Fassadenbegrünung: Schäden an Wänden verhindern

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Fassadengrün: Kühler, schöner, mehr Artenvielfalt. Foto: VZ NRW / GRÜNSTATTGRAU
Fassadengrün: Kühler, schöner, mehr Artenvielfalt. Foto: VZ NRW / GRÜNSTATTGRAU

Düsseldorf. Eine begrünte Fassade bietet Schutz gegen Hitze, Staub, Lärm und Schmierfinken. „Jetzt ist eine gute Zeit zum Pflanzen“, so die Verbraucherzentrale NRW.

Seit langem nutzen Menschen Pflanzen zum Schutz und Schmuck ihrer Fassaden. Denn es gebe geeignete Möglichkeiten für jede Art von Baumaterial. „Und die Vorteile einer Begrünung überwiegen“, so die Verbraucherschützer. Wer an begrünte Wände denkt, hat dabei meist das Bild von der traditionellen Begrünung mit Efeu oder Wein vor Augen. Manche fürchten dabei Schäden an der Wand.

Wie sich das leicht verhindern lässt, erklärt die Verbraucherzentrale NRW:

Kühler, schöner, mehr Artenvielfalt

Wer sein Haus dem Klimawandel anpassen will, kann mit einer Fassadenbegrünung viel bewirken. Denn durch das Laub beschattet die Pflanze die Wand. Bei einem dichten Bewuchs kann die Begrünung die Temperatur auf der Wand um ganze 15 Grad Celsius verringern.

Und mit dem verbesserten Mikroklima am Haus geht auch eine optische Aufwertung einher: Durch eine gezielte Wuchsrichtung, Blüten oder farbintensive Herbstbelaubung können Hausbesitzer ihre Fassaden ganz individuell gestalten. Dazu bietet der Bewuchs Schutz vor Graffitis und bindet Feinstaub. Auch Lärm kann er mindern. Ein weiterer Vorteil: Begrünte Fassaden ermöglichen zahlreichen kleinen Tieren wie Insekten oder Vögeln Nahrung und Unterschlupf, was besonders im städtischen Raum wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt ist.

Die Begrünung planen

Im privaten Bereich eignet sich vor allem die bodengebundene Fassadenbegrünung. Das bedeutet, dass die Pflanzen direkt vor der Wand ins Erdreich gesetzt werden. Die Entscheidung liegt dann zwischen sogenannten Selbstklimmern oder Gerüstkletterpflanzen. Selbstklimmer wie Efeu oder Kletterhortensien halten sich eigenständig an der Wand fest.

Pflanzen wie Clematis, Geißblatt oder Kletterrosen benötigen eine Gitter- oder Seilkonstruktion als Rankhilfe. Gerüstkletterpflanzen haben den Vorteil, dass man ihre Wuchsrichtung bestimmen kann. Selbstklimmer wiederum ermöglichen einen großflächigen, sehr dichten Bewuchs. In diesem Fall sollte man regelmäßige Pflegeschnitte einplanen, damit die schnellwüchsigen Pflanzen nicht in Lüftungsschächte, Fenster oder unters Dach gelangen.

Keine Angst vor Schäden am Bauwerk oder Insekten

Wer seine Fassade mit Selbstklimmern wie Wildem Wein begrünen möchte, sollte darauf achten, dass die Wand frei von Rissen ist, in die die Pflanze eindringen könnte. Ist der Putz fest, müssen Hausbesitzer in der Regel keine Schäden durch den Bewuchs fürchten.

Für gedämmte Wände sind Selbstklimmer allerdings nicht geeignet, hier sollte man Pflanzen an einem Gerüst emporklettern lassen. Wichtig dabei ist neben der festen Verankerung, dass keine Wärmebrücke entsteht, die Dämmung also nicht beeinträchtigt wird. Die Sorge mancher Menschen, es könnten durch die Fassadenbegrünung Insekten oder andere Tiere ins Haus gelangen, ist unbegründet. Wo mehr Kleinstlebewesen wohnen, erhöht sich automatisch auch die Zahl ihrer Fressfeinde wie Vögel.

Der Standort ist entscheidend

Entscheidend bei der Auswahl der geeigneten Pflanzen ist vor allem der Standort. Wie lange und wie intensiv scheint die Sonne auf die Fassade? In was für einem Boden werden sie wachsen? Wichtig ist auch zu bedenken, wie viel Wasser zur Verfügung steht und wie die Pflanzen bewässert werden können. Hilfreich ist es angesichts der zunehmend trockenen und heißen Sommer, Regenwasser in Fässern oder Zisternen zu sammeln. Dieses kann man dann gezielt zur Bewässerung der Pflanzen einsetzen.

Am Mittwoch, 6. April, erklären Expertinnen vom Projekt „Mehr Grün am Haus“ der Verbraucherzentrale NRW ab 18 Uhr in einem kostenlosen Online-Seminar alles rund um Fassadenbegrünung: Möglichkeiten, Pflanzenauswahl, technische Hinweise. Mehr Infos und Anmeldung unter www.mehrgruenamhaus.de.