Beinachsenfehlstellung: Korrektur kann Gelenksersatz vermeiden

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Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann
Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann

Mettmann. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn der Kleiderschrank auf kurze Hosen, Kleider oder Röcke umgestellt wird, wird sichtbar: Ein Teil der Bevölkerung leidet an einer Beinachsenfehlstellung, den sogenannten X-Beinen oder O-Beinen.

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Die Fehlstellung kann bereits im Wachstum entstehen, aber auch eine Folge von Fußfehlstellungen oder Unfällen sein, heißt es zu den möglichen Ursachen aus dem Mettmanner Krankenhaus. Die ungleiche Belastung des Kniegelenkes führe wiederum zu Haltungsschäden, die sich auf andere Gelenke auswirken, aber auch zum Verschleiß von Knorpel, Knochen und Menisken führen. Die Folge: Arthrose und im fortschreitenden Alter häufig auch – aufgrund der fehlbelasteten und überlasteten Gelenkstruktur – ein künstliches Kniegelenk.

Um den Austausch des Gelenkes aufzuschieben oder gar ganz zu vermeiden und um Schmerzen und Beschwerden zu lindern, hat sich die Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie auch auf die sogenannte „Umstellungsosteomie“, also Beinachsenkorrektur spezialisiert. Oberarzt Dr. med. Christos Koukos führt die operativen Eingriffe durch, doch bereits die detaillierte Vorplanung der OP ist erfolgsentscheidend.

Oberarzt Dr. med. Christos Koukos führt die operativen Eingriffe durch. Foto: EVK Mettmann
Oberarzt Dr. med. Christos Koukos führt die operativen Eingriffe durch. Foto: EVK Mettmann

„Wir arbeiten im EVK Mettmann mit der hochmodernen Technik namens PSI Newclip. Eine sehr genaue Diagnostik und computergestützte Vorplanung ist dabei die Basis für den erfolgreichen Eingriff“, erklärt Koukos. Zunächst wird der zu korrigierende Winkel genau ausgemessen, bevor eine individuelle Schablone für die OP gefertigt wird.

„Diese Schablone sind maßgefertigt – für jeden Patienten individuell exakt vermessen. Der Eingriff selbst ist damit sehr einfach durchzuführen“, erklärt der erfahrende Operateur. Er setzt für den Eingriff einen kleinen Hautschnitt, um die Schablone entsprechend am Knochen anpassen zu können, durch die wiederum die korrigierenden Pins eingesetzt werden.

Die OP dauert laut EVK Mettmann circa 60 Minuten. Der stationäre Aufenthalt liege rund vier Tagen und bereits kurze Zeit nach dem Eingriff können die Patienten ihre ersten Gehversuche machen und mit der Rehabilitation starten. Eine einfache Kniearthroskopie mit Innenmeniskusteilentfernung sei zur Behebung der Beschwerden nicht zielführend, denn sie verursacht eine vermehrte Belastung auf die Gelenkfläche und führt nicht zur Entlastung.

Bei der Korrektur werden nicht beide Beine gleichzeitig operiert, sondern zunächst die Fehlstellung korrigiert, die das jeweilige Gelenk am stärksten belastet. In einigen Fällen, aber nicht immer, wird mit etwas Abstand dann auch das zweite Bein in den richtigen Winkel gebracht.

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