Mettmanner Festival gegen Rechts: Toten Hosen fast dabei

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Vom 9. bis zum 11. September steigt das Open-Air-Festival
Vom 9. bis zum 11. September steigt das Open-Air-Festival "ME against racism". Foto: Kreisstadt Mettmann

Zum zweiten Mal veranstaltet die Stadt Mettmann in Kooperation mit dem Kreisintegrationszentrum Mettmann, dem Verein Stage ME und vielen weiteren Akteuren das Festival „ME against racism“.

Nach der Premiere 2019 in der Neandertalhalle wird das Festival diesmal als Open-Air-Veranstaltung vom 9. bis 11. September auf dem Bolzplatz des Konrad-Heresbach-Gymnasiums stattfinden. Es wird im Rahmen des Landesprojektes „NRWeltoffen“ durchgeführt und setzt ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung.

Als im März 2019 die rechtsextreme Kleinpartei der III. Weg mit Trommeln durch Mettmann marschierte, war das Entsetzen groß. Eine Woche später gab es eine große Demonstration gegen Rechtsextremismus und für Toleranz und Weltoffenheit unter dem Motto „Mettmann ist bunt“. „Und mit Stage ME und vielen anderen Leuten haben wir beschlossen, ein Festival gegen Rassismus im engen Schulterschluss mit dem Kreisintegrationszentrum ins Leben zu rufen“, so Markus Kier, einer der Mitorganisatoren des Festivals und als städtischer Mitarbeiter im Bündnis für Toleranz und Zivilcourage engagiert. Alle Beteiligten seien schnell übereingekommen, dass es dieses Festival nicht nur einmal geben dürfe.

Die Toten Hosen wären gern dabei gewesen

Unterstützt wird das Event auch von den Toten Hosen. Campino und Andi, beide in Mettmann aufgewachsen, wären gerne dabei gewesen, erklären sie in einer Videobotschaft für das Open-Air-Festival. „Wir finden die Aktion sensationell und wünschen Bands und Besuchern viel Spaß. Macht’s richtig laut!“

Die 10 x 6 Meter große Bühne gehört zum Auftakt am Freitag, 9. September, den Rockbands. Aus Mettmann sind das Kaosorchester mit Punkrock und die Formation Remember Aldrin mit Moon-Rock vertreten. Außerdem werden die bekannten Bands B6BBO aus Berlin (Powerpolka, Discopunk) und Tenside aus München (Metal) auftreten.

Hauptact des Abends ist Doctor Krapula aus Kolumbien, eine der wichtigsten und einflussreichsten Rockbands Lateinamerikas, die bereits seit 25 Jahre gegen Rassismus und Diskriminierung kämpft. Ihre Musik besticht mit einer Mischung aus Punk, Cumbia, Ska, HipHop und Reggae. Die Musiker leben zurzeit in Hagen. Hans Roggatz und seine Mitstreiter von Stage ME haben die Bands für das Festival verpflichtet. DJ „Opa“, der bei den Heimspielen von Fortuna Düsseldorf im Stadion die Musik auflegt, wird die Auftritte anmoderieren.

Der Samstag, 10. September, steht ganz im Zeichen des HipHop und wird von den Brüdern Dino und Neso Salijevic (TKM Kulturverein Duisburg) gestaltet, die schon mehrfach Tanzworkshops in Mettmann durchgeführt haben. Das Festival startet am Samstag ab 11 Uhr mit einem HipHop Dance Contest, der von einer Expertenjury bewertet wird. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern gibt es Preise und Urkunden. Anmeldungen sind auf der Festival-Homepage möglich.

Nach dem Wettbewerb treten namhafte HipHop-Bands und Künstler aus ganz Deutschland auf: Prezident (Wuppertal), Queenwho (Bremen), Lena Störfaktor (Berlin), Mustertochter (Dortmund), Suza & DJ Sirobs (Freiburg), Tecah One & Adriatic (Duisburg / New York) und Yuung Pana (Duisburg) auf. Aus Mettmann sind Jazzy’O und MSJ.CK mit dabei.

Finale mit Lesung von Kutlu Yurtseven

Zum Abschluss des Festivals am Sonntag ab 12 Uhr werden Rassismus und LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, lesbisch, schwul, bisexuell und transgender) in Talks und Lesungen beleuchtet. In einem Gespräch werden sich Qendresa Ademaj, eine wissenschaftliche Expertin im Bereich Intersektionalität (Mehrfachdiskriminierung) und Talkpartnerüber mögliche Erfahrungen, Überschneidungen und Folgen von Diskriminierungen austauschen. Im Anschluss daran wird die Künstlerin Phoenix Grün aus ihrem selbst erstellten Gedichtband zum Thema LGBTQI* vortragen. Das Festival endet schließlich mit einer Lesung von Kutlu Yurtseven aus dem Buch über die Microphonmafia. Der Eintritt am Sonntag ist frei.

An allen drei Tagen werden das Kreisintegrationszentrum sowie die Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus des Kreises Mettmann mit Informationsständen vertreten sein. Die Mettmanner Ortsgruppe der DLRG ist für den Sanitätsdienst zuständig, Stage ME verkauft Getränke und Mitglieder des Vereins Ape Freunde Duisburg sorgen fürs Catering. Unterstützt wird das Festival auch von der Mettmanner Stiftung Habris. Die Firma Martin Preuß GmbH stellt einen Toilettenwagen zur Verfügung.

„Ich bin geflasht. Das ist ja unglaublich, was hier auf die Beine gestellt wird. Das wird ein Mega-Wochenende“, zeigte sich Bürgermeisterin Sandra Pietschmann vom Programm des Festivals beeindruckt.

„Wir laden alle ein, mit uns zu feiern und dieses Festival zu einem starken Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu machen und gleichzeitig für die Werte einer demokratischen und diversen Gesellschaft einzustehen“, sagen die Veranstalter.

Am Freitag und Samstag kostet der Eintritt zum Festival sechs Euro, am Sonntag ist der Eintritt frei. Schülerinnen und Schüler, die ihren Schülerausweis vorzeigen, können eine zweite Person kostenlos mitnehmen. Weitere Info und Tickets: www.me-agaisnt-racism.com.