Biennale: Großes Finale steigt im Neandertal

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Felice und Cortez bieten Gesang und Jonglage. Foto: Neanderland Biennale/W. Behnke
Felice und Cortez bieten Gesang und Jonglage. Foto: Neanderland Biennale/W. Behnke

Kreis Mettmann. Die Neanderland Biennale läutet ihre letzte Runde ein. Es gibt noch einmal Events in Heiligenhaus, Hilden und Haan – danach folgt das Final. Das steigt am Neanderthal-Museum.

Am Mittwoch, 8. September gibt es ein Wiedersehen mit Regionenschreiber Tilman Strasser. Er begeisterte sein Publikum bereits am Anfang der Biennale im Neandertal No. 1 in Mettmann und freut sich nun auf seine zweite Lesung unter dem Titel „Best of Bergisch“ in Heiligenhaus. Tilman Strasser, Jahrgang 1984, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Danach arbeitete er zunächst als Storyteller für Film- und Fernsehproduktionsfirmen.

Heute lebt er als freier Autor und Literaturvermittler in Köln. 2015 erschien sein Roman „Hasenmeister“. Nun ist Tilman Strasser bereits zum zweiten Mal als Regionenschreiber im Bergischen Land unterwegs. Weil’s das erste Mal so schön war: Im Rahmen eines Stipendiums interviewte er bereits im vergangenen Jahr Bewohner der Region und bastelte Texte aus ihren Erzählungen, um die Gegend in Geschichten zu kartographieren. In diesem Jahr vollendet er die Karte aus bergischen Begebenheiten und liest nun die besten Texte, gespickt mit den würzigsten Anekdoten ihres Zustandekommens – Berichte vom Leben, so bunt und einmalig wie das Leben im Bergischen Land selbst.

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Beginn ist um 19 Uhr im John-Steinbeck-Park, Herzogstr. 58, 42579 Heiligenhaus bzw. bei Regen im Immanuel-Kant-Gymnasium, Herzogstr. 75. Eintritt frei, Spenden erwünscht. Es gibt einen Getränkeverkauf.

Biennale-Acts in Haan und Hilden

Weiter geht es am Donnerstag, 9. September in Hilden und Haan. Ab 17 Uhr spielen Felice & Cortes Young ihre Streetshow aus Musik und Artistik auf dem Alten Markt in Hilden (vor der evangelischen Kirche an der Mittelstraße). Unter dem Titel „Selling Stories“ präsentieren sie eine magische Geschichte von zwei Reisenden, die, wo auch immer sie sind, die Geschichte der Menschen und Dinge sammeln, um sie an anderen Orten für andere Menschen weiter zu erzählen.

Auf einzigartige Weise verbinden Felice & Cortes Musik, Jonglage, szenische Elemente und selbst komponierte Songs. Cortes jongliert nicht nur mit Bällen, sondern auch vier Sticks beim Schlagzeugspielen, während Felice dem Publikum mit ihrer Stimme eine Gänsehaut zaubert. Die Musik des Duos vereint moderne Popklänge, Soul-Balladen und Rock-Elemente. Bei Regen findet dieses Showkonzert im Foyer der Stadtbücherei Hilden statt, Nové-Mesto-Platz. Eintritt frei, Spenden nach dem Motto „betaal, wat de häs“ erbeten. Vor der Show ab 16.30 Uhr gibt es eine Einführung mit Theaterpädagogin Julia-Huda Nahas. Interessenten müssen sich dazu nicht anmelden, sondern kommen einfach früher zum Spielort.

Interaktives Impro-Theater gibt es mit den "Looters" in Haan. Foto: Neanderland Biennale/Dennis Palmen
Interaktives Impro-Theater gibt es mit den “Looters” in Haan. Foto: Neanderland Biennale/Dennis Palmen

Der Rockin‘ Rooster Club in Haan, Dieselstr. 5, wird ab 19 Uhr zum Tatort: Das Ensemble vom Düsseldorfer Looters e.V. kehrt mit einem Krimi als Improvisationstheater zurück ins neanderland, nachdem es bei der letzten BIENNALE bereits das Escape Game „Das Wetterlabor“ spielte. Looters Impro: Crime Scene, das nun zur Aufführung kommt, erfreute sich bereits im Vorfeld so großer Beliebtheit, dass die Karten im Vorverkauf schnell vergriffen waren. Mit etwas Glück bekommt man noch einige Restkarten an der Abendkasse, da das Kartenkontingent aufgrund der 3G-Regel noch geringfügig erhöht werden konnte.

Das Setting ist eine alte Villa, in der vier Dinnergäste auf den Hausherrn anstoßen, der plötzlich verschwunden ist. Langsam wächst die Vermutung, dass ein schrecklicher Mord passiert ist… und von einem der Anwesenden begangen wurde? Die Zuschauer und Zuschauerinnen können dabei die Handlungen der Dinnergäste beeinflussen und werden Teil der Inszenierung. Wird das Verbrechen am Ende aufgedeckt? Die Karten kosten zehn Euro.

Finale im Neandertal: Freitag, 10. September

Zum feierlichen Abschluss der Neanderland Biennale 2021 findet am Freitag, 10. September um 19 Uhr im Garten des Neanderthal-Museums (bzw. bei schlechtem Wetter im Neanderthal-Museum) der erste Neanderland Slam statt. Alle Kulturbegeisterten sind dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei, wenngleich die freundlichen Festivalhelfer wieder freiwillige Spenden sammeln werden.

Fürs leibliche Wohl ist gesorgt, es gibt einen Getränke- und Snackstand. Als Gastgeber und Moderator tritt der gebürtige Wülfrather Jan Schmidt ans Mikrofon. Im Neanderland kennt man den mittlerweile in Bochum lebenden Slam-Poeten als (Mit-)Organisator und Gastgeber von Poetry-Slam-Reihen in Langenfeld, Mettmann und Wülfrath. Aber auch über das Neanderland hinaus zählt er zu den aufregendsten Poeten des Landes: er nahm schon am NDR ComedyContest sowie mehrfach an den deutschsprachigen Meisterschaften teil und zählte beim NRW-Slam zu den Finalisten.

Für den Neanderland Slam hat er sich vier namhafte Gast-Slammer eingeladen, die in der ersten Runde sogar einen speziell für diesen Abend geschriebenen Text zum Neanderland vortragen werden. Die zweite Vorrunde und das Finale sind thematisch frei. Freuen Sie sich also auf einen heimatbezogenen und gleichsam horizonterweiternden Poetry Slam mit den meisterschaftserprobten Wortakrobaten David Gerhold, Florian Stein, Luca Swieter und Meral Ziegler.

Weitere Infos zu den Auftretenden sowie zum Programm finden sich unter www.neanderland-biennale.de.