstaltung tatsächlich überfordert wäre, dann könnten auch Karnevalsveranstaltungen oder Schützenfeste nicht stattfinden, argumentiert die Ratinger CDU.

„Die Bürger Union argumentierte bei der Diskussion im Stadtrat sogar, dass viele Gastronomen durch Public Viewing große wirtschaftliche Verluste erleiden könnten; schließlich würden ihre teuren Sportsenderlizenzen wegen geringer Gästezahlen dann Verluste bringen. Leider zeigt dieses Argument, dass die Bürger Union mit besonders wenig Fach- und Sachkompetenz an dieses Thema herangegangen ist, denn alle Spiele der EM 2020 werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kostenfrei übertragen“, so Stefan Heins weiter.

Die Gastronomiebetriebe in der Stadt würden außerdem eher von Public Viewing profitieren, kommentiert die CDU-Fraktion, weil Fußballfans dann nicht in Nachbarstädten feiern, sondern in Ratingen bleiben.

„Wir wollen trotz des negativen Beschlusses Gespräche mit möglichen Veranstaltern führen, um das gemeinsame „Rudelgucken“ doch noch zu ermöglichen. „Wir freuen uns auf die Fußball-EM in ganz Europa und wollen das zusammen feiern“ so erklärten abschließend Patrick Anders, Ewald Vielhaus und die JU-Vorsitzende Theresa Dietz. „Die CDU Ratingen wird sich weiterhin entschlossen für die Realisierung dieser Idee einsetzen.“