HFA-Entscheidungen: Musikschule, Stadtbibliothek, Neandertalhalle

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Unter anderem zur Mettmanner Stadthalle tagte der Haupt- und Finanzausschuss. Foto: Volkmann
Unter anderem zur Mettmanner Stadthalle tagte der Haupt- und Finanzausschuss. Foto: Volkmann

Mettmann. In den Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses wurden am 9. und 10. März mehrere Entscheidungen getroffen.

Der Haupt- und Finanzausschuss tagte am Dienstag und Mittwoch unter anderem zur Musikschule oder der Neandertalhalle. Die städtische Verwaltung fasst die Entscheidungen des Ausschusses wie folgt zusammen:

Musikschule

Die Verwaltung wurde beauftragt, bis zum Herbst Ideen für eine neue Musikschullandschaft Mettmanns zu entwickeln. Dabei sollen Synergiemöglichkeiten und Potenziale geprüft werden.

Zusammen mit der Musikschule aber auch mit den privaten Musikschulen in der Stadt soll ein tragfähiges, finanzierbares Fundament geschaffen werden, auf dem die städtische Musikschule – möglicherweise auch in einer anderen Trägerform  – weiter unterrichten kann. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob das Musikschulgebäude aufgegeben und der Unterricht dezentral in den Schulen durchgeführt werden kann.

Stadtbibliothek

Alle Parteien haben sich für den Erhalt der Stadtbibliothek als kulturellen Treffpunkt ausgesprochen. So lange die Neandertalhalle steht, soll die Bibliothek dort untergebracht bleiben. Einig war man sich auch in dem Punkt, dass ein neuer Standort für die Bibliothek in der Stadtmitte liegen muss. Solange keine neuen Räume für die Stadtbibliothek gefunden sind, braucht die Stadt eine Zwischenlösung für den Fall, dass ein Abrissantrag der denkmalgeschützten Halle von der zuständigen Denkmalbehörde genehmigt wird.

Um die Stadtbibliothek modern und zeitgemäß aufzustellen (Ort der Begegnung und der Kultur), soll u.a. ein Konzept, das von der Leitung der Bibliothek erstellt wurde, als Grundlage weiterer Planungen genutzt werden. Bei der künftigen Ausrichtung der Stadtbibliothek soll auch der Förderverein mit einbezogen werden.

Neandertalhalle

Einmal mehr zeichnete sich ab, dass der Bestand der Neandertalhalle zunehmend kritischer beurteilt wird. Die meisten Fraktionen sprachen sich dafür aus, den Stadthallenbetrieb einzustellen, die Halle auch dann nicht mehr zu öffnen, wenn es pandemiebedingt wieder möglich wäre.

Dafür spricht aus Sicht der Kämmerin, dass bei einem Weiterbetrieb die Gefahr bestünde, dass größere Schäden, die auftreten könnten, für viel Geld beseitigt werden müssten, um den Betrieb weiter aufrecht zu halten. Vor der Entscheidung zum endgültigen Aus für die Neandertalhalle haben sich die Parteien noch Bedenkzeit ausgebeten und wollen in einem Gespräch mit der Verwaltungsspitze noch offene Fragen geklärt wissen.

Schwimmbäder

Mehrheitlich hat die Politik beschlossen, den Eintrittspreis von derzeit vier Euro für Erwachsene auf fünf Euro zu erhöhen. Auch der Familientarif (2 Erwachsene, 2 Kinder) wird von 11,50 auf 13,50 Euro erhöht. Alle anderen Preise bleiben unverändert. Die neuen Eintrittspreise sollen möglichst zur Badesaison 2021 umgesetzt werden.

Die Eintrittspreise fürs Hallenbad und die Sauna bleiben unverändert.

Die Stadt soll Möglichkeiten zur Einführung eines Online-Buchungs- und Bezahlsystems prüfen, bei dem die Besucher den Eintritt mit der Buchung gleich bezahlen können. Während der Corona bedingten Besucherbeschränkungen für das Naturfreibad im vergangenen Jahr wurden viele Termine gebucht, die nicht wahrgenommen wurden. Das sorgte bei denjenigen, die gerne gekommen wären für Unmut und bescherte der Stadt weniger Einnahmen.

Ein Antrag, mit dem die Verwaltung aufgefordert wird zu prüfen, ob das Naturfreibad in ein Ganzjahresbad ausgebaut werden könnte, soll im zuständigen Fachausschuss im Herbst diskutiert werden. Baudezernent Geschorec erklärte auf Nachfrage, dass mit den geplanten Sanierungsmaßnahmen fürs Hallenbad nicht in diesem Jahr begonnen werde. Der bereits ermittelte Sanierungsbedarf in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro werde nicht ausreichen, da inzwischen „mehr Baustellen als erwartet entdeckt wurden“, erklärte Geschorec.

Heimatpreis

Der Haupt- und Finanzausschuss hat beschlossen, dass auch in diesem Jahr der Heimatpreis verliehen wird. Die Mehrheit des Ausschusses sprach sich dafür aus, dass es für den Heimatpreis wie in den Vorjahren nur einen Preisträger geben soll. Die Entscheidung muss nun noch vom Rat bestätigt werden.

Bürgerinnen und Bürger können dann Vorschläge für die Vergabe des Preises machen, aus denen eine Jury den Preisträger ermittelt. Ein Aufruf der Stadt und entsprechende Vorlagen werden von der Verwaltung noch vorbereitet. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro stellt das Land NRW zur Verfügung. Mit dem Preis rückt die Landesregierung herausragendes Heimat-Engagement in den Fokus der Öffentlichkeit.

Keine Sondernutzungsgebühr für Außengastronomie

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie sind auch Mettmanner Gastronomiebetriebe in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Um die gebeutelten Betriebe zu unterstützen, ist die Politik dem Verwaltungsvorschlag gefolgt, auch in der Sommersaison 2021 keine Sondernutzungsgebühren für die Außengastronomie zu erheben.

Die Entscheidung muss vom Rat noch bestätigt werden.